Strompreise in Tschechien weiterhin die höchsten in der EU
Die Strompreise für die Privathaushalte in Tschechien sind auch in der ersten Hälfte dieses Jahres die höchsten in der gesamten Europäischen Union gewesen. Die tatsächlichen Kosten werden vom Europäischen Statistikamt (Eurostat) regelmäßig im Kaufkraftstandard (KKS) ermittelt, sodass sie vergleichbar sind.
Laut Eurostat lag hierzulande im betroffenen Zeitraum der Preis für 100 Kilowattstunden elektrische Energie bei 39,2 KKS, gefolgt von Polen (35 KKS) und Italien (34,4 KKS). Am wenigsten mussten die Menschen in Malta bezahlen, und zwar 13,7 KKS, auch Ungarn (15 KKS) und Finnland (18,7 KKS) bieten vergleichsweise billige Versorgung mit Strom.
„Hauptgrund für die teure elektrische Energie in Tschechien im Kaufkraftstandard ist die Kombination aus hohen Netzentgelten und hohen Steuern mit einem niedrigen Lohnniveau im Vergleich zu Westeuropa“, erläuterte der Analytiker der Investmentgesellschaft XTB Tschechien, Jiří Tyleček, gegenüber der Presseagentur ČTK.
Laut dem Experten geben die tschechischen Privathaushalte deswegen einen höheren Anteil ihres Einkommens für Strom aus, obwohl sich die Marktpreise für dieses Gut nicht sonderlich von denen in anderen EU-Ländern unterscheiden.
Die Verbraucher hierzulande könnten allerdings in absehbarer Zeit entlastet werden. Denn die entstehende mögliche nächste Regierung will die Strompreise senken, indem der Staat die EEG-Umlage übernimmt und aus dem Haushalt begleicht. Dies hatte Karel Havlíček, Wirtschaftsexperte und stellvertretender Vorsitzender der Partei Ano, am Dienstag in einem Interview für die Inlandssendungen des Tschechischen Rundfunks angekündigt. Seinen Worten nach soll die entsprechende Änderung schon zu Beginn kommenden Jahres in Kraft treten. Dadurch würden die Strompreise im Schnitt um zehn Prozent sinken, so Havlíček.







