Stiller Helfer von Miloš Forman: Vor 30 Jahren starb Jaroslav Papoušek
An diesem Sonntag ist es genau 30 Jahre her, dass mit Jaroslav Papoušek ein tschechischer Filmemacher starb, der die revolutionäre tschechoslowakische Neue Welle mitbegründet hatte.
Sein Name ist in der Welt nicht so bekannt, wie die von Miloš Forman oder Ivan Passer. Doch war es gerade Jaroslav Papoušek (1929–1995), der einen ausschlaggebenden Anteil an deren frühen Filmen hatte, die daraufhin internationale Anerkennung gewannen. Papoušek schrieb die Drehbücher für „Lásky jedné plavovlásky“ („Die Liebe einer Blondine“) von 1965 oder auch für „Hoří, má panenko“ („Der Feuerwehrball“) von 1967.
Beide Filme waren Regiearbeiten von Forman, und bekamen eine Oscarnominierung. Sie wurden zu Klassikern des europäischen Autorenkinos. Gemeinsam mit Forman und Passer bildete Papoušek ein kreatives Trio, das mit Weitblick und sanfter Ironie die Absurditäten des Lebens in der sozialistischen Tschechoslowakei darstellte.
Künstler mit vielen Talenten
Jaroslav Papoušek war aber nicht nur Drehbuchautor. Er hatte an der Prager Akademie Bildhauerei studiert. Außerdem malte er, zeichnete Karikaturen und schrieb Prosa. Seine Werke, die häufig von der südböhmischen Landschaft inspiriert waren, werden auch nach seinem Tod noch öffentlich gezeigt – so etwa 2020 in der Ausstellung „Beze stínů“ (Ohne Schatten) in der Prager Galerie kritiků.
In der Heimat geblieben
Im Unterschied zu Forman und Passer emigrierte Papoušek angesichts der gesellschaftlichen Verhältnisse nicht in die USA, sondern blieb in der Tschechoslowakei. Auswanderungsangebote lehnte er ab. Er begründete dies mit einer engen Verbindung zu Familie, Sprache und Land. Der politische Druck führte aber zu Papoušeks Rückzug aus der Filmkunst. Seit den 1970er Jahren widmete er sich der Malerei. Jaroslav Papoušek starb am 17. August 1995 im südmährischen Čimelice.
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