Glasperlen als Wasserreiniger: Tschechische Forscher suchen Partner für Umsetzung in der Praxis
Die Technologie SolarDecont nutzt das Prinzip der Photokatalyse und vereint Nachhaltigkeit, Recycling und Sonnenenergie in einer einfachen Lösung für saubereres Wasser.
Auf der Oberfläche schwimmende Glaskugeln können zu einem neuen Werkzeug für die Abwasserreinigung werden. „Unser Ziel war es, einen Weg zu finden, die natürliche Sonnenstrahlung zu nutzen, um Wasser kostengünstig, schonend und langfristig zu reinigen“, sagt Lenka Belháčová. Sie leitet ein Team am J.-Heyrovský-Institut für Physikalische Chemie der tschechischen Akademie der Wissenschaften, das die Technologie SolarDecont entwickelt hat.
Die Methode beruht auf dem Prinzip der Photokatalyse – einem Prozess, bei dem Licht ein spezielles Halbleitermaterial (Titandioxid) aktiviert, das organische Schadstoffe durch einen physikalisch-chemischen Prozess in unschädliche Produkte wie Kohlendioxid und Wasser aufspaltet. Innovativ ist, dass der Photokatalysator auf winzigen Perlen aus recyceltem Schaumglas aufgebracht wird. Sie werden auf die Wasseroberfläche geschüttet, wo die Sonnen- oder künstliche Strahlung zur Aktivierung der photokatalytischen Reaktion genutzt wird. Die Kügelchen sind leicht, langlebig und ungiftig. Durch die Nutzung des Sonnenlichts wird der Energieverbrauch gesenkt. „Wir haben ein gutes Gefühl, etwas entwickelt zu haben, das Wissenschaft, Ökologie und Kreislaufwirtschaft verbindet. Es funktioniert, es nutzt Abfallrohstoffe und ist gleichzeitig umweltfreundlich“, fügt Lenka Belháčová hinzu.
Bei Labortests konnte SolarDecont eine Vielzahl von Substanzen entfernen: Pestizide, Antibiotika, organische Lösungsmittel und Hormonstörer. Das Forschungsteam sucht nun nach Partnern für Tests unter realistischen Bedingungen. „Das Produkt ist bereit für den praktischen Einsatz. Wir möchten mit Unternehmen oder Institutionen zusammenarbeiten, die sich mit der Wasseraufbereitung befassen, und unsere Forschung in Richtung von Pilotprojekten vorantreiben“, schließt Lenka Belháčová.
Der Prototyp wurde in Zusammenarbeit mit dem Institut für anorganische Chemie der tschechischen Akademie der Wissenschaften und dem tschechischen Unternehmen SChem sowie mit Wissenschaftlern von der Universität Hanoi entwickelt.







