Unbeugsamer Himmelsritter: Vor 20 Jahren starb František Fajtl

Auf dem Flughafen Poremba in Polen, April 1945. Von links: Leutnant Leopold Šrom, Major František Fajtl, Hauptmann Ludovít Koza und Oberleutnant František Fábera

Generalleutnant František Fajtl gehörte zu den wichtigsten Vertretern des Widerstands im Zweiten Weltkrieg. Er war der erste Tschechoslowake, der ein RAF-Geschwader kommandierte.

František Fajtl | Foto: Archive of Jiří Rajlich

František Fajtl wurde am 20. August 1912 in dem nordböhmischen Dörfchen Donín geboren. Schon als Junge liebte er es, Flugzeuge zu beobachten. Seinen Weg ins Cockpit fand Fajtl über die Handelsakademie in Teplice und den Abschluss an der Militärakademie, die er 1935 als Leutnant der Luftstreitkräfte verließ.

František Fajtl | Foto: Archive of Jiří Rajlich

Nach der Besetzung der restlichen Tschechoslowakei durch die deutschen Nationalsozialisten setzte sich Fajtl im Juni 1939 ins Ausland ab, wo er sich in Krakau einem tschechoslowakischen Kampfverband anschloss. Dann kam er zu den französischen Luftstreitkräften (Armée de l’Air), und nach der Kapitulation Frankreichs ging Fajtl zur Royal Air Force (RAF) nach Großbritannien. Dort wurde er am 28. April 1942 zum Leiter des 122. Geschwaders „City of Bombay“ (Bombay-Stadt) ernannt – womit er der erste Soldat aus der Tschechoslowakei war, der britische und belgische Piloten kommandierte.

František Fajtl | Foto: Post Bellum

Im Mai 1942 wurde Fajtls Maschine über Nordfrankreich abgeschossen. Er überlebte und konnte der Einkesselung durch die Deutschen entkommen. Auf eigene Faust gelangte er nach Spanien, wo er jedoch in Gefangenschaft geriet. Dank der britischen Diplomatie konnte er aber zur RAF zurückkehren. Diese abenteuerliche Episode schrieb Fajtl später in seinem Buch „Sestřelen“ (Abgeschossen) nieder.

František Fajtl | Foto: Zbynekmduda,  CC BY-SA 3.0

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kehrte Fajtl als Held in die Tschechoslowakei zurück und gründete dort eine Familie. Das kommunistische Regime, das im Oktober 1948 die Macht im Land übernahm, stigmatisierte den Kriegsveteranen jedoch als Unterstützer des Westens. Ab Januar 1950 wurde Fajtl 17 Monate lang ohne Gerichtsverfahren im Arbeitslager Mírov festgehalten. Danach durfte er nicht mehr im Luftverkehr tätig sein und arbeitete im Betonwerk Louny.

Foto:  Magdalena Hrozínková,  Radio Prague International

Seine teilweise Rehabilitation erlebte Fajtl 1964, vollständig wurde sein Ruf aber erst nach der Samtenen Revolution von 1989 wiederhergestellt. Dem Piloten wurde zunächst der Rang des Generalmajors, 2002 dann der des Generalleutnants a.D. verliehen. Er bekam mehrere hohe Staatsabzeichen, schrieb insgesamt 18 Bücher und trat als Zeitzeuge in Schulen auf.

František Fajtl starb am 4. Oktober 2006 in Prag.

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