Wegen hoher Kerosinpreise? Tschechische Airline Smartwings dünnt Verbindungen im Sommer aus
Die hohen Kerosinpreise machen den Fluggesellschaften in Europa derzeit weiter zu schaffen. Die größte tschechische Airline, Smartwings, hat nun angekündigt, im Sommer mehrere Verbindungen auszudünnen und Linien vorerst auch ganz einzustellen.
Trotz der anstehenden Urlaubssaison stellt die tschechische Airline Smartwings mehrere Verbindungen für den Sommer ein. Von 1. Juni bis 31. August werden die Direktflüge von Prag nach Toulouse, Bukarest und Brüssel komplett gestrichen. Mehrere Ziele werden zudem weniger häufig angesteuert. Betroffen sind mit Valencia, Madrid, Mallorca und Málaga vor allem klassische Urlaubsdestinationen in Spanien, aber auch auf die portugiesische Insel Madeira gelangt man in der Hochsaison weniger häufig, ebenso wie nach Paris.
Bei den tschechischen Reisebüros kommt deswegen vorerst aber keine Panik auf. Kateřina Chaloupková ist die Geschäftsführerin des Verbandes tschechischer Reisebüros und Reiseagenturen. In den Inlandssendungen des Tschechischen Rundfunks sagte sie:
„Für die Anbieter ist das nichts Ungewöhnliches. Die Kunden werden nun mit einer anderen Verbindung befördert, oder man bietet ihnen einen Alternativtermin an. Die betroffenen Ziele werden standardmäßig von vielen Airlines angeflogen, die Kunden können also leicht auf einen anderen Flug ausweichen.“
Einer Smartwings-Sprecherin zufolge ist die Reduzierung der Flüge ein normales Vorgehen, mit dem man auf die geringe Auslastung der Verbindungen reagiere. Reisende, die bereits gebucht hätten, würden ihr Geld zurückerhalten oder könnten kostenlos umbuchen. Die Frage des Tschechischen Rundfunks, ob auch die steigenden Kerosinpreise hinter der Ausdünnung des Flugplanes steckten, blieb jedoch unbeantwortet.
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Die Kosten für das Flugbenzin waren zuletzt wegen des kriegerischen Konflikts im Nahen Osten gestiegen. Wie die BBC berichtete, kündigten deshalb bereits Air France, KLM, Air Canada und Scandinavian Airlines (SAS) an, ihre Verbindungen im Sommer zu reduzieren. Außerdem gab die deutsche Lufthansa bekannt, bis Oktober 20.000 Kurzstreckenflüge zu streichen.
Laut Alan Nouman, Luftfahrtexperte beim Consultingunternehmen Deloitte, sind die Kerosinpreise seit Beginn des Iran-Krieges um 65 Prozent gestiegen und liegen derzeit auf dem Niveau vom Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Da viele Airlines große Treibstoffreserven hätten, würden die Fluggäste von den Kostensteigerungen häufig nichts mitbekommen, meint Nouman. Wenn das Kerosin jedoch nicht billiger werde, dürfte sich das ändern:
„Dann würden die Betriebskosten weiter steigen. In der Praxis würde dies höchstwahrscheinlich höhere Ticketpreise bedeuten. Zudem würden die Gesellschaften weniger rentable Flüge weiter einschränken und ihre Kapazitäten vorsichtiger planen.“
Wegen der hohen Kosten hat Smartwings bereits den Treibstoffzuschlag bei seinen Tickets erhöht. Um wieviel der Anteil konkret angehoben wurde, wurde aber nicht bekannt.
Smartwings ist mit fast 50 Maschinen die größte tschechische Airline. Jährlich befördert man über sechs Millionen Passagiere. Im Dezember vergangenen Jahres wurde die Fluggesellschaft vom türkischen Mitbewerber Pegasus aufgekauft.
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