Täglicher Nachrichtenüberblick

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Premier Sobotka: Mindestlohn sollte weiter steigen

Premier Bohuslav Sobotka (Sozialdemokraten) will den Anstieg des Mindestlohns in Tschechien weiter forcieren. In einem Interview mit der Zeitung Mladá fronta dnes plädierte der Regierungschef am Montag für eine Anhebung auf 11.000 Kronen (407 Euro) ab 2017. Ab Januar erhöht sich der Mindestlohn in Tschechien von 9200 (340 Euro) auf 9900 Kronen (366 Euro). Die Mitte-Links-Regierung hat sich im Koalitionsvertrag verpflichtet, den Mindestlohn schrittweise auf zwei Fünftel des Durchschnittslohns anzuheben. Dieser lag in diesem Jahr bei 26.072 Kronen (964 Euro).

Menschenrechtsrat fordert, Einweisung von kleinen Kindern in Heime einzuschränken

Der tschechische Rat für Menschenrechte fordert, die Einweisung von Kindern unter acht Jahren in Heime stark einzuschränken. Studien würden zeigen, dass es besser sei, für Kinder bis zu diesem Alter familienähnliche Verhältnisse zu schaffen, sagte Menschenrechtsminister Jiří Dienstbier in den Inlandssendungen des Tschechischen Rundfunks. Ein entsprechender Gesetzentwurf soll bis spätestens November kommenden Jahres vorliegen. Dieses Vorhaben werde sowohl vom Bildungs-, als auch vom Gesundheits- sowie dem Arbeits- und Sozialministerium unterstützt, so Dienstbier.

Tschechien ist bereits mehrfach von internationalen Hilfsorganisationen dafür kritisiert worden, zu viele Kinder in Heime einzuweisen.

Tschechische Armee probt künftig wieder Mobilmachung

Die tschechischen Streitkräfte werden in den kommenden beiden Jahren erstmals seit 1989 wieder eine Teilmobilmachung proben. Es sei höchste Zeit, dazu zurückzukehren und diese Fähigkeiten zu erneuern, sagte Generalstabschef Josef Bečvář am Dienstag der Onlineausgabe der Zeitung „Mladá fronta Dnes“. In einer Stabsübung würden zunächst Entscheidungswege und Kommandostrukturen überprüft. Im Jahr 2017 werde sich dann eine praktische Übung anschließen. Zwar bestehe keine aktuelle Gefahr eines kriegerischen Konflikts, die Landesverteidigung gehöre aber zu den Grundaufgaben der Armee, sagte der General. Beobachter sehen einen Zusammenhang mit dem Konflikt in der nahen Ukraine. Tschechien hat eine Berufsarmee mit rund 16.600 aktiven Soldaten.

Rauchentwicklung im AKW Temelín – aber keine Gefahrenlage

Im südböhmischen Atomkraftwerk Temelín ist die Feuerwehr am Montag wegen Rauchentwicklung in Bereitschaft versetzt worden. Der Rauch sei im nicht-atomaren Bereich des ersten Reaktorblocks aufgestiegen, teilte ein Sprecher des Atommeilers am Dienstag mit. Grund sei wahrscheinlich ein Kurzschluss gewesen. Den Worten des Sprechers nach trat der Rauch aus dem Schalter eines Generators aus. Es habe sich aber nicht um ein Feuer gehandelt, ein Mitarbeiter habe den Rauch mit einem Feuerlöscher bekämpfen können, hieß es.

Der Vorfall wurde unterhalb der Internationalen Bewertungsstufe für nukleare und radiologische (INES) eingestuft. Gemäß den bilateralen Vereinbarungen sei das Nachbarland Österreich über den Vorfall informiert worden, sagte der Kraftwerkssprecher.

Dank privaten Betreibern steigt Zahl der Bahn-Reisenden in Tschechien

Die Zahl der Bahn-Reisenden in Tschechien nimmt zu. Der Anstieg gehe vor allem auf das Konto der privaten Bahnbetreiber, schreibt das Nachrichtenportal idnes.cz am Dienstag. Laut den offiziellen Statistiken des Verkehrsministeriums wurden in den ersten drei Quartalen dieses Jahres insgesamt 1,1 Millionen mehr Fahrkarten verkauft. Dies entspricht einem Anstieg von 0,8 Prozent. Die staatlichen Tschechischen Bahnen (ČD) verzeichneten dabei ein Plus von 266.000 Reisenden, die privaten Bahnbetreiber aber um 834.000 Reisende.

Ministerium für Regionalentwicklung erlaubt umstrittenen Bau in Prag

Das Ministerium für Regionalentwicklung hat keine Einwände gegen den Bau eines umstrittenen Wohnhauses in der Prager Altstadt. Wie die Nachrichtenagentur ČTK am Dienstag mitteilte, wurde eine Berufung der Stadt Prag zurückgewiesen. Die Kommune hatte Bedenken gegen die Baugenehmigung des ersten Stadtbezirks geäußert. Das Gebäude soll in der Nähe des Agnesklosters im historischen Stadtzentrum entstehen. Für das sechsstöckige Wohnhaus nach den Plänen von Architekt Zdeněk Fránek war ursprünglich eine rosafarbene und weiße Fassade vorgesehen, weshalb es im Volksmund „Marshmellow“ genannt wird. Gegen die Baupläne eines italienischen Investors regt sich seit längerem Widerstand von Denkmalschützern und Anwohnern. Auch das Kulturministerium prüft seit längerem die Zulässigkeit.

Fußball: Ex-Nationaltorhüter Srníček stirbt mit 47 Jahren

Der frühere tschechische Fußball-Nationaltorhüter Pavel Srníček ist im Alter von 47 Jahren in einem Krankenhaus in Ostrava / Ostrau gestorben. Er erlag den Folgen eines Herzstillstands. Srníček war vor neun Tagen beim Joggen zusammengebrochen, erst nach einiger Zeit fand ihn ein Spaziergänger. In der Klinik wurde der frühere Fußballprofi in künstlichem Koma gehalten. Untersuchungen ergaben eine starke Hirnschädigung. Deswegen sei entschieden worden, die medizinischen Geräte abzustellen, sagte Srníčeks Berater Steve Wraith. Pavel Srníček sei im Beisein seiner engsten Familienmitglieder gestorben, so Wraith.

Pavel Srníček absolvierte 49 Begegnungen für die tschechische Nationalmannschaft, in den 1990er Jahren spielte er in England unter anderem für Newcastle United, Sheffield Wednesday und Portsmouth. Zuletzt war Srníček Torwarttrainer beim tschechischen Rekordmeister Sparta Prag.

Fußball: Torwart Čech knackt Premier-League-Rekord an Spielen ohne Gegentor

Fußball-Torhüter Petr Čech hält seit Montag den Rekord der meisten Spiele in der englischen Premier League ohne Gegentor. Beim 2:0-Sieg seines Vereins Arsenal London gegen Bournemouth gelang Čech zum 170. Mal, seinen Kasten sauber zu halten. Den bisherigen Rekord von 169 Zu-Null-Spielen hatte Čech zwei Wochen lang gemeinsam mit David James inne.

Petr Čech ging 2004 in die Premier League zu Chelsea London. Nach 333 Spielen für die „Blues“ wechselte der tschechische Nationaltorhüter im Sommer zum Lokalrivalen Arsenal.

Biathlon: Soukalová und Moravec Zweite auf Schalke

Die Biathleten Ondřej Moravec und Gabriela Soukalová sind bei der World Team Challenge in Gelsenkirchen auf Platz zwei gefahren. Schneller als das tschechische Duo waren am Montag nur die Franzosen Marie Dorin-Habert und Martin Fourcade. Dritte bei der Show-Veranstaltung wurden die Deutschen Vanessa Hinz und Simon Schempp. Vor 40.000 Zuschauern war es die 14. Auflage der World Team Challenge in der Arena des Fußball-Bundesligisten Schalke 04. Weltcup-Punkte gab es bei dem mit 156.000 Euro dotierten Event nicht.

Ski alpin: Strachová bei Weltcup-Slalom in Lienz auf fünftem Rang

Beim Slalom-Weltcup in Lienz ist Šárka Strachová am Dienstag auf den fünften Platz gefahren. Damit kam die 30-jährige Tschechin in allen vier bisherigen Slalomwettbewerben in die Top Ten. Es siegte die Schwedin Frida Hansdotter vor Wendy Holdener aus der Schweiz und der jungen Slowakin Petra Vlhová. Nach dem ersten Lauf hatte Šárka Strachová noch auf dem vierten Rang gelegen.

In Tschechien fallen weitere Temperaturrekorde

Auch am Montag fielen in Tschechien vielerorts Temperaturrekorde. Wie das Hydrometeorologische Institut mitteilte, wurden an 42 von 166 Messstationen neue Höchstwerte für den 28. Dezember gemessen. Das Wetter wird an diesen Stationen mindestens seit 20 Jahren erfasst. Am wärmsten war es mit 12,8 Grad im südböhmischen Husinec. Der bisherige Rekord von 12 Grad datierte auf das Jahr 1947. Mehr als 12 Grad und damit neue Höchstwerte zeigte das Thermometer unter anderem in Moravské Budějovice / Mährisch Budweis, Rožmitál pod Třemšínem, in Příbram und in Prag. Das warme Wetter, das über Weihnachten für Temperaturrekorde gesorgt hat, endet am Dienstag. In den nächsten Tagen setzt nach Auskunft des Wetterdienstes eine merkliche Abkühlung ein.

Das Wetter am Mittwoch, 30. Dezember

Nach der Auflösung örtlicher Frühnebelfelder ist es am Mittwoch in Tschechien meist sonnig. Im mährischen Landesteil kann sich aber auch über den Tag örtlich zäher Hochnebel halten. Es wird kälter als noch zuletzt. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei Werten zwischen -1 und 3 Grad Celsius, in Höhenlagen um 1000 Meter maximal -2 Grad Celsius. Im Böhmerwald und im Erzgebirge ist bis zu 1 Grad Celsius möglich.