Blb vlk pln žbrnd… Ich habe den längsten tschechischen Satz ohne Vokal häufig mit Bekannten geteilt
Anlässlich seines 90-jährigen Jubiläums erteilt Radio Prag International seinen Hörerinnen und Hörern das Wort. Kai Weber aus Kirchentellinsfurt hege seit fast 30 Jahren besondere Sympathien für Tschechien, wie er berichtet. Er hat sogar Bohemistik als Nebenfach studiert und dazu im Angebot von RPI zahlreiche Kenntnisse zur Literatur und Landeskunde erworben.
Warum hören oder lesen Sie Radio Prag International?
Ich höre die deutschen Sendungen von Radio Prag International, weil sie für mich die schnellste und einfachste Möglichkeit sind, bezüglich kultureller, gesellschaftlicher und politischer Entwicklungen in der Tschechischen Republik auf dem Laufenden zu bleiben. Und auf dem Laufenden bleiben möchte ich einfach deshalb, weil ich für dieses Land seit fast 30 Jahren besondere Sympathien hege.
Wie lange gehören Sie schon zu unserem Publikum?
Ich kann nicht genau sagen, in welchem Jahr ich mit dem Hören von RPI begonnen habe, aber es muss in jedem Fall in der Zeit meines ersten Studiums in den Jahren 2002 bis 2008 gewesen sein, in dem ich Bohemistik als Nebenfach belegt habe. Das bedeutete, dass ich Tschechien und die tschechische Sprache so schnell und gut wie möglich kennenlernen und lernen musste. Auch wenn das Ziel, tschechische Literatur im Original lesen zu können, die oberste Priorität hatte, und man das Lesen der tschechischen Sprache am besten erlernt, indem man es so viel und so oft wie möglich tut, habe ich vor allem in den ersten Semestern auch noch viel auf Deutsch gelesen: Also Literatur in Übersetzung, aber eben auch das Angebot von RPI genutzt, denn die Landeskunde ist im philogoischen Slavistikstudium ja oft eine dritte Säule neben Literatur- und Sprachwissenschaft, und landeskundliche Kenntnisse erwirbt man über die Rezeption von RPI in hervorragendem Maße.
Was bedeutet unser Sender für Sie heute?
Über ein Abonnement der RPI-Beiträge per RSS-Feed, den ich täglich durchsehe, ist das Programm sieben Tage pro Woche Bestandteil meines Alltags. Ein Tag ohne RPI ist ein schlechter Tag.
Wählen Sie einen Beitrag aus unserem Archiv (einen Bericht, eine Reportage, ein Interview, einen historischen Moment und so weiter) und erzählen Sie uns, warum Sie diesen interessant finden und warum er Sie berührt hat.
Hellhörig werde ich bei allen Beiträgen über Bohumil Hrabal (meinen Lieblingsschriftsteller) oder Karel Čapek (seinerzeit Thema meiner Magisterarbeit). Auch der Sprachkurs gehört als Serie insgesamt zu meinen Highlights; wenn ich dort eine Folge herausgreifen sollte, so wäre dies die Sendung zum längsten Satz ohne Vokal (Blb vlk pln žbrnd zdrhl hrd z mlh Brd skrz vrch Smrk v čtvrť srn Krč), die ich häufig mit Bekannten geteilt habe, um ihnen Ehrfurcht vor dieser schönen Sprache beizubringen. Als Rubrik finde ich auch MusikCzech großartig, da sie mir als musikalischem Allesfresser ein umfassendes Bild vom tschechischen Musikleben ermöglicht. Wenn ich einen Einzelbeitrag herausgreifen soll, der für mich besonders wichtig war, so war es Ihre kurze Nachrichtennotiz vom 15.01.2025, dass Josef Váchals Böhmerwald-Buch zum schönsten tschechischen Buch des Jahrhunderts gewählt wurde. Diese Nachricht hat mich dazu gebracht, einen kleinen Schwerpunkt über schöne tschechische Bücher anzuregen und mitzuverfassen, der in der „Wandelhalle für Bücherfreunde“ (Heft Frühjahr 2025) erschienen ist. Dies ist die Vereinszeitschrift der Gesellschaft der Bibliophilen in Deutschland. Zwei Belegexemplare hatte ich nach Erscheinen auch an den Památník národního písemnivctví und den Spolek českých bibliofilů geschickt, aber leider von dort nie eine Empfangsbestätigung oder sonstige Rückmeldung erhalten.
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