Täglicher Nachrichtenüberblick
Tschechien verzichtet auf Klage gegen Flüchtlingsquote
Tschechien wird doch nicht vor dem Europäischen Gerichtshof gegen die EU-Flüchtlingsquoten klagen. Premier Bohuslav Sobotka betonte am Mittwoch in Prag, Europa dürfe bei der Lösung der aktuellen Krise nicht zerfallen. Er wolle daher die Spannungen nicht mit Klagen weiter steigern, sagte der Sozialdemokrat. Die EU-Innenminister hatten am Dienstag die Umverteilung von 120.000 Flüchtlingen in Europa beschlossen. Dabei wurden die Quotengegner Tschechien, Slowakei, Ungarn und Rumänien überstimmt. Sobotka fügte hinzu, dass auf die EU weitere Kämpfe warteten „für ein realistisches Vorgehen in der Migrationskrise“.
Tschechische Armee probt Bau eines Zeltlagers für Flüchtlinge
Wegen einer möglichen Flüchtlingswelle auch in Tschechien probt die Armee des Landes derzeit den Bau eines Zeltlagers. Wie Verteidigungsminister Martin Stropnický (Partei Ano) am Mittwoch im Senat sagte, soll das Lager innerhalb von drei Tagen auf einem Militärgelände in Mähren entstehen. Gedacht ist es für 450 Menschen. Stromanbindungen sind genauso vorgesehen wie Sanitäranlagen, eine Küche und ein ärztliches Zentrum.
VW-Skandal: Betrugs-Software auch in Autos von Škoda
Der Skandal bei Volkswagen um manipulierte Abgaswerte betrifft auch Škoda. Dies bestätigte der tschechische Autohersteller am Mittwoch. Demnach soll die VW-Tochter die Software, um Abgasmessungen zu manipulieren, in die Modelle Fabia, Roomster, Octavia und Superb montiert haben, und zwar in den Jahren 2009 bis 2013. Wie ein Škoda-Sprecher sagte, prüfe man gerade, wie viele Autos insgesamt betroffen seien.
Der VW-Skandal hatte am vergangenen Freitag in den USA begonnen. Die amerikanische Umweltbehörde verkündete, dass Volkswagen in seinen Diesel-Modellen eine illegale Software eingebaut habe, mit der bei Messungen der Abgasausstoß auf einen Bruchteil reduziert wird. Die US-Regierung hat deswegen den deutschen Konzern angewiesen, rund eine halbe Million Wagen zurückzurufen.
Regierung billigt Haushaltsentwurf für 2016
Die tschechische Regierung hat den Haushaltsentwurf für 2016 verabschiedet. Das Staatsdefizit soll demzufolge bei 70 Milliarden Kronen (2,6 Milliarden Euro) liegen. Der Entwurf rechnet mit Sonderausgaben in Folge der aktuellen Migrationswelle. Die Gehälter im öffentlichen Sektor werden um drei Prozent angehoben. Seine Regierung erfülle mit dem Entwurf ihre Verpflichtungen und setze ihre Vorhaben um, sagte Premier Bohuslav Sobotka (Sozialdemokraten). Das Kabinett unterstütze Beschäftigung, Investitionen, Industrie, die Sicherheit der Bürger und öffentliche Dienstleistungen, gleichzeitig senke es aber das Defizit, so der Ministerpräsident.
Tschechien hilft Afghanistan bei der Drogenprävention
Tschechien wird Afghanistan bei der Drogenprävention helfen. Das Beratungszentrum „Podané ruce“ schickt zum fünften Mal seine Spezialisten in das Land am Hindukusch. Diese sollen in Afghanistan ein Team von Sozialarbeitern aufbauen. Das Projekt wird finanziert vom tschechischen Außenministerium und soll bis 2017 laufen. Schwerpunkt sind die Hauptstadt Kabul und Umgebung. Afghanistan ist einer der größten Produzenten von Mohn, aus dem Heroin hergestellt wird. Im Land selbst sind rund eine halbe Million Menschen von Drogen abhängig. In den letzten Jahren wurde dort Opium von Heroin abgelöst.
Chef der Präsidialkanzlei erhält keine Sicherheitsfreigabe
Vratislav Mynář, der Chef der Kanzlei von Staatspräsident Miloš Zeman, erhält nicht die höchste Sicherheitsfreigabe. Wie die Tageszeitung „Právo“ in ihrer Mittwoch-Ausgabe berichtet, habe die nationale Sicherheitsbehörde (NBÚ) den entsprechenden Antrag Mynářs abgelehnt. In den Medien wird darüber spekuliert, dass Mynářs Kontakte zu kontroversen Unternehmern die Ursache sein könnten. Der Kanzleramtschef hat diese Informationen wiederholt zurückgewiesen. Präsident Zeman hatte früher erklärt, dass Mynář aus dem Amt scheiden müsse, sollte er die Sicherheitsfreigabe nicht bekommen. Eine aktuelle Erklärung des Staatspräsidenten liegt noch nicht vor.
Vratislav Mynář hatte die Sicherheitsfreigabe erst nach mehreren Monaten im Amt, im Dezember 2013 beantragt. Die eigentliche Überprüfung begann ein Jahr später.
Erste direkte Fluglinie verbindet Prag und Peking
Die erste direkte Flugverbindung zwischen Tschechien und China ist gestartet worden. Am Mittwochvormittag landete eine Boeing-Maschine der chinesischen Fluggesellschaft Hainan Airlines auf dem Václav-Havel-Flughafen in Prag. Die direkte Flugverbindung beweise, dass die tschechische Regierung die Beziehungen zu China verbessert habe, sagte Premier Sobotka am Mittwoch anlässlich der feierlichen Inbetriebnahme der Linie.
Dreimal in der Woche wird ab nun auf der Route zwischen Prag und Peking geflogen. Die Zahl der nach Tschechien reisenden Chinesen hat sich in den letzten fünf Jahren verdreifacht. Im Jahr 2014 besuchten 212.000 Chinesen die Tschechische Republik, was 22 Prozent mehr waren als im Jahr zuvor.
Wählerumfrage von CVVM: Partei Ano würde siegen
Laut der neuesten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts CVVM würde die Partei Ano siegen, fänden derzeit Wahlen statt. Insgesamt 29,5 Prozent der befragten Wähler sagten, sie würden ihr Kreuzchen bei der Partei von Unternehmer und Finanzminister Andrej Babiš machen. Auf dem zweiten Platz landete der derzeitige sozialdemokratische Koalitionspartner mit 25,5 Prozent der Stimmen. Dritte würden die Kommunisten mit 14,5 Prozent. Zudem kämen noch die beiden konservativen Oppositionskräfte Bürgerdemokraten und Top 09 über die Fünfprozenthürde sowie die aktuell mitregierenden Christdemokraten. Die Umfrage wurde zwischen dem 7. und 14. September durchgeführt.
Rad-WM: Eisschnellläuferin Sáblíková sichert sich Start in Rio de Janeiro
Die erfolgreiche tschechische Eisschnellläuferin Martina Sáblíková wird auch bei den Olympischen Sommerspielen um eine Medaille kämpfen können. Am Dienstag gelang ihr bei der Straßen-Rad-WM in Richmond die Qualifikation für Rio im kommenden Jahr. Im Einzelzeitfahren über 30 Kilometer der Frauen belegte Sáblíková den zwölften Platz. Im Ziel fehlten ihr 1,22 Minute auf die Siegerin Linda Melanie Villumsen aus Neuseeland. Die 28-jährige Sáblíková ist dreifache Olympia-Siegerin im Eisschnelllauf.
Tennis: Allertová erreicht in Guangzhou das Viertelfinale
Tennisspielerin Denisa Allertová hat beim WTA-Turnier im chinesischen Guangzhou das Viertelfinale erreicht. Die Tschechin besiegte am Mittwoch in der zweiten Runde Bojana Jovanovski aus Serbien mit 6:3 und 7:5. Für die 22-jährige Sportlerin aus Prag ist es der dritte Viertelfinaleinzug in der Karriere. Allertová, die in der Weltrangliste auf Platz 74 rangiert, wird dabei am Donnerstag unter Umständen auf die zweitplatzierte Rumänin Simona Halep treffen.
Das Wetter am Donnerstag, 24. September
Nach der Auflösung örtlicher Frühnebelfelder ist es am Donnerstag in Tschechien meist heiter bis wolkig. Gegen Abend werden in Ostmähren und Schlesien die Wolken dichter und vereinzelt fällt Regen. Die Tageshöchsttemperaturen steigen auf Werte zwischen 14 und 18 Grad Celsius, im Osten 18 bis 22 Grad. In Lagen um 1000 Meter liegen die Werte bei maximal 10 Grad Celsius, im Altvatergebirge und in den Beskiden bis zu 14 Grad.







