Nolans „Die Odyssee“: Imax-Vorführungen in Prag locken Filmfans aus anderen Ländern an

Seit gut drei Wochen läuft „Die Odyssee“ in der Regie von Christopher Nolan in den Kinos. Obwohl der Starttermin in vielen europäischen Ländern der gleiche war, fahren zahlreiche Filmfans doch extra nach Prag, um sich den Streifen anzuschauen. Denn hier wird er im Originalformat gezeigt. Und dabei wurden sogar neue internationale Freundschaften geschlossen.

Foto: Martin Hrnčíř,  Tschechischer Rundfunk

Nach fast drei Stunden senkt sich der Vorhang, und „Die Odyssee“ ist auserzählt. Zumindest, was die neue Adaption von Star-Regisseur Christopher Nolan angeht, die in Tschechien wie in Deutschland seit dem 16. Juli in den Filmhäusern läuft.

Das Imax-Kino im Prager Viertel Flora ist jedoch eines von ganz wenigen auf dem Kontinent, die die teuer verfilmte Legende im originalen 70-Millimeter-Format zeigen. In Prag steht „Die Odyssee“ gleich viermal am Tag auf dem Programm. Das zieht Zuschauer aus ganz Europa an. Alessandro zum Beispiel ist extra aus dem italienischen Trient angereist, nur um sich das besondere Kino-Erlebnis zu gönnen:

„Ich interessiere mich für Analogtechniken bei Film und Fotografie. Darum war ich wirklich gespannt, wie ein richtig guter Film wirkt, der auf 70-Millimeter-Imax gedreht wurde. Die Geschichte kennen wir natürlich alle mehr oder weniger, aber von der technischen Seite her war es fantastisch.“

„Odyssee“ | Foto: Melinda Sue Gordon,  Universal Pictures

Eine Woche im Voraus ausverkauft

Allesandro ist bei weitem nicht der einzige Filmtourist, der extra für eine Imax-Vorführung in die tschechische Hauptstadt kommt. Dies bestätigte Denisa Šandová von der PR-Agentur Presscode CZ vergangene Woche gegenüber der Presseagentur ČTK. Ihren Worten zufolge sind die Vorstellungen der „Odyssee“ im Prager Kino Flora eine Woche im Voraus ausverkauft.

Christopher Nolan | Foto: Melinda Sue Gordon,  Universal Pictures

Das Werk von Christopher Nolan ist der erste Langspielfilm, der ausschließlich mit Imax-Kameras gedreht wurde. Damit bietet er eine fast zehnmal so hohe Auflösung wie das übliche 35-Millimeter-Material. Das war auch Grund genug für Stefan, nach Prag zu kommen:

„Ich bin aus Nürnberg. Über die Imax-Version habe ich viel im Internet gehört. Also habe ich nachgeschaut, wo ich den Film im Originalformat sehen könnte. Prag war die nächstgelegene Möglichkeit. Mir gefällt, wie groß die Imax-Leinwand ist, sie ist fast quadratisch. Darauf sehen nicht nur die Landschaftsaufnahmen toll aus, sondern auch die Filmfiguren.“

Lärm in der Vorführkabine

Was das europäische Festland angeht, ist „Die Odyssee“ im Originalformat bisher nur noch in Brüssel und in Montpellier zu sehen. Aber es war eben Prag, wo sich Allessandro und Stefan nun zufällig getroffen und angefreundet haben – und das nicht im Kino, sondern schon vor der Vorstellung in einem Restaurant, wie der Italiener erzählt:

Foto: Petr Jadrný,  Tschechischer Rundfunk

„Ich kannte die Gaststätte und war mal wieder zum Brunch da. Es war erst halb elf vormittags, und ich hatte noch eine Menge Zeit. Da kam Stefan rein, und wir kamen ins Gespräch darüber, warum wir in Prag sind. Stefan meinte, er sei nur für einen Tag hier, eben wegen des Films. Und ich sagte: ‚Echt? Ich auch.‘“

Die beiden Filmfans nahmen nach der Vorstellung noch die Gelegenheit wahr, die Vorführkabine des Imax-Kinos Flora zu besichtigen. Stefan staunte nicht schlecht:

„Ich bin ganz schön geschockt. So eine laute Maschine habe ich nicht erwartet. Das ist ja wie in alten Vorführsälen. So ein Geräusch haben wahrscheinlich auch schon meine Großeltern gehört, wenn sie ins Kino gegangen sind.“

Cinema City Flora | Foto: Juan Muttoni,  Radio Prague International

Stefan und Alessandro hatten noch viele Fragen an den Filmvorführer. Und beim Abschied gaben sie sich das Versprechen, dass sie sich wieder in Prag treffen werden – nämlich anlässlich der Fortsetzung der Science-Fiction-Serie „Dune“. Der dritte Teil ist für Ende des Jahres angekündigt und wurde in Teilen ebenfalls mit 70-Millimeter-Imax-Technik gedreht.

Autoren: Daniela Honigmann , Martin Hrnčíř | Quelle: Český rozhlas
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