Rekord-Finderlohn für Entdecker von Goldschatz in Tschechien
Anfang vergangenen Jahres haben zwei Wanderer in Tschechien einen Goldschatz gefunden. Er wurde vermutlich im Zuge des Zweiten Weltkriegs versteckt. Nun erhalten die beiden Entdecker einen stattlichen Finderlohn.
Den beeindruckenden Fund machten zwei Wanderer in der Nähe des Hügels Zvičina im Riesengebirgsvorland. Sie wurden zunächst auf eine Blechkiste aufmerksam. In dieser befanden sich 600 Goldmünzen und dazu noch goldene Schmuckstücke oder etwa Zigarettendosen. Insgesamt brachte der Fund über fünf Kilo auf die Waage. Nachdem das tschechische Punzierungsamt im Januar dieses Jahres die Echtheit des Schatzes bestätigte, dürfen sich die ehrlichen Finder nun auf eine ordentliche Belohnung freuen. 11,7 Millionen Kronen (480.700 Euro) können die beiden aufmerksamen Spaziergänger unter sich aufteilen. Bereitgestellt wird dieser Betrag vom zuständigen Kreis Hradec Králové.
„Auf diese Summe sind wir gekommen, indem wir das Gewicht mit dem Goldpreis am Tag des Fundes multipliziert haben“, erklärt Jiří Štěpán (My), stellvertretender Kreishauptmann. Eine andere Möglichkeit der Berechnung blieb dem Kreis auch nicht übrig, denn das entsprechende Verfahren ist im tschechischen Denkmalschutzgesetz festgelegt. Wegen dem Finderlohn müssen nun zunächst die Haushaltspläne angepasst werden. Eine derart hohe Belohnung sei für den Kreis eine Neuheit, sagt Štěpán:
„Uns haben schon mehrfach kleinere Prämien beschäftigt. Dabei ging es etwa ebenfalls um einen Fund von Goldmünzen zusammen mit Schmuck, der aber nicht aus Edelmetall war. Der Wert war deshalb wesentlich geringer.“
Motivation für Nachahmer
Tatsächlich handelt es sich bei dem jüngsten Fall um den größten Finderlohn, der jemals in Tschechien ausgezahlt wurde. Der bisherige Rekordwert lag bei schlappen zwei Millionen Kronen (82.000 Euro) und wurde einem Finder vom Kreis Pardubice überwiesen.
Der Goldschatz vom Zvičina befindet sich derzeit im Ostböhmischen Museum in Hradec Králové und wird dort untersucht und konserviert. In der Einrichtung begrüßt man die finanzstarke Belohnung. Petr Čechák, Leiter der archäologischen Abteilung, sagte dem Tschechischen Rundfunk:
„Das ist sicherlich eine gute Nachricht. Wenn jemand in Zukunft etwas findet, kann er sich dadurch motiviert fühlen, es abzugeben. Denn dies zeigt, dass ein Fund nicht nur einen archäologischen und historischen Wert hat, sondern auch mit einer finanziellen Belohnung verbunden sein kann. Der Kreis sendet ein klares Signal und verhält sich fair.“
Das sei wichtig, denn mitunter würde es wohl vorkommen, dass die Entdecker von Wertgegenständen diese nicht den zuständigen Stellen übergeben, meint Čechák.
Ausstellung geplant
Wenn alles nach Plan verläuft, sollen die Münzen und Schmuckstücke aus dem Wald beim Berg Zvičina gegen Jahresende öffentlich ausgestellt werden. Unklar ist derweil noch, wer der einstige Besitzer des Schatzes war. Die beteiligten Experten gehen davon aus, dass die Wertgegenstände nach 1921 vergraben wurden, vermutlich zu Beginn des Zweiten Weltkriegs oder an dessen Ende. Naheliegend ist daher, dass der Schatz etwa von Juden versteckt wurde, die eine Deportation ins Konzentrationslager zu befürchten hatten, oder von Sudetendeutschen, die nach dem Krieg vertrieben wurden.
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