Täglicher Nachrichtenüberblick

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VW-Skandal: Verkehrsminister Ťok für verbindliche Rückrufaktion in Tschechien

Tschechien wird wahrscheinlich wie Deutschland eine verbindliche Rückholaktion von Wagen des Volkswagenkonzerns anordnen. Die Umrüstung von Autos, in denen die Betrugssoftware für Abgasmessungen installiert wurde, könnte im Frühling kommenden Jahres stattfinden. Dies sagte Verkehrsminister Dan Ťok nach Gesprächen in Berlin. Er könne sich nicht vorstellen, dass Tschechien in dem Fall anders vorgehe als Deutschland, so der Minister. Betroffen wären rund 40.000 Wagen von VW, Audi und Seat sowie 106.000 Modelle der tschechischen Volkswagen-Tochter Škoda. Ťok war am Mittwoch von seinem deutschen Amtskollegen Alexander Dobrindt empfangen worden.

Tschechien will 500 Facharbeiter aus der Ukraine ins Land holen

Tschechien will 500 IT-Experten und technische Fachkräfte aus der Ukraine ins Land holen. Dafür sollen Arbeitsvisa beschleunigt ausgestellt werden. Den entsprechenden Plan haben Premier Bohuslav Sobotka und Außenminister Lubomír Zaorálek (beide Sozialdemokraten) am Mittwoch in Prag vorgestellt. Sollte sich das Projekt bewähren, könnten zukünftig weitere gefragte Fachkräfte in das Projekt einbezogen werden. Innerhalb eines halben Jahres soll Arbeitsministerin Michaela Marksová (Sozialdemokraten) eine entsprechende Analyse des Arbeitsmarktes ausarbeiten. Wie Außenminister Zaorálek erläuterte, stellten die tschechischen Arbeitgeber gerne ukrainische Beschäftigte an. Angedacht ist zudem, das Projekt auf qualifizierte Arbeitnehmer aus weiteren Ländern wie beispielsweise der Mongolei und Usbekistan auszudehnen.

Atomaufsicht kritisiert „Outsourcing“ bei AKW-Betreiber ČEZ

Die Leiterin der tschechischen Atomaufsichtsbehörde hat das Maß an externen Dienstleistungen beim AKW-Betreiber ČEZ kritisiert. Der Energiekonzern habe es „mit dem Outsourcing übertrieben“, sagte Dana Drábová der Zeitung „Lidové noviny“ (Mittwoch). Im atomaren Bereich müsse man dabei vorsichtig und konservativ vorgehen, forderte sie. Konkret bemängelte Drábová, dass selbst technische Kontrollen ausgelagert würden. Als Negativbeispiel führte sie die Untersuchung einer Schweißnaht an einer Wasserleitung im Atomkraftwerk Dukovany an. Dass eine Firma Röntgenbilder liederlich mache oder sogar fälsche, habe sie eigentlich nicht für möglich gehalten, sagte die Atomphysikerin. Der Betreiberkonzern wies die Kritik zurück und verwies darauf, dass alle Dienstleister staatlich zertifiziert seien.

Derzeit wird der erste Block des Atomkraftwerks Dukovany genauer untersucht. Bis zum Jahresende müssen die Behörden entscheiden, ob die Betriebsgenehmigung für den 30 Jahre alten Reaktor verlängert wird.

Tschechischer PEN-Klub kritisiert Präsident Zeman

Der tschechische PEN-Klub kritisiert Staatspräsident Miloš Zeman wegen seiner negativen Äußerungen über Flüchtlinge. Mit seinen Erklärungen schüre Zeman Ängste in der Öffentlichkeit, schreiben Vertreter des PEN-Klubs in einem offenen Brief. Der Präsident sorge mit seinen gefährlichen und vereinfachenden persönlichen Meinungen auch im Ausland für Empörung und trage zum negativen Bild der Tschechischen Republik bei, so die Vertreter des PEN-Klubs. In dem Schreiben kritisieren sie zudem die herablassende Haltung des Staatsoberhauptes gegenüber Intellektuellen und Akademikern.

Tschechische Polizei verhaftet Geldfälscherbande

Die tschechische Polizei hat eine internationale Bande von Geldfälschern zerschlagen. Gegen insgesamt fünf mutmaßliche Täter wird in Tschechien ermittelt, gegen den Rest in der Slowakei. Die Bande soll Euro-Banknoten und Kronen im Großen gefälscht haben. Dies teilte die Oberstaatsanwaltschaft in Olomouc / Olmütz mit. Die Polizeieinheit zur Bekämpfung organisierten Verbrechens nahm die Verdächtigen bei einer Razzia zu Ende vergangener Woche fest. Bei einem Schuldspruch drohten ihnen bis zu 16 Jahre Haft, sagte der zuständige Staatsanwalt Roman Kafka.

Tschechische Bahnen planen 110 weitere Verbindungen

Die Tschechischen Bahnen (České drahy) werden im Winterfahrplan insgesamt 110 weitere Verbindungen anbieten. Dies berichtete die Presseagentur ČTK. Hinzukommen vor allem Züge nach Polen, zwischen Prag und Brno / Brünn sowie im Einzugsgebiet der tschechischen Hauptstadt. Im Schnitt betreiben die Bahnen je Tag 8900 Verbindungen. Der neue Fahrplan tritt am 13. Dezember in Kraft.

FC Schalke 04 spendet für Flüchtlinge in Tschechien

Der deutsche Fußballverein FC Schalke 04 spendet für Flüchtlinge in Tschechien. Dies teilte die deutsche Botschaft in Prag mit, die diplomatische Vertretung hat die Spendenübergabe vermittelt. 30 Kisten mit Kleidung, Spielsachen, Sport- und Hygieneartikeln sollen am Donnerstag der tschechischen „Organisation für Flüchtlingshilfe“ (Organizace pro pomoc uprchlíkům, OPU) überreicht werden. Damit möchte der Verein auf „schnelle und unkomplizierte“ Art bedürftige Flüchtlinge unterstützen. Auch in Deutschland hat sich der Klub bereits in ähnlicher Weise engagiert. Schalke 04 bestreitet am Donnerstagabend bei Sparta Prag ein Gruppenspiel der Europa League.

Prag schenkt dem ukrainischen Mariupol Straßenbahnen

Die Stadt Prag schenkt wahrscheinlich einige Straßenbahnen vom Typ T3 der ukrainischen Stadt Mariupol. Über die Zahl der Straßenbahnen und die technischen Details werde noch verhandelt, sagte ein Unternehmenssprecher. Initiiert wurde die Schenkung vom Europaabgeordneten Pavel Svoboda. Der Christdemokrat hatte im Sommer nach seinem Besuch in Mariupol gesagt, dass die ukrainische Stadt dringend Hilfe brauche. Mariupol sei belagert und niemand wolle Geld in eine Stadt investieren, die morgen in russische Hände fallen könnte, so Svoboda.

Tagebuch des Heydrich-Attentäters Kubiš in Opava ausgestellt

Das Tagebuch von Jan Kubiš, einem der Heydrich-Attentäter, ist seit Dienstag im Schlesischen Landesmuseum in Opava / Troppau zu sehen. Das Exponat gehört zur Ausstellung „Neklidné století“ (Das unruhige Jahrhundert). Zudem wird im Museum der Orden des Weißen Löwen gezeigt, mit dem der Widerstandskämpfer posthum vom tschechoslowakischen Staatspräsident Ludvík Svoboda ausgezeichnet wurde. Kubiš ist mit Opava durch seine Militärkarriere verbunden, er diente dort beim 34. Infanterieregiment. Jan Kubiš hat in seinem Tagebuch die Ereignisse seit seiner Ankunft im Exil in Großbritannien beschrieben bis zu den Augenblicken kurz vor dem Attentat.

Zwei Fallschirmspringer, die von der tschechoslowakischen Exilregierung entsandt waren, führten am 27. Mai 1942 das Attentat auf Reinhard Heydrich aus. Der stellvertretende Reichsprotektor erlag einige Tage später seinen Verletzungen.

Eishockey: Sparta Prag und Litvínov siegen im Achtelfinale der Champions League

In den Hinspielen des Achtelfinals der Champions League im Eishockey (CHL) haben die tschechischen Teams zwei Siege und eine Niederlage verbucht. Jeweils vor heimischem Publikum gewannen am Dienstagabend Sparta Prag gegen Kärpät Oulu mit 4:2 und der HC Verva Litvínov gegen Frölunda Göteborg mit 2:1. Der Extraliga-Spitzenreiter Bílí Tygři Liberec unterlag hingegen zu Hause dem HC Davos mit 3:5. Die Rückspiele, bei denen alle drei Teams auswärts antreten müssen, finden in einer Woche statt.

Das Wetter am Donnerstag, 5. November

Nach der Auflösung örtlicher Frühnebelfelder ist es am Donnerstag in Tschechien meist wolkig. Im Nordosten des Landes kann es örtlich auch heiter sein, ansonsten kommt nur vereinzelt die Sonne durch. Mancherorts hält sich Hochnebel. Die Tageshöchsttemperaturen steigen auf Werte zwischen 10 und 14 Grad Celsius, unter der Nebeldecke werden maximal 6 Grad erreicht. In den Bergen bis zu 10 Grad Celsius.