Großhandelsstrompreise so hoch wie seit 2008 nicht mehr

Die Großhandelspreise für Strom in Tschechien sind so hoch wie schon lange nicht mehr. So wird eine Stromlieferung für das nächste Jahr derzeit an der Prager Energiebörse für 94 Euro pro Megawattstunde (MWh) gehandelt.

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Dieser Preis übertrifft damit den bisherigen Rekord vom 1. Juli 2008, als er 90 Euro pro MWh erreichte. Unter Hinweis auf die Daten der mitteleuropäischen Energiebörse Power Exchange Central Europe (PXE), gab dies der halbstaatliche Energiekonzern ČEZ am Dienstag auf Twitter bekannt.

Die Analysten sind sich einig, dass die Großhandelspreise für Strom vor allem in die Höhe getrieben werden durch die Rekordpreise für die Emissionsrechte, die Kohlekraftwerke oder Industrieunternehmen pro Tonne Kohlendioxid (CO2) zahlen, die in die Atmosphäre geht. Der Preis für die Emissionsrechte in der Europäischen Union überstieg in der vergangenen Woche erstmals die Marke von 60 Euro pro Tonne. Aktuell liegt der Preis nach Angaben der Börse Intercontinental Exchange (ICE) bei rund 62 Euro pro Tonne.

Jiří Gavor | Foto:  ČT24

„Nach einem so schnellen und starken Anstieg der Großhandelsstrompreise sollte eine Korrektur folgen, aber niemand weiß, wann und in welcher Höhe sie eintreten wird“, sagt ENA-Analyst Jiří Gavor am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur sagte ČTK. Neben den Zertifikaten ist laut Gavor auch teures Erdgas zu einem Haupttreiber des Anstiegs der Börsenstrompreise geworden. „Dort besteht aber zumindest die Hoffnung, dass Gazprom nach der Inbetriebnahme der Gaspipeline Nord Stream 2 erhöhte Liefermengen an den Markt abgibt, was den Gaspreis etwas nach unten drücken wird. Leider steht jedoch fest, dass das Ende dieses Jahres von höheren Preisen für die Endkunden aller Energiearten geprägt sein wird“, ergänzte Gavor.

Autor: Lothar Martin
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