Tschechiens Armee kooperiert mit Amateurfunkern

Die tschechische Armee hat ihre Zusammenarbeit mit Hobbyfunkern ausgeweitet. Und künftig möchte man auch mit zivilen Drohnenpiloten kooperieren.

Bei einem großen Stromausfall versagen häufig die modernen Kommunikationsnetze. Hobbyfunker hingegen können auch bei Umweltkatastrophen oder kriegerischen Konflikten erreichbar bleiben. Die tschechische Armee arbeitet deshalb seit Neuestem enger mit ihnen zusammen, um im Ernstfall handlungsfähig zu sein.

Vladimír Rajchart ist IT-Experte, Reservist und seit 15 Jahren begeisterter Kurzwellennutzer.

Vladimír Rajchart | Foto: Spojovací vojsko AČR

„Die Funker sagen häufig, dass sie etwa bei einem Stromausfall bereit seien, in bestimmte Orte zu fahren, dort ihre Ausrüstung aufzubauen und die Kommunikation von dort mit einem Krisenstab anderswo zu gewährleisten.“

Vor zwei Jahren hat Rajchart deshalb einen Verein gegründet, der zivile Funkliebhaber und Vertreter der Armee zusammenbringt. Dass der militärische und der zivile Sektor im Bereich der Krisenkommunikation zusammenarbeiten, ist laut Rajchart keine Seltenheit:

„In anderen Ländern gibt es schon länger solch ein Konzept. In Tschechien fehlte das bisher jedoch. Die Beispiele aus dem Ausland zeigen dabei, dass die Kooperation funktioniert und zwar zur beidseitigen Zufriedenheit – eigentlich eine Win-win-Situation. Die Amateurfunker erfahren so nämlich, dass ihre Kenntnisse tatsächlich helfen und gebraucht werden können.“

Und die Armee wiederum begrüßt, dass die Hobbyfunker und ihre Kenntnisse überall im Land verteilt sind. Im April fand nun zum ersten Mal eine gemeinsame Übung von Streitkräften und Funkern statt.

„Wir haben uns ein fiktives Szenario ausgedacht: einen globalen Stromausfall. Die Funkamateure wurden in einzelne Testgruppen auf mehrere Orte in Tschechien aufgeteilt. Von dort nahmen sie dann die Kommunikation auf. Wir waren zuvor auch in Kontakt mit den einzelnen Bürgermeistern, die die jeweiligen Krisenstäbe der Gemeinden einberufen haben.“

Einer der Standorte war ein Stausee in der Nähe von Jablonec nad Nisou in Nordböhmen. „Wir haben dort eine provisorische Zeltstadt errichtet und unsere Antennen ausgefahren. Dann haben wir die Verbindung zu den anderen Stationen aufgebaut“, sagte der Hobbyfunker Ondřej Toral in den Inlandssendungen des Tschechischen Rundfunks.

In Zukunft will die tschechische Armee nicht nur mit Funkern, sondern auch mit Piloten unbemannter Drohnen kooperieren. Laut einem Sprecher der Streitkräfte könnte man insgesamt mit bis zu 20.000 Funkern und Piloten zusammenarbeiten.

Autoren: Ferdinand Hauser , Kateřina Gruntová
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