Täglicher Nachrichtenüberblick
Vermisste Tschechen: Delegation aus Diplomaten und Polizisten fliegt nach Beirut
Tschechische Diplomaten und Polizisten fliegen am Dienstagabend in den Libanon, sie wollen dort mehr Informationen über das Verschwinden von fünf Tschechen erhalten. Die Männer werden seit dem 18. Juli vermisst, die libanesischen Behörden vermuten eine Entführung. Zur tschechischen Delegation gehören auch Staatssekretär Jakub Kulhánek vom Außenministerium sowie Robert Šlachta von der Polizeieinheit zur Verfolgung des organisierten Verbrechens. Neben dem Informationsaustausch mit den dortigen Behörden soll ein Besuch von Außenminister Lubomír Zaorálek (Sozialdemokraten) vorbereitet werden, dieser hatte seine Visite auf Bitten seines libanesischen Amtskollegen Dschubran Basil zunächst einmal verschoben. Wegen der komplizierten innenpolitischen Lage im Libanon seien bislang bei den Ermittlungen nur geringe Fortschritte zu verzeichnen, zitierte Zaorálek seinen Amtskollegen.
Spitzenpolitiker rufen Nationalbank auf, Deviseninterventionen zu mäßigen
Die Chefs der beiden Kammern des Parlaments sowie Staatspräsident Miloš Zeman haben die Nationalbank aufgerufen, ihre Deviseninterventionen zu mäßigen. Die Banker sollten nicht zu sehr am Kurs der tschechischen Währung von 27 Kronen je Euro festhalten, heißt es in dem gemeinsamen Aufruf. Die Deviseninterventionen würden die meisten Bürger des Landes schädigen, sagte der Senatsvorsitzende Milan Štěch (Sozialdemokraten) stellvertretend am Dienstag in Lány. Ein Sprecher der Nationalbank ließ wissen, dass man Aussprüche von Politikern nicht kommentieren werde.
Die Nationalbank hält durch die Interventionen den Kurs der Krone niedrig. Im November 2013 hatte sie damit begonnen, aus Angst vor einer Deflation in Tschechien. Durch die relativ schwache Krone sind Importwaren bereits spürbar teurer geworden. Die Nationalbank hatte vor kurzem erneut bekannt gegeben, dass sie die Deviseninterventionen bis Mitte kommenden Jahres fortsetzen wolle.
Tschechien will vermehrt EU-Gelder gegen Trockenheit einsetzen
Im Kampf gegen Trockenheit will Tschechien in den kommenden fünf Jahren mehr als acht Milliarden Euro (fast 300 Millionen Euro) von der EU beziehen. Wie eine Sprecherin des Umweltministeriums am Montag mitteilte, könnten die Gelder unter anderem für die Flutung von Flussbetten und die verbesserte Aufnahme des Regenwassers im Erdboden verwendet werden. Auch die Einrichtung von Teichen und Wasserspeichern soll gefördert werden. Die Antragsfrist für einige der Maßnahmen im Rahmen des Operationsprogrammes „Natürliche Umwelt“ beginnt am Freitag. Beim Umweltministerium bewerben können sich dafür Unternehmer und Kommunen. Während in Tschechien in den letzten Jahren viel Geld in den Hochwasserschutz geflossen ist, bestehen kaum Vorkehrungen gegen lange Dürreperioden.
Feuerwehr bekämpft fast 200 Brände in Tschechien
Die Feuerwehr in Tschechien ist weiterhin im Dauereinsatz. Am Montag bekämpfte sie im ganzen Land 199 Brände, teilte eine Sprecherin der Generaldirektion am Montag mit. Normalerweise rücken die Feuerwehren des Landes täglich etwa 50 Mal aus, um Brände zu löschen. Im südböhmischen Bavorov / Barau stand am Montag ein Feld- und Waldstück mit einer Fläche von 150 Hektar in Flammen. Auch im Kreis Plzeň / Pilsen kämpfen die Feuerwehren gegen Flächenbrände, dort sind zudem Helikopter im Einsatz. Wegen der andauernden Hitze hat der Kreis Mährisch-Schlesien unterdessen Smog-Alarm ausgerufen. Laut den Meteorologen soll die Hitzewelle mit Temperaturen über 35 Grad noch mindestens bis Freitag andauern.
Ex-Außenminister Schwarzenberg erhält Versöhnungsmedaille der Ackermann-Gemeinde
Der ehemalige tschechische Außenminister Karel Schwarzenberg ist von der Ackermann-Gemeinde für sein Engagement in den tschechisch-deutschen Beziehungen geehrt worden. Dies gab die Ackermann-Gemeinde, in der sich sudetendeutsche Katholiken zusammengeschlossen haben, am Dienstag bekannt. Wie der Bundesvorsitzende Martin Kastler (CSU) sagte, führe Schwarzenberg einem vor Augen, dass man die „enge nationale Brille“ absetzen müsse, wenn man „Nachbarschaft, Mitteleuropa und Europa gestalten“ wolle. Schwarzenberg, Vorsitzender der konservativen Partei Top 09, erhielt die Hans-Schütz-Versöhnungsmedaille. Die Medaille erinnert an den ersten Vorsitzenden der Ackermann-Gemeinde.
Prague Pride hat begonnen
Das Festival für sexuelle Minderheiten, die Prague Pride, hat begonnen. Zur Eröffnung des fünften Jahrgangs sang auf der Prager Schützeninsel unter anderem die Schwulenikone Conchita Wurst aus Österreich. Außerdem stand die lesbische Sängerin Aneta Langerová auf der Bühne. Mehrere Tausend Besucher feierten den Auftakt des fünften Festivals der Homo-, Bi und Transsexuellen sowie Transgender. Eine Woche lang steht die Schützeninsel nun im Zeichen der Regenbogenflagge. Bis zum 16. August finden dort und an weiteren Orten in der Stadt Filmvorführungen, Konzerte, Ausstellungen, Sport- und Unterhaltungsveranstaltungen statt. Die Prague Pride endet am Samstag mit einem Umzug, der Pride Parade.
Mobile Klimaanlagen in Tschechien wegen Hitzewelle ausverkauft
Mobile Klimaanlagen sind in Tschechien wegen der Hitzewelle mittlerweile fast ausverkauft. Die Geschäfte erhielten zwar die nächste Lieferung in den kommenden Tagen, danach aber erst wieder im Frühling. Dies berichtete die Presseagentur ČTK. Die Nachfrage nach mobilen Klimaanlagen sei um einige Hundert Prozent gestiegen, sagte eine Sprecherin der Elektronikkette Datart. Wie Marek Ingr von Euronics ergänzte, seien Klimageräte ein Saisonartikel und würden daher nicht in den Lagern gehalten. Laut eigenen Angaben führen die Geschäfte aber noch Ventilatoren im Sortiment.
Eva-Švankmajerová-Retrospektive in Prag eröffnet
Eine umfangreiche Ausstellung in Prag zeigt seit Montag einen Querschnitt durch das Werk von Eva Švankmajerová. Bis zum 4. September sind im Altstädter Rathaus Gemälde und Zeichnungen der surrealistischen Künstlerin zu sehen. Darunter befindet sich auch ein Zyklus, in dem sich Švankmajerová mit den Geschlechterdarstellungen auf berühmten Gemälden auseinandersetzt. Dabei wird aus Botticellis Geburt der Venus ein männlicher Venouš.
Eva Švankmajerová (1940-2005) gehörte zu den bedeutendsten Vertreterinnen des Surrealismus in Tschechien. Die ausgebildete Puppenspielerin war auch als Schriftstellerin tätig und beteiligte sich an den Filmen ihres Ehemannes Jan Švankmajer.
Wegbegleiter nehmen Abschied von Stuntman Jaroslav Tomsa
Bekannte Gesichter aus Film und Theater haben in Prag vom Stuntman Jaroslav Tomsa Abschied genommen. Er war am Dienstag vor einer Woche im Alter von 85 Jahren gestorben. In dieser Welt des Vortäuschens habe es für ihn immer einen festen Punkt gegeben, nämlich die Stuntleute, auf die er sich jederzeit verlassen konnte, sagte Hollywood-Schauspieler Karel Roden am Dienstag in seiner Trauerrede.
Tomsa trat in mehr als 100 Filmen auf und war beteiligt an Produktionen wie „Die Brücke von Remagen“ und „Stalingrad“. Die Verletzungen, die er in seinem Beruf in Kauf nehmen musste, habe er aufgehört zu zählen, hatte der Stuntman einmal in einem Interview gesagt.
Tennis: Kvitová litt am Pfeifferschen Drüsenfieber
Tschechiens Nummer eins im Damentennis, Petra Kvitová, litt im Frühling am Pfeifferschen Drüsenfieber. Wie ein Sprecher der 25-Jährigen in der Nacht zum Dienstag mitteilte, war die Virusinfektion wohl die Ursache für ihre Müdigkeit und längere Spielpausen. Erst im Nachhinein wurden nun bei einer Blutuntersuchung Antikörper gegen die Mononukleose festgestellt. Kvitová könne weiterhin Tennis spielen, stehe aber unter ständiger ärztlicher Aufsicht, so der Sprecher weiter. Die zweimalige Wimbledon- und dreimalige Fed-Cup-Siegerin tritt in dieser Woche beim Tennis-Turnier in Toronto an. In der Weltrangliste der Damen belegt sie derzeit Rang vier.
Drittwärmster Juli seit 1961
Die Meteorologen haben den drittwärmsten Juli in Tschechien seit 1961 registriert. Damals war hierzulande mit der Messung entsprechender Durchschnittstemperaturen begonnen worden. Diesen Juli erreichte die Durchschnittstemperatur 20,2 Grad Celsius, sie lag damit 3,3 Grad höher als im langjährigen Mittel. Seit 1961 waren nur die Jahre 1994 und 2006 wärmer. Dabei wurden im Durchschnitt 21,0 Grad und 21,4 Grad gemessen. Dieses Jahr handelte sich zudem um den fünfttrockensten Juli seit einem halben Jahrhundert.
Das Wetter am Mittwoch, 12. August
Am Mittwoch ist es in ganz Tschechien zunächst sonnig oder leicht bewölkt. Im Laufe des Tages können örtlich die Wolken dann dichter werden, mit vereinzelt Schauern und Gewittern. Es ist weiter heiß bei Tageshöchsttemperaturen zwischen 32 und 36 Grad Celsius. In Höhenlagen um 1000 Meter werden bis zu 28 Grad erreicht.







