Mohnkuchen, Apfelstrudel und Brot aus dem Böhmerwald für tschechische Olympioniken

Olympioniken können sich nicht nur auf Mohnkuchen freuen

Mohnkuchen, Lebkuchen nach einem alten Familienrezept, aber auch Salzstangen – die tschechischen Sportler können bei den Olympischen Spielen wieder Backwaren aus Sušice verkosten. Bäcker Karel Rendl bringt diese persönlich nach Italien.

In seiner Bäckerei in der Böhmerwaldstadt Sušice war Karel Rendl am Montagmorgen gerade dabei, frisch gebackene Kuchen, Gebäck und Brot in viele Kisten zu packen. Der Bäcker bereitete sich erneut auf eine Fahrt nach Italien vor, um die tschechischen Olympioniken mit seinen Produkten zu versorgen.

Bäcker Karel Rendl aus Sušice | Foto: Jitka Englová,  Tschechischer Rundfunk

„Was die Süßigkeiten betrifft, backen wir für die Sportler auch kleine Lebkuchen. In unserer Bäckerei haben wir sie aber nicht im Angebot. Das Rezept stammt von meiner Mutter. Ansonsten haben wir anstelle eines Strudels auch Kekse gebacken, denn die Sportler haben schon zuletzt Apfelstrudel bekommen. Und wir haben zudem Mohnkuchen, er ist glutenfrei.“

Die Kekse verpackte der Bäcker sorgfältig. In den Inlandssendungen des Tschechischen Rundfunks beschrieb er genauer:

„Das sind Energiekekse, sie enthalten Honig, Sonnenblumensamen und Nüsse. Und sie sind hausgemacht. Zudem bringen wir den Sportlern auch unsere Salzstangen und das klassische Brot sowie Marmeladen. Aber auch Grieben haben wir für sie zubereitet.“

Karel Rendl backt nicht zum ersten Mal für die tschechischen Olympia-Teilnehmer. Im Lauf der Jahre ist er fast zum Hofbäcker der tschechischen Olympia-Delegation geworden. Bei den Winterspielen vor acht Jahren in Pyeongchang buk er direkt vor Ort etwa Brot, Gugelhupf und weiteres mehr. Aber nicht nur die Zutaten wurden damals nach Südkorea gebracht, sondern auch der Backofen und die weitere Einrichtung. Seine Bäckerei installierte Rendl im Tschechischen Haus, aus der er jeden Tag etwa 80 Brotlaibe hervorzauberte. Bei den Sommerspielen 2021 schickte er zwar die notwendigen Backgeräte nach Tokio, wegen Corona durfte er jedoch nicht selbst hinreisen. Für die Sommerspiele in Paris ließ der Bäcker einen mobilen Backofen bauen. Außer Brot und weiterem üblichen Gebäck wurden in diesem auch Kuchen gebacken.

Diesmal backt Karel Rendl alles in Sušice und fährt dann vollgepackt nach Italien. Die einzelnen Olympia-Orte seien recht weit voneinander entfernt, merkte er an:

„Aus Mailand nach Cortina d’Ampezzo sind es mehr als 400 Kilometer. Darum haben wir vereinbart, dass wir keine Bäckerei samt Einrichtung nach Mailand transportieren. Denn von dort aus hätten wir das Gebäck in die Berge bringen müssen. Von hier aus dem Böhmerwald ist es fast dieselbe Entfernung in die Berge. Wir backen alles zu Hause und fahren dann nach Italien. Es handelt sich um Gebäck, das mindestens zwei oder mehr Tage frisch bleibt.“

Metoděj Jílek und Martina Sáblíková | Foto: Mária Sváčková,  CNC/Profimedia

Karel Rendl bringt seine Produkte während der Spiele zweimal an jeden der Veranstaltungsorte. Welchen Sportlern drückte er aber am meisten die Daumen? Es sind die Eisschnellläufer….

„Jílek und Sáblíková. Das sind meine klaren Favoriten. Ich mag auch Eishockey, aber diesmal haben sie einfach kein Glück. Man kann halt nicht jeden Tag feiern…“

Wie der Bäcker aber noch ergänzt, habe er in Italien wenig Zeit, um sich mit jemandem zu treffen.

„Ich bin immer bei der Arbeit. Ich muss alles ins Auto laden, dann fahren und die Lieferung abgeben. Ich grüße die Leute und fahre nach Hause zurück, um zu arbeiten. Es ist kein Ausflug.“

Foto: Pekařství Karel Rendl,  Sušice
Autoren: Martina Schneibergová , Jitka Englová | Quelle: Český rozhlas
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