Der "Prager Frühling" ist wieder da
Zunächst ein feierliches Eröffnungszeremoniell im Prager Altstädter Rathaus, dann am Abend das Eröffnungskonzert im Beisein von Präsident Vaclav Klaus, seiner Frau Livia und weiterer Ehrengäste. So will es die Tradition zum Auftakt der Internationalen Musikfestspiele Prager Frühling. Ihr 62. Jahrgang hat wie immer am 12. Mai, dem Todestag von Bedrich Smetana, begonnen.
"´Mein Vaterland´ habe ich mein ganzes Leben lang immer wieder dirigiert. Schon als ich noch Student war, aber auch später im Ausland. Für mich ist es natürlich eine große Freude, dass ich wieder zurück bin und ´Mein Vaterland´ zu Hause im Eröffnungskonzert des Prager Frühlings dirigieren darf. Für mich persönlich ist es ein sehr wichtiges Werk."
Am 12. und 13. Mai 1984 erklang "Mein Vaterland" unter Macals Taktstock in Westberlin in der Darbietung der Berliner Philharmoniker. Dieses Erlebnis hätte später in seinem Leben durch kaum etwas anderes überboten werden können, sagte der Chefdirigent der Tschechischen Philharmoniker kürzlich vor Journalisten.
Im Großen und Ganzen sei der Prager Frühling nach wie vor ein typisches Musikfestival, verschließt sich aber auch nicht neuen Dingen. Festivaldirektor Roman Belohor erläutert:
"Dass wir nicht konservativ sind, demonstrieren wir auch mittels verschiedener Programmexkursionen bis an die Grenzen der klassischen Musik, oder manchmal darüber hinaus. Das ist deswegen wichtig, weil wir damit das jüngere und etwas unerfahrenere Publikum davon überzeugen möchten, dass die klassische Musik keineswegs nur ernst ist, wie man sie oft irrtümlich bezeichnet."
Ein buntes dramaturgisches Mosaik - so definiert Belohor das Angebot der Musikfestspiele. Programmprioritäten der einzelnen Festivaljahrgänge ändern sich allerdings nicht wesentlich. Dem Dramaturg Antonin Matzner zufolge gehört dazu vor allem die Präsentation großer symphonischer Orchester, die sich nicht jeder Konzertveranstalter erlauben kann. Zum Beispiel:
"Eines der wichtigsten Orchester, die dieses Jahr zum Prager Frühling kommen, ist das Symphony Orchestra San Francisco. Im Februar dieses Jahres wurde es für die Einspielung von Mahlers 7. Symphonie mit einem Grammy gekürt."
Und Mahlers Werke erklingen in der Darbietung dieses Orchesters auch in Prag.







