Österreich als Inspiration: Alle Diözesen schließen sich der „Langen Nacht der Kirchen“ an
Interesse für den gesellschaftlich-kulturellen Wert von Kirchen zu wecken, das ist eines der Ziele der so genannten „Langen Nacht der Kirchen“. In Tschechien wird sie am 28. Mai zum zweiten Mal organisiert. Die Initiative kam im letzten Jahr von der Wiener Erzdiözese. Damals wurde die Kirchennacht nur in Brünn veranstaltet; in diesem Jahr öffnen hunderte von Kirchen in ganz Tschechien ihre Türen. Die Wiener Organisatoren sind am Mittwoch nach Prag gekommen, um den tschechischen Veranstaltern bei den Vorbereitungen unter die Arme zu greifen. Eine von ihnen ist Anna–Marie Dóczy vom Wiener Radio Stephansdom.
Frau Dóczy, stimmt es, dass die „Lange Nacht der Kirchen“ sozusagen ein „Import“ aus Österreich ist?
„Ja, das stimmt. Wir haben die Kirchennacht jetzt fünf Jahre lang sehr erfolgreich von Wien ausghend in ganz Österreich ausgeweitet. Die Diözese Brünn ist Partnerdiözese der Erzdiözese Wien. Die Brünner Kollegen kamen nach Wien, um das zu beobachten, und waren so begeistert, dass wir das dann in Kooperation auch in Brünn veranstaltet haben. Ein Export nach Brünn, oder ein Import aus Österreich war das also insofern, als wir unser gesamtes Know How der letzten fünf Jahre zur Verfügung gestellt haben. Das heißt, die Tschechen haben von uns die Graphik, das Layout und eben ein gewisses Know How übernommen.“Wie ist der Gedanke der „Langen Kirchennacht“ entstanden? Was ist das Ziel?
„Die Idee entstand aus der Stadtmission, wo die Kirchen Programm gemacht haben: Kirchenführungen, Lesungen, Konzerte. Es ist ein Programm, das von unten her entstanden ist. Die Mitarbeiter in den Pfarreien haben sich überlegt, wie sie die Kirche an einem Abend darstellen können – kulturell, mystisch, was sie in der Kirche sehen, was sie zeigen möchten. Ich öffne die Tür, und jeder kann unverbindlich reinkommen, kann bleiben so lange er will, und kann gehen wann er will. Er wird nicht angesprochen, wird begrüßt, wenn er möchte, es muss nicht sein. Jeder kann einfach einen Eindruck von der Kirche mitnehmen.“Was alles steht neben den erwähnten Lesungen oder Konzerten auf dem Programm?
„Die Kirchenführungen kommen sehr gut an. Auch Turmbesteigungen kann man beispielsweise anbieten. Das war mein erster Eindruck, als ich voriges Jahr zur ´Langen Nacht der Kirchen´ nach Brünn gekommen bin, dass oben eine Schlange vor der Turmführung war. Die Erfahrung aus Österreich hat uns gezeigt, dass sich die lange Kirchennacht auch auf andere Regionen ausbreitet. Aber dass gleich im zweiten Jahr alle Diözesen dabei sind, wie es jetzt in Tschechien der Fall ist, das haben wir nicht erwartet. Vor ein paar Wochen hat es geheißen, 200 Kirchen würden daran teilnehmen. Gestern wurde uns gesagt, dass sich inzwischen schon 320 Kirchen gemeldet haben. Das ist für uns schon sehr beeindruckend. Wir werden zu Treffen mit den hiesigen Teilnehmern eingeladen, um über unsere Erfahrungen zu berichten. Wir freuen uns sehr über diese enge Zusammenarbeit.“







