Newcomer des Jahres Maayan Licht beim Festival Smetanova Litomyšl
Beim Musikfestival „Smetanova Litomyšl“ (Smetanas Litomyšl) wurde am Wochenende Mozarts „Die Hochzeit des Figaro“ aufgeführt. Martina Schneibergová war für Radio Prag International dabei.
Mit einem lange andauernden Beifall und Bravo-Rufen wurden die Künstler am späten Freitagabend nach der Vorstellung von Mozarts „Die Hochzeit des Figaro“ belohnt. Der neue mobile Saal im Schlosshof von Litomyšl war ausverkauft. Die Oper war eine Produktion des Nationaltheaters Brno / Brünn in Zusammenarbeit mit dem Théâtre de Caen, dem Slowakischen Nationaltheater und dem Ensemble 1704. Der Leiter des Ensembles, Václav Luks, hat das Werk musikalisch einstudiert und beim Festival auch dirigiert.
In die Rolle des Cherubino, die häufig eher von einer Mezzosopranistin gesungen wird, schlüpfte dieses Mal der israelische Sopranist Maayan Licht. Der Sänger wurde im Februar dieses Jahres mit dem Oper! Award für den besten Nachwuchskünstler ausgezeichnet. Mit dem Nationaltheater Brünn arbeitete Licht bereits in der vergangenen Spielzeit zusammen, als er die Titelrolle in der Oper „Here I am, Orlando“ von der slowakischen Gegenwartskomponistin Ľubica Čekovská sang. Wie fand er die Zusammenarbeit mit Regisseur Jiří Heřman sowie mit Václav Luks und seinem Ensemble? Maayan Licht dazu:
„Die Arbeit war perfekt. Es war wie ein erfüllter Traum. Bei Jiří, den ich seit ‚Orlando‘ kenne, wusste ich, dass es wunderbar wird. Er ist wirklich ein Genie. Ich fange gerade an, an einer anderen Produktion von ,Die Hochzeit des Figaro‘ in Dortmund zu arbeiten und hatte schon auch ein wenig Befürchtungen. Ich finde die Art und Weise, wie Jiří mit uns arbeitet, aber perfekt. Er ist wirklich sehr offen und hat eine Menge interessanter Ideen. Wenn eine Idee nicht funktioniert, kann er sie gleich durch eine andere ersetzen. Als Sänger vertraue ich ihm vollständig. Václav Luks ist auch fantastisch. Ich habe schon lange davon geträumt, mit ihm zusammenarbeiten zu können. Vor zwei Jahren lernte ich ihn in Glyndenbourne kennen. Damals gab es dort eine Produktion von Händels ,Semele‘, in der ich als Cover dabei war und ihm bei der Arbeit zusehen konnte.“
Mozarts „Figaro“ war erst die zweite Opernvorstellung, die im neuen mobilen Saal bei Smetanas Litomyšl aufgeführt wurde. Maayan Licht ist in der gleichen Produktion bereits im Theater in Brno aufgetreten. Ihm gefalle die Akustik in Litomyšl, sagte Licht im Interview. Und die Atmosphäre sei super:
„Ich konnte das Publikum hören. Ich weiß nicht, ob es aufmerksamer war als in Brünn, aber ich habe mich hier nicht vom Publikum getrennt gefühlt. Ich habe es wirklich wahrnehmen und einen Energiekreis mit den Menschen kreieren können. Das habe ich genossen. Die Bühne hier ist schön, nur ist der Raum etwas kleiner als im Theater in Brünn. Da musste ich vorsichtig sein, um nicht einen Schritt hinunter in den Orchestergraben zu machen.“
Mayan Licht spezialisiert sich auf Barockopern. Auf die Frage nach einer Traumrolle sagte er:
„Das wäre bestimmt Cleopatra in ,Giulio Cesare‘ von Händel – ich warte auf einen verrückten Regisseur, der das inszenieren wird. Das wäre wirklich eine Traumrolle. Und ich habe Achille in Porporas ,Ifigenia in Aulide’ letztes Jahr in Bayreuth gesungen. Das war auch eine Traumrolle.“
Das Festival ,Smetanova Litomyšl‘ findet noch bis zum 6. Juli statt. Für einige Veranstaltungen gibt es noch Restkarten.














