Kimchi, K-Pop und Konfuzius – die koreanische Community in Tschechien

Von links: Karoline Richter, Eunjin Baek und Minju Kim

Fast jedes Kind kennt mittlerweile den südkoreanischen Animationsfilm „KPop Demon Hunters“. Mit über dreihundert Millionen Streams ist er der meistgesehene Netflix-Film aller Zeiten. Und neben Korean Pop und Tanz haben längst auch koreanische Restaurants und Geschäfte die Innenstädte von Prag oder Plzeň / Pilsen erobert. Rund 70 südkoreanische Firmen sind derzeit in Tschechien tätig. Schätzungsweise 3000 Expats aus Korea leben hier. Doch wie ergeht es ihnen fernab der Heimat?

Winterball der Mittelschule in Nebušice | Foto: International School of Prague / FB

Die beiden Freundinnen Eunjin Baek und Minju Kim haben mich zum Kimchi-Kochkurs nach Nebušice eingeladen. Nebušice liegt am nordwestlichen Rand von Prag. Etwa 70 südkoreanische Familien leben hier. Ihre Kinder gehen auf die „International School of Prague“ (ISP), die seit 1996 in dem Vorort beheimatet ist.

Während die beiden Koreanerinnen Chinakohl und Chilischoten schneiden, beginnt Eunjin zu erzählen. Sie schildert, wie ihre Mutter und Tante zu Beginn jedes Winters bei ihr zu Hause in Ulsan, einer Großstadt im Südosten von Südkorea, zusammengekommen sind, um Kimchi einzulegen:

Eunjin Baek | Foto: Ekaterina Impe

„Meine Mutter hat den Kohl gesalzen, das heißt, sie hat ihn aufgeweicht und ihm das Wasser entzogen. Dann kam meine Tante zu uns nach Hause, und wir haben gemeinsam Kimchi zubereitet. Dazu gab es immer einen großen Topf mit Schweinefleisch, und während des sogenannten Kimjang, also der traditionellen Herstellung von Kimchi, haben wir gemeinsam gegessen. Das war unsere Zeremonie vor Winterbeginn.“

Kimchi gilt als Grundnahrungsmittel in Korea. Es darf bei fast keiner Mahlzeit als Beilage fehlen. Der Chinakohl wird durch den biologischen Prozess der Fermentation mit Milchsäurebakterien haltbar gemacht. Vitamine und Ballaststoffe bleiben so erhalten. Die Koreaner schätzen Kimchi als Vitamin-C-Lieferant im Winter.

Koreanische Welle „Hallyu“ erfasst Tschechien

Für Jana Chamrová ist es erstaunlich, wie etabliert koreanische Küche und Lifestyle in Tschechien längst sind. Sie ist die Vorsitzende der Tschechisch-Koreanischen Gesellschaft (Česko-korejská společnost). Dank eines Stipendiums konnte sie mehrfach nach Südkorea reisen. Auch die Sprache spricht sie fließend. Die Tschechisch-Koreanische Gesellschaft wurde 1990 in Prag gegründet – sie veranstaltet neben Sprachkursen auch die sogenannten „Korean Days“ mit Street Food, Korean Pop und Tanzshows. Chamrová:

„Die ‚Hallyu‘, die koreanische Welle, ist auch in Tschechien auf dem Vormarsch. Ich persönlich hätte nicht geglaubt, dass sie sich durchsetzen würde, aber das hat sie. Der Durchbruch kam vor etwa zehn Jahren. Vorher waren koreanischer Lifestyle und koreanische Küche eher ein Nischenhobby. Es hat nur eine kleine Gruppe von Leuten interessiert. Aber jetzt wird es zum Mainstream, und viele meiner Nachbarn machen schon ihr eigenes Kimchi – was wirklich unglaublich ist.“

Koreanischer Abend in Prag! | Foto: Tschechisch-koreanische Gesellschaft

Das koreanische Animations-Musical „KPop Demon Hunters“ hat – laut den offiziellen Angaben des Streamingdienstes – als erster Netflix-Film überhaupt die Marke von 300 Millionen Abrufen überschritten. Der Titelsong „Golden“ eroberte die internationalen und auch die tschechischen Charts. Für Jana Chamrová ist die „Hallyu“, also der weltweite Hype um südkoreanische Popkultur, der durch Korean-Pop und Filme wie „Squid Game“ ausgelöst wurde, kein Zufall…

„Korea ist hervorragend im Nation Branding, und dieser Korea-Hype kam ja nicht einfach über Nacht. Die Regierung in Seoul hat viel dafür getan. Sie hat Mühe und auch Geld investiert, um die koreanische Kultur weltweit bekannt zu machen. Wie andere Länder auch hat Tschechien in vielerlei Hinsicht davon profitiert – sei es in den Bereichen Kultur, Sport, Bildung, aber auch mit Blick auf die Zivilgesellschaft. Unter anderem konnten zahlreiche tschechische Studentinnen und Studenten mit Hilfe von wirklich exzellenten Stipendien in Südkorea studieren“, so die Expertin.

Sozialistische Bande mit Nordkorea

Die Geschichte der bilateralen Beziehungen reicht bis ins Jahr 1949 zurück. Die damalige Tschechoslowakei unterhielt enge sozialistische Bande mit der noch jungen Demokratischen Volksrepublik Korea (DPRK). So war sie es, die das weitestgehend isolierte Nordkorea als eines der ersten Länder offiziell anerkannte.

Jana Chamrová | Foto: Karoline Richter,  Radio Prague International

In den frühen 1950er Jahren richtete die Prager Karls-Universität einen eigenen Fachbereich Koreanistik ein. Das Zentrum für Koreanistik ist eines der ältesten seiner Art in Europa. Es unterhält eine umfangreiche Bibliothek mit zahlreichen Publikationen zur Geschichte, Wirtschaft oder Kultur Koreas. Auch Jana Chamrová hat hier studiert:

„Seit den 1950er Jahren, als die Abteilung für Koreanistik an der Karls-Universität eingerichtet wurde, haben sich zwei oder sogar schon drei Generationen von Koreanistik-Experten etabliert. Sie haben alle wichtigen Ressourcen, unter anderem viele Bücher, ins Tschechische übersetzt und die nächste Generation von Studenten für das Land begeistert. Es gab im Übrigen auch zahlreiche Nordkoreaner, die hier in Tschechien studiert haben. Viele diplomatischen Vertreter an der Botschaft des Landes in Prag sprechen fließend Tschechisch. Sie haben hier vielleicht in den 1980er Jahren studiert.“

Noch in den 2000er Jahren waren zahlreiche nordkoreanische Arbeiter in der tschechischen Textilindustrie beschäftigt. Doch nach dem Fall des Eisernen Vorhangs traten allmählich die Beziehungen zu Südkorea in den Vordergrund. Mittlerweile ist das Land einer der wichtigsten außereuropäischen Handelspartner Tschechiens.

Laut CzechInvest sind derzeit rund 70 südkoreanische Firmen im Land tätig, darunter Hyundai Motor Group, Nexen Tire oder Doosan. Südkoreanische Investitionen haben hierzulande über 16.000 Arbeitsplätze geschaffen, vorwiegend in den Bereichen Automobil, Kunststoffverarbeitung und Hightech-Fertigung. Nach Angaben des Migration Policy Institute, einem US-amerikanischen Thinktank mit Sitz in Washington, der sich mit Einwanderungs- und Integrationspolitik befasst, leben derzeit rund 3000 Koreaner in Tschechien. Ich frage Jana Chamrová, ob es für die südkoreanischen Firmen denn einfach sei, Fachkräfte und deren Familien für den Umzug nach Tschechien zu gewinnen?

„Auf jeden Fall. Sie sagen immer, dass mit dem Umzug für sie ein Traum wahr geworden sei. Ich glaube, dass Mitteleuropa für sie nach wie vor ein sehr sicherer Ort ist, an dem man sich wirklich wohlfühlen kann. Die Koreaner lieben unsere Kultur, sie lieben unseren Kaffee, und sie lieben unser Essen und insbesondere, was Familien anbelangt, unsere Lebensart.“

Minju Kim  (links) und Eunjin Baek | Foto: Ekaterina Impe

Soziale Harmonie und Tugendhaftigkeit

Bis heute dominiert in Korea die Lehre des Konfuzianismus. Die Philosophie basiert unter anderem auf den Säulen Moral, soziale Harmonie und Tugendhaftigkeit. Sie betont die Bedeutung der Familie und die Rolle jedes Einzelnen innerhalb der sozialen und staatlichen Ordnung. Auch wenn die junge Generation in Südkorea zunehmend gegen die patriarchalischen Strukturen aufbegehrt, so gehört noch immer viel Mut dazu, seinen eigenen Weg zu gehen.

Foto: Soukromý archiv Ireny Marce

Lange Arbeitszeiten und ein raues Arbeitsklima sind in Südkorea keine Seltenheit. Umso mehr würden sich die zugereisten Familien in Tschechien über ein Plus an Freiheit und Lebensqualität freuen, schildert die Korea-Expertin Chamrová:

„In der Regel schätzen die koreanischen Familien die Work-Life-Balance hier in Tschechien. Aber die 9-bis-5-Uhr-Mentalität ist für sie noch etwas ungewohnt – also die Einstellung, dass ich nach Feierabend auch meine Firma vergesse. In der koreanischen Gesellschaft gibt es nach wie vor ein sehr starkes Pflichtgefühl, für sein Unternehmen zu kämpfen und ihm gegenüber loyal zu sein. Damit einher geht die Überzeugung, dass es eine gemeinsame Vision gibt. Es ist eine sehr strenge Gesellschaft im alten konfuzianistischen Sinne, in der nicht der Einzelne im Vordergrund steht, sondern vielmehr seine Beziehung zur Gemeinschaft. Im Job bedeutet das, dass es als egoistisch angesehen werden könnte, einfach nach Hause zu gehen, wenn ein Projekt noch nicht abgeschlossen ist, sondern erledigt werden muss.“

In den meisten koreanischen Familien in Tschechien seien die Aufgaben klar verteilt, sagt Chamrová. Oft managen die Frauen die Familie und organisieren die Ausbildung der Kinder. Die Väter gehen zur Arbeit. Manche von ihnen pendeln sogar regelmäßig unter der Woche von Prag nach Nošovice in der Nähe von Ostrava / Ostrau und kommen nur am Wochenende nach Hause. In Nošovice betreibt der Autohersteller Hyundai ein großes Werk.

Foto: Soukromý archiv Ireny Marce

Für Jana Chamrová ist klar, dass die Väter etwa den Stress des wöchentlichen Hin- und Herfahrens vor allem der Kinder zu liebe auf sich nehmen. Zwar gibt es in Ostrau eine internationale Schule. Doch die Auslandsschule in Nebušice ist die älteste und die größte ihrer Art in Tschechien. Sie hat einen guten Ruf und bietet einen international anerkannten Schulabschluss an.

„Interessant ist, dass sich koreanische Manager im Gespräch oft eine ausgewogenere Work-Life-Balance wünschen. Sie würden es bevorzugen, mehr Zeit für ihre Familie zu haben. Denn obwohl koreanische Väter so viel Energie in ihre Arbeit stecken, tun sie dies letztlich für ihre Kinder. Sie sind nicht Workaholics, weil sie ihren Job so lieben. Sie tun dies für ihre Familien. So möchten sie ihre Anstrengungen verstanden wissen“, sagt Chamrová.

Ausbildung der Kinder hat Priorität

Der Berufstätigkeit der mitreisenden Ehepartner stehen im Gegenzug häufig die fehlenden Tschechisch- oder Englischkenntnisse im Weg. Ein anderer Hindernisgrund ist der oft relativ kurze Aufenthalt in Tschechien von höchstens drei bis fünf Jahren. Priorität habe in dieser Zeit die Ausbildung der Kinder, in die traditionell viel Geld und auch Energie investiert werde, weiß Chamrová:

„Manchmal sind die Eltern etwas überrascht, dass wir die Kinder hierzulande nicht sonderlich unter Druck setzen. Wir hören oft – und das klingt vielleicht komisch – Beschwerden, dass die Lehrer nicht streng genug seien, dass sie nicht genügend Hausaufgaben aufgeben oder die Schüler nicht ausreichend drillen oder auswendig lernen lassen; oder, dass die Lernmethoden altmodisch und nicht besonders effektiv seien. Viele koreanische Mütter befürchten, dass ihre Kinder nach einer Ausbildung in Tschechien mit den Gleichaltrigen in Südkorea nicht mehr mithalten können.“

Auch für Eunjin und Minju ist es nicht leicht, ihren Alltag in Prag, ihre Familie und ihre Karriere unter einen Hut zu bringen. Eunjin hat Business Management studiert, Minju ist Ingenieurin. Aktuell besucht Minju einen Englisch-Intensivsprachkurs. Eunjin hat einen eigenen Blog, in dem sie über ihren Alltag als Expat in Europa berichtet. Das Interesse in Südkorea an ihren oft witzigen und für ihre Landsleute weitgehend exotischen Geschichten ist groß.

Prag ist ein beliebtes Ziel für südkoreanische Touristen. Laut dem Tschechischen Statistischen Amt (ČSÚ) kamen im Jahr 2024 mehr als 170.000 Besucher aus Südkorea ins Land, sie machen den größten Anteil der Gäste aus Asien aus. Auch Eunjin, ihr Mann und ihre zwei Kinder schätzen ihre Wahlheimat, vor allem aber die Kinderfreundlichkeit ihrer neuen Mitbürger:

„Als ich neu hier war, bin ich mit meinen Kindern das erste Mal mit der alten Straßenbahn gefahren. Und ich habe einen Kinderwagen mitgenommen. Es war mir zwar peinlich, aber alle haben mir geholfen: Sie sind aufgestanden und haben mir ihren Sitzplatz angeboten. Da habe ich gemerkt, dass die Leute hier unglaublich großzügig sind gegenüber Kindern und deren Begleitern. Das hat mich damals sehr beeindruckt. Die Leute haben mir sogar die Tür aufgehalten. Alle sind hier so hilfsbereit, auch gegenüber Menschen mit Behinderung. Man lächelt Kinder an, oder sogar andere Leute. Für einen Koreaner ist das wirklich etwas Besonderes.“

Minju Kim | Foto: Ekaterina Impe

Aber auch die koreanische Community in Nebušice hilft sich gegenseitig aus, wenn Not am Mann ist. Die Familien organisieren Ausflüge oder Nachhilfe- und Musikstunden für die Kinder. Eunjins Freundin Minju erzählt:

„Es ist leicht, mit koreanischen Familien in Prag in Kontakt zu bleiben. Wir chatten über Kakao Talk, das koreanische WhatsApp. Oder wir kaufen zusammen die Zutaten für Kimchi ein und treffen uns, es gibt ja einige koreanische Restaurants in der Stadt.“

Beliebter koreanischer Snack Kimpab

Zutaten für Kimchi Knoblauch Chinakohl Frühlingszwiebel Kaki | Foto: Ekaterina Impe

Für Interessierte oder Freunde haben Eunjin und Minju neben Kimchi- auch schon Kimpab-Kochkurse angeboten. Der koreanische Imbiss Kimpab besteht aus getrocknetem Purpurtang und Reis. Darin eingewickelt werden zum Beispiel Bulgogi, Gurken, eingelegter Rettich oder Omelette. Kimpab ist ein beliebter Snack, bietet sich aber auch als schnelles Mittag- oder Abendessen an.

Mit Blick auf die Zutaten für ihre koreanischen Gerichte müssen Eunjin und Minju durchaus Kompromisse eingehen. Während sie den Kohl fürs Kimchi schneidet, erzählt Eunjin:

Eunjin Baek | Foto: Ekaterina Impe

„Der Chinakohl, den wir hier in Prag bekommen, unterscheidet sich leider sehr von koreanischem Kohl – sowohl was den Geschmack anbelangt, als auch in der Konsistenz. Er ist nicht perfekt, aber wir haben keine andere Wahl, nicht wahr?“

Zutaten für Kimchi Chinakohl Zwiebel Kürbis | Foto: Ekaterina Impe

Minju fügt hinzu, dass koreanischer Kohl, auch „Baechu“ genannt, vom Geschmack her süßer sei. Er habe festere Blätter und eigne sich besser fürs  Fermentieren. Auch nach langem Einlegen bleibe er noch knackig und werde nicht „matschig“.

Vormittags verbringen Eunjin und Munju einige Zeit damit, die Originalzutaten für die heimischen Gerichte in der Innenstadt von Prag zu besorgen. In der Nähe der S-Bahn Haltestelle Můstek finden sich zahlreiche Restaurants und Geschäfte, die authentische koreanische Küche und Lebensmittel anbieten. Manche Läden verkaufen sogar K-Pop-Musikalben und Kosmetika aus der Heimat.

Chinakohl | Foto: Ekaterina Impe

Ich frage Eunjin, wann bei ihr zu Hause normalweise Kimchi auf den Tisch kommt…

„Wir essen Kimchi eigentlich zu jeder Jahres- und Tageszeit. Wissen Sie, meine Kinder mögen Kimchi sehr gerne, sie sind scharfes Essen gewöhnt. Sie kennen Kimchi schon seit ihrer Geburt“, antwortet Eunjin.

Sehnsucht nach dem koreanischen Winter

Mehrmals wöchentlich fliegt die Fluggesellschaft Korean Air von Prag nach Seoul, die Hauptstadt Südkoreas. Der Direktfug dauert mehr als elf Stunden. Er startet am späten Nachmittag und kommt am nächsten Tag gegen Mittag in Seoul an. Für viele Familien ist der Weg zu weit und der Flug zu teuer, um mehr als einmal im Jahr nach Hause zu fliegen. Ich frage Eunjin und Minju, was sie am meisten an ihrer Heimat Korea vermissen.

„Eigentlich vermisse ich meine Heimat gerade jetzt. Im Winter ist es in Tschechien oft so dunkel und grau, und es regnet viel. Ich fühle mich manchmal ein wenig deprimiert. Ich vermisse den Winter in meinem Land. In Korea ist es im Winter zwar auch kalt, aber dafür ist der Himmel blau”, erinnert sich Eunjin.

Minju ergänzt, dass es in Prag eine Schule gebe, die Koreanisch-Unterricht anbiete:

„Man kann sich hier in einer koreanischen Schule einschreiben. Sie unterrichten immer freitagnachmittags: Auf dem Lehrplan stehen Koreanisch, Mathematik und koreanische Geschichte.“

Für die Geschäftsfrau Chamrová hat die erste Generation von jungen Koreanern, die in Tschechien geboren wurden und aufgewachsen sind, einen entscheidenden Vorteil: Sie seien in beiden Kulturen zu Hause. Es gebe schon einige Dutzend von ihnen. Die sogenannten „Tschecho-Koreaner“, wie sie sie nennt, könnten beide Sprachen fließend. Einige von ihnen seien erfolgreich für Unternehmen tätig, etwa als Dolmetscher.

Eunjin Baek | Foto: Ekaterina Impe

Für die koreanische Community in Tschechien würde sich Chamrová wünschen, dass sie öfter ins Gespräch komme mit ihren tschechischen Nachbarn. Ein Kimchi- oder Kimpab-Kochkurs kann das Eis brechen, wie ich aus eigener Erfahrung weiß. Was die tschechisch-koreanische Freundschaft anbelangt, ist die Korea-Fachfrau zuversichtlich:

„Unsere koreanischen Freunde sind heute schon viel offener als früher. Und ich hoffe, dass sich dieser Trend auch in Zukunft fortsetzt. Dass die koreanische Community keine isolierte, geschlossene Gemeinschaft bleibt, sondern dass sie Berührungspunkte mit ihren tschechischen Mitbürgern finden  – sei es mit den Kindern auf dem Spielplatz oder mit den Eltern in der Schule. Dass sie hier sogar eigene Unternehmen gründen. Es hindert sie ja keine historische Last, mit der sie sich auseinandersetzen müssten. Europa und Korea verbinden viele gemeinsame Werte – ich bin überzeugt davon, dass wir sie auch in Zukunft lebendig halten können.“

Die Tschechisch-Koreanische Gesellschaft (Česko-korejská společnost) bietet Koreanisch-Sprachkurse an, veranstaltet aber auch Konferenzen, Konzerte oder die sogenannten „Korean Days“. Mehr Infos unter: https://www.cks-korea.cz/home/

Autor: Karoline Richter
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