Strenger Vater und vorlauter Bub: Spejbl und Hurvínek vor 80 Jahren in Prag eingebürgert
Das Theater Spejbl und Hurvínek ist eines der ältesten professionellen Marionettentheater der Welt. Es entstand vor 95 Jahren in Plzeň / Pilsen, und am 12. Oktober feiert es 80 Jahre seit seinem Umzug nach Prag. Die beiden Kultfiguren – der strenge Vater Spejbl und sein neugieriger und vorlauter Sohn Hurvínek – sind schon lange zu einem Symbol des tschechischen Humors und der Puppenspielkunst geworden. Sie haben die Herzen der Zuschauer nicht nur in ihrer Heimat, sondern auch im Ausland erobert.
Der Puppenspieler und Satiriker Josef Skupa gründete das Theater 1930 in der westböhmischen Stadt. Nach dem Krieg zog das Ensemble nach Prag um, wo es bis heute angesiedelt ist. Im März dieses Jahres wurden Spejbl und Hurvínek ins Grandhotel International ausgelagert, weil ihre ständige Heimstatt im Prager Stadtteil Dejvice umfangreich renoviert wird.
Die Figur des Spejbl entstand schon 1920 als Karikatur eines Kleinstadtbewohners, Hurvínek kam erst sechs Jahre später hinzu. Seitdem haben beide viele Abenteuer erlebt – ob auf der Bühne, im Radio, im Fernsehen oder mittlerweile auch in der digitalen Welt.
Sehr beliebt in der DDR
Spejbl und Hurvínek sind nicht nur tschechisches Kulturgut, sie haben auch 34 Länder auf vier Kontinenten besucht. Schon 1929 gab es Auftritte in Frankreich, später in Belgien, Ägypten, Indien, Japan oder Mexiko. Besonders beliebt sind sie im deutschsprachigen Raum. Vor allem in der DDR hatte das Theater zahlreiche Gastspiele – und es nahm Hörspiele für Schallplatte und Kassette auf Deutsch auf. Der Humor des holzgeschnitzten Vater-Sohn-Paares beruht auf Wortspielen, Situationskomik und dem Generationenkonflikt – und dieser ist allgemein verständlich.







