Nationalpark bessert Wanderwege im Böhmerwald mit Rekordsumme aus
Wenn die Hauptsaison vorbei ist, werden die Wanderwege ausgebessert. So ist der Rhythmus im Böhmerwald. In diesem Jahr wendet der Nationalpark Šumava dafür eine Rekordsumme auf.
Einige Kilometer südlich von Prášily wird gezimmert. Hier im Böhmerwald entsteht eine neue Brücke über den örtlichen Bach – dort wo der grüne Wanderweg in Richtung des Berges Poledník abzweigt. Denn die alte Brücke war bereits so marode, dass sie in den vergangenen Wochen gesperrt werden musste…
„Genau, die Nutzung war bereits eine Gefahr. Solche Brücken auf den Wanderwegen sind meist aus Holz. Das heißt, dass die Natur an ihnen nagt. Die Brücke wird komplett ersetzt“, sagt Petr Kahuda, der stellvertretende Leiter des Nationalparks Šumava.
Drei Baumstämme liegen über dem Prášilský potok, also dem Stubenbach. Sie bilden das Gerüst, auf dem Planken und Geländer verschraubt werden:
„Die Brücke ist zwölf Meter lang und besteht tatsächlich aus Baumstämmen massiven Holzes. Sie soll zehn Jahre lang halten.“
Barrierefreie Zugänge
Jedes Jahr im Herbst bessert der Nationalpark die Wanderwege auf seinem Gebiet aus. Kahuda nennt die Zahlen:
„Es sind derzeit insgesamt 740 Kilometer Wege, die wir instandhalten. Die meisten von ihnen sind Schotterwege, 280 Kilometer bestehen aber aus Asphalt. In diesem Jahr wurden rund 50 Kilometer Wege ausgebessert. Und dazu gehören nicht nur Brücken, sondern auch die weitere Infrastruktur.“
So wurde zum Beispiel am See Laka eine Aussichtsplattform barrierefrei zugänglich gemacht. Jan Dvořák ist Pressesprecher des Nationalparks und erläutert:
„Dort, wo dies geht, versuchen wir, die Wege so anzulegen, dass sie auch von Rollstuhlfahrern und weiteren Menschen mit Bewegungseinschränkungen genutzt werden können. Deswegen haben wir die Holzplattform am See Laka mit einer Rampe ausgestattet, die für Menschen mit körperlichen Behinderungen leicht zu bewältigen ist.“
Von Železná Ruda bis Nová Pec
In diesem Jahr habe die Instandhaltung der Wanderwege rund zwölf Millionen Kronen beansprucht, merkt Dvořák an. Umgerechnet sind das 490.000 Euro.
„Das ist eine relative Rekordsumme. Dabei wurde kreuz und quer im Böhmerwald ausgebessert, von der Gegend um Železná Ruda bis nach Nová Pec“, so der Sprecher.
Für solche Brücken wie über den Stubenbach wurden rund eine halbe Million Kronen (20.600 Euro) ausgegeben, für das Beheben von Schlaglöchern und die Sanierung der Wegesränder waren es 5,5 Millionen Kronen (226.000 Kronen). Die Hälfte der Gesamtsumme, also sechs Millionen Kronen (245.000 Euro), ging in die Ausbesserung ganzer Wege.
Mit den Ausbesserungsarbeiten will die Nationalparkverwaltung solange fortfahren, wie es das Wetter es zulässt. Das heißt, bis erster Schnee liegt.







