Sternstunde der Astronomie: Prager Planetarium bekommt neue Hightech-Kuppel

Prager Planetarium

Das Prager Planetarium wird im Frühjahr nach umfangreichen Sanierungsarbeiten wiedereröffnet. Schon jetzt wurde aber die neue Kuppel fertiggestellt. Sie ist mit 45 Millionen LED-Dioden gespickt und ermöglicht damit eine Sternenshow, die es so wohl nirgendwo anders auf der Welt gibt. Vergleichbaren Institutionen ist das Planetarium in der tschechischen Hauptstadt damit um Lichtjahre voraus.

Das Prager Planetarium im Stromovka-Park wird seit April 2023 umgebaut. Mittlerweile sind die Sanierungsarbeiten vorangeschritten. Der Höhepunkt der Anlage wurde bereits fertiggebaut: die neue Kuppel. Sie macht das Planetarium zu einem der modernsten der Welt. Der Astronom Martin Fuchs erläuterte in den Inlandssendungen des Tschechischen Rundfunks, warum die verbaute Technologie so speziell ist:

Martin Fuchs | Foto: YouTube

„Das Einzigartige ist, dass es sich hier um ein Display handelt. Alle anderen Planetarien auf der Welt verwenden Projektoren, seien das mechanische Apparaturen oder digitale Beamer wie im Kino. Das heißt, das Bild wird nur an die Wand projiziert. Unsere Technik ist im Vergleich damit wirklich eine Revolution, denn das Bild entsteht direkt an der Wand.“

Dieses Bild bietet eine 8K-Auflösung, also wesentlich mehr als die meisten Fernseher. Möglich ist dies durch 45 Millionen kleine Leuchtdioden, die in der Kuppel verbaut wurden.

„Eine Diode ist etwa so groß wie ein Stecknadelkopf. Obwohl überall leuchtende Werbeleinwände sind, etwa in Einkaufszentren, hat es lange gedauert, dass man diese Technik in einem Planetarium verbauen konnte. Das liegt daran, dass die Wand in unserem Fall löchrig sein muss. Die Kuppel besteht also nicht nur aus Millionen stecknadelgroßen Leuchtdioden, sondern auch aus Millionen von Löchern dazwischen.“

Diese Löcher sind dazu da, um eine angenehme Akustik zu erzeugen. Denn andernfalls könnte man dem Astronom zufolge aufgrund der Überakustik in dem Bauwerk kein Wort sprechen – geschweige denn Musik hören.

Genau das soll aber künftig auch in dem Sternentheater möglich sein. Denn Martin Fuchs erläutert:

„Unser Ziel ist es, den Mythos, dass man nur mit der Schulklasse ins Planetarium geht, um etwas über den Nachthimmel zu erfahren, ein wenig zu widerlegen. Natürlich werden solche Exkursionen weiterhin wichtig für uns sein. Wir werden auch künftig Wissenschaft im Allgemeinen und Astronomie im Speziellen bekanntmachen. Aber darüber hinaus haben wir ebenso große Pläne. In der Vergangenheit gab es hier bereits Konzerte, Theatervorführungen und Vorträge zu Technologien. Wir hoffen, dass wir nun weitere Menschen aus diesen Bereichen gewinnen können. Denn die hier verbaute Technologie ist europaweit einmalig – wenn nicht sogar weltweit.“

Bis es aber so weit ist, werden noch einige Wochen vergehen. Denn das Display ist in der Kuppel mit ihren 22 Metern Durchmesser zwar bereits verbaut. Es muss aber noch kalibriert werden. Unterhalb des künstlichen Sternenhimmels werden zudem noch Lichter und Sitze verbaut, und auch das Foyer und die Ausstellungsräume gestaltet man derzeit noch um. Jakub Rozehnal ist der Direktor des Planetariums. Er sagt:

„Von dem Gebäude, das aus den 1960er Jahren stammt, bleibt nur das Gerippe erhalten. Im Einklang mit den Denkmalschutzvorschriften haben wir uns bemüht, den Raum für mehr Besucher zu öffnen. Das heißt, wir werden hier künftig doppelt so viele Menschen begrüßen können.“

Die ersten Schulgruppen werden das sanierte Planetarium im Mai besuchen. Im Juni öffnet die Institution dann auch für die breite Öffentlichkeit.

Autoren: Ferdinand Hauser , Karolína Burdová
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