Steigende Fallzahl: Tschechiens Ombudsstelle hat vor allem Kinderheime im Blick

Der tschechische Ombudsmann für den Schutz der Rechte Einzelner hat im vergangenen Jahr etwa 7450 gemeldete Fälle bearbeitet.

Damit hat sich die Zahl der Untersuchungen erhöht, denn im Jahr zuvor war rund 7000 Eingaben nachgegangen worden. 2024 richtete die Ombudsstelle Beschwerden an knapp 500 Ämter und Behörden, und in 98 Prozent der Fälle wurden die Mängel auch behoben. Diese Bilanz zog Ombudsmann Stanislav Křeček Mitte April in einer Pressekonferenz.

Stanislav Křeček | Foto: Věra Luptáková,  Tschechischer Rundfunk

In den Ermittlungen ging es hauptsächlich um die Aufenthaltsbedingungen für Klienten in verschiedenen öffentlichen Einrichtungen wie etwa psychiatrischen Kliniken oder Gefängnissen. Die meisten Besuche absolvierten die Mitarbeiter jedoch in Kinderheimen. Dabei zeigte sich laut Křeček wiederholt, dass der Staat seinen Aufgaben nicht ausreichend nachkommt. Es gebe zu wenige Mitarbeiter, und es fehle an systematischen Methoden für die Arbeit mit traumatisierten und aggressiven Kindern, so der Ombudsmann.

Das größte Problem dabei seien veraltete Rechtsvorschriften, ergänzte Křečeks Stellvertreter Vít Alexander Schorm. In diesem Punkt sei man sich mit den Leitern der einzelnen Einrichtungen einig, betonte Schorm und führte aus:

„Zwischen den vorgeschriebenen Aufenthaltsarten für die Kinder gibt es keine großen Unterschiede, um auf die spezifischen Bedürfnisse zu reagieren. So kommt es dazu, dass sich Kinder mit unterschiedlichen Bedürfnissen alle unter einem Dach wiederfinden.“

Die Ombudsperson Tschechiens sitzt in Brno / Brünn und wird vom Parlament für eine sechsjährige Amtszeit gewählt. Das Amt führt etwa auch Erhebungen durch, ob öffentliche Gebäude oder Dienstleistungen gut für Menschen mit Behinderung zugänglich sind. Zudem hat es sich die Anwendung einer „menschlicheren“ Amtssprache zum Ziel gesetzt, damit der Staat besser mit den Menschen kommunizieren kann.

Autor: Daniela Honigmann | Quelle: ČTK
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