Musikalische Zusammenarbeit quer durch Europa: Festival Tschechische Träume

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"Ceske sny" / Tschechische Träume heißt das internationale Kulturprojekt, das 2004 im Rahmen des Jahres der tschechischen Musik ins Leben gerufen wurde. Nach dreijähriger Pause wird in diesen Tagen der zweite Jahrgang der Tschechischen Träume gestartet. Dieses Mal unter dem Motto der musikalischen Zusammenarbeit quer durch Europa. Wenn das Festival am 8. Dezember zu Ende geht, dann werden rund 120 Konzerte in neunzehn europäischen Ländern stattgefunden haben. Bestandteil des auf die Präsentation in den Regionen orientierten Projektes ist das internationale Musikfestival "Concentus Moraviae", das am Donnerstag in Trebic eröffnet wird. Festivaldramaturg Ales Brezina sagte, es sei der Traum jedes Dramaturgen, sich an einem solchen Festival zu beteiligen:

Ales Brezina  (Foto: Autorin)
"Ich habe es so gemeint, dass man nicht jeden Tag von Festivalveranstaltern angesprochen wird, die von Ihnen Dramaturgie für 32 Konzerte verlangen, dabei die Dramaturgie Ihnen vollständig anvertrauen, über die Auswahl von Künstlern mit Ihnen diskutieren und sich dann für Ihre Ideen noch einsetzen. Dies finde ich einmalig. 2004 haben wir das Festival anlässlich des EU-Beitritts Tschechiens gegründet. Später haben wir mit vielen Menschen darüber gesprochen. Und sie fragten uns: Wie kommt es, dass Sie so etwas auch bei uns nicht veranstalten? Als diese Fragen immer häufiger gestellt wurden, haben wir uns gesagt: Warum eigentlich nicht? So kamen wir zum Schluss, aus dem ´Concentus Moraviae´ den tschechischen Teil des internationalen Projektes ´Tschechische Träume´ zu machen."

Einige der Ensembles, die sich während des Festivals vorstellen, sind aus tschechischen und ausländischen Künstlern zusammengesetzt. Wie entstand diese Zusammenarbeit?

"Die ursprüngliche Idee war, dass wir nicht die bekanntesten, etablierten sechzigjährigen Künstler ansprechen, die sich schon durchgesetzt haben, sondern dass wir eher Künstler einladen, die zwar keine Anfänger mehr sind, aber denen immer noch geholfen werden kann und sollte. Von den eingeladenen Teilnehmern würde ich beispielsweise die französisch-amerikanische Cellistin Sonia Wieder-Atherton erwähnen, die sich mit dem Kammerorchester Talich im Rahmen des Eröffnungskonzertes vorstellen wird. Des Weiteren kann ich die Prager Kammerphilharmonie mit dem schweizerischen Dirigenten Kaspar Zehnder oder das Paul Klee Ensemble nennen, das sogar seine Zusammensetzung für das Festival "Concentus Moraviae" etwas geändert hat - eine Hälfte der Musiker sind Schweizer und die andere sind Tschechen. Ich könnte natürlich zwanzig weitere Konzerte erwähnen."

Bis Ende Juni werden im Rahmen des Festivals "Concentus Moraviae" 47 Konzerte an 18 Orten Südmährens erklingen.