Palacky Universität in Olomouc protestiert gegen die Finanzpolitik des Ministeriums

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Von Dagmar Keberlova.

Am Mittwoch haben ca. 13 000 Studenten der Palacky-Universität in Olomouc für 2 Stunden den Unterricht unterbrochen, um so gegen die schlechte finanzielle Situation an den tschechischen Hochschulen protestieren. Dem wissenschaftlichen Rat der Universität zufolge gefährdet der aktuelle finanzielle Zustand der Hochschulen die Qualität der Lehre, die Forschung sowie die Weiterentwicklung der Universitäten. Wegen nicht ausreichender Entlohnung verlassen auch zahlreiche junge Professoren die Universitäten. Der Auslöser der Protestaktion der Universität in Olomouc war das nicht eingehaltene Versprechen der Schulministers Eduard Zeman, den Universitäten im kommenden Jahr 2 Milliarden Kronen mehr zur Verfügung zu stellen. Einige Universitäten haben aufgrund dieses Versprechens mehr Studenten aufgenommen, das versprochene Geld für das nächste Jahr bleibt allerdings aus. Mit einem Rücktritt haben bereits mehrere Rektoren, darunter auch die Rektorin der Olmützer Universität Jana Macakova gedroht. Die kritische Situation bezüglich der Finanzierung der Universitäten könnte durch die Einführung von Studiengebühren gelöst werden, meint Rektorin Macakova. Diese sollten die Studenten aber erst dann zahlen, wenn über die Möglichkeit von Studentenkrediten und deren Rückzahlung entschieden wurde.

Weitere tschechische Universitäten haben bisher nicht die Absicht, sich dem Protest anzuschließen. Einige Hochschulen haben den Minister zum Rücktritt aufgefordert, diesen verlangt auch die Vorsitzende der Freiheitsunion Hana Marvanova. Falls der Schulminister dieser Forderung nicht nachkomme, dann sollte Marvanova zufolge Premier Milos Zeman dessen Demission vorschlagen. In der vergangenen Woche hat auch der Vorsitzende der Christlich- demokratischen Bürgerpartei, Cyril Svoboda, den Schulminister zum Rücktritt aufgefordert.

Die Palacky-Universität in Olomouc plant, ihre Protestaktionen fortzusetzen, um somit die Öffentlichkeit auf den kritischen Zustand an den Hochschulen aufmerksam zu machen.