Oper über Bohumil Hrabal hat Premiere

Fuente: Teatro Nacional de Praga

20 Jahre nach dem Tod von Bohumil Hrabal entstand eine Oper über den beliebten Schriftsteller.

Miloš Orson Štědroň (Foto: Martina Schneibergová)
„Don Hrabal“ heißt eine neue Oper von Miloš Orson Štědroň. Sie richtet sich sicher nicht nur an Musikfans, sondern auch an Literaturbegeisterte. Denn Hauptheld ist Bohumil Hrabal. Das Musikwerk über ihn ist 20 Jahre nach dem Tod des beliebten Schriftstellers entstanden.

Die Hauptrolle in der neuen Oper „Don Hrabal“ singt der tschechische Bariton Roman Janál. Er habe in der Jugend viele Bücher von Bohumil Hrabal gelesen, erzählt er:

„Etwas habe ich vermutlich mit dem Schriftsteller gemeinsam, und zwar die Empathie und Sensibilität, die in jedem seiner Werke zu erkennen ist. Je mehr ich versucht habe, mich mit der inneren Welt des Autors bekannt zu machen, desto näher ist mir seine Persönlichkeit geworden. Bei den Proben habe ich mit der Regisseurin und auch der Choreographin sehr eng zusammengearbeitet. Ich kann sagen: Die Oper steckt voller Action.“

Die Musik und das Libretto der Oper hat Miloš Orson Štědroň geschrieben. Er hält Hrabal weltweit für einen der bedeutendsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Hierzulande sei Hrabal leider mit tschechischer Engstirnigkeit konfrontiert gewesen, und dies nicht nur während der sogenannten „Normalisierung“ in den 1970er Jahren, sondern auch später, sagt der Musiker. Über die Beweggründe für die Oper sagte er im Interview:

„Ich habe Hrabal schon seit der Jugend gelesen und schätze seine Werke sehr. Ich fand, dass er eine starke Persönlichkeit war, die für eine Oper passt.“

Wie haben Sie das Libretto zusammengestellt?

„Im Libretto habe ich einige Worte aus Hrabals Werk benutzt sowie Verfremdungseffekte. Da klingen beispielsweise Nachrichten aus den damaligen Zeitungen an oder einfach nur Floskeln.“

Wird Hrabal auf der Bühne als älterer Mann oder in verschiedenen Etappen seines Lebens gezeigt?

Roman Janál (Foto: Martina Schneibergová)
„Der Zuschauer erlebt Hrabal von seinen jungen Jahren bis zum Tod – von der Zeit, als er aufs Gymnasium ging, über die Zeit, als er seinen Doktortitel in Jura erwarb, bis zu seinen älteren Jahren und seinem Tod.“

Treten in der Oper weitere Personen auf, die Hrabal in Wirklichkeit während des Lebens begleitet haben?

„Ja, es gibt da drei Frauen, die für ihn sehr wichtig waren. Das sind seine Mutter, seine Ehefrau, die er Pipsi nannte, und eine universelle Muse. Diese geht teilweise von der reellen Person der US-amerikanischen Bohemistin April Gifford aus sowie von Hrabals Zigeunerfreundinnen aus den 1960er Jahren.“

Haben Sie die Hauptrolle speziell für Roman Janál geschrieben?

„Ja schon. Ich halte ihn für einen universal begabten und außergewöhnlich guten Sänger und Schauspieler. Er schafft es, die Menschlichkeit des Literaten zum Ausdruck zu bringen.“

Dirigent Jan Chalupecký hat die Oper zusammen mit dem Opernensemble des Prager Nationaltheaters einstudiert.

Jan Chalupecký (Foto: Martina Schneibergová)
„Für mich war es eine große Herausforderung. Zuletzt habe ich 2004 eine Gegenwartsoper dirigiert, das war Martin Smolkas ,Nagano‘. Es ist phantastisch, etwas einzustudieren, das zuvor noch niemand gespielt hat. Das Thema der Oper hat mich sehr angesprochen. Wir bemühen uns alle, eine gute Vorstellung zu bieten, die fesselt und den Zuschauern gefällt.“

Die Oper „Don Hrabal“ hat am 14. Dezember auf der Neuen Bühne des Nationaltheaters Premiere. Die Vorstellung beginnt um 20 Uhr. In dieser Saison wird die Oper noch zweimal im Dezember sowie je einmal im Januar und im Februar aufgeführt.