Bau der Versöhnung: Neue Synagoge in Liberec wurde vor 25 Jahren eröffnet

Die Synagoge ist Teil der regionalen wissenschaftlichen Bibliothek

Vor 25 Jahren, am 9. November 2000, wurde in Liberec ein neues Kapitel der jüdischen Geschichte und auch der Architekturgeschichte der Stadt aufgeschlagen. Im Herzen der nordböhmischen Kreishauptstadt wurde der einzige Neubau einer Synagoge in Tschechien seit dem Zweiten Weltkrieg eingeweiht. Das moderne Gebetshaus befindet sich im Gebäude der Wissenschaftlichen Kreisbibliothek. Es wurde an Stelle der von Nationalsozialisten zerstörten alten Synagoge errichtet, die eine der größten Synagogen Mitteleuropas war.

Foto: Bibliothek Liberec

Die Bibliothek, zu der auch der jüdische Gebetsraum gehört, trägt den Namen „Bau der Versöhnung“. Sie wurde dank der Zusammenarbeit tschechischer und deutscher Institutionen, einschließlich des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds und der deutschen Regierung, errichtet. Der Architekt des Baus ist Radim Kousal vom in Liberec tätigen Atelier SIAL. Das Projekt, das auf einer Kombination von Glas und Metall basiert, wurde 2001 mit dem Preis für den „Bau des Jahres“ ausgezeichnet.

Die Rückkehr

Liberecer Synagoge auf einer zeitgenössischen Postkarte,  um 1910 | Foto: Talmidavi,  public domain

Die alte Synagoge, die bis 1938 an der Stelle des heutigen Baus stand, war ein Neorenaissancegebäude, das ein 39 Meter hoher Turm dominierte. Sie wurde während der Kristallnacht vom 9. auf den 10. November 1938 niedergebrannt. Während des Pogroms, das nicht nur Deutschland, sondern auch das annektierte Sudetenland betraf, wurden neben der Synagoge in Liberec / Reichenberg noch Dutzende weitere zerstört. Von den ursprünglich 1400 jüdischen Einwohnern der Stadt kehrten nach dem Zweiten Weltkrieg nur 37 Menschen zurück, die die Konzentrationslager überlebt hatten.

Der Kirschbaum von Olga Havel vor dem Bau der Versöhnung | Foto: Bibliothek Liberec

Heute hat die jüdische Gemeinde in Liberec etwa 60 Mitglieder. In der Synagoge finden Gottesdienste und Feste anlässlich der jüdischen Feiertage statt.

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