Pilip soll laut Kuba ein Geständnis abgegeben haben

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Die offiziellen Kontakte zwischen der Tschechischen Republik und Kuba wurden wieder aufgenommen und tschechische Diplomaten hoffen nun um so mehr auf eine baldige Rückkehr der beiden auf Kuba verhafteten Tschechen. Kuba behauptet nach wie vor, Beweise gegen Pilip und Bubenik zu besitzen. Dagmar Keberlova fasst die Ereignisse der letzten Tage zusammen.

Dem tschechischen Außenministerium liegt zum ersten Mal seit der Verhaftung der beiden tschechischen Bürger auf Kuba eine offizielle Erklärung seitens der kubanischen Behörden vor. Das Schreiben beinhaltet einen Bericht über die Verhaftung von Ivan Pilip und Jan Bubenik. Diesem Bericht zufolge sollen Bubenik und Pilip laut Hinweisen der amerikanischen NGO Freedom House Informationen über den Umgang mit kubanischen Dissidenten gesammelt haben. Das Außenministerium befasst sich noch mit der Erklärung, die es am Donnerstag erhalten hat, und wird sich laut seinem Pressesprecher, Ales Pospisil, in den nächsten Tagen hierzu äußern:

"Es ist ein erster positiver Moment, in dem wir konstatieren konnten, dass die diplomatischen Wege zwischen Prag und Havanna wieder geöffnet sind. Diese Tatsache erleichtert das Erreichen unseres klaren, eindeutigen Ziels. Hiermit stehen wir einer baldigen Rückkehr von Pilip und Bubenik etwas näher und ich hoffe, dass ihre Rückkehr nicht unnötig hinausgeschoben wird."

Die Beendigung des Schweigens und die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen sei dem Außenministerium zufolge die wichtigste Bedingung für eine schnelle Freilassung der beiden seit dem 12. Januar verhafteten Tschechen.

Diese dem Außenministerium übergebene Erklärung informiert allerdings nicht über die angeblichen Beweise, die Kuba zu besitzen behauptet. Dabei soll es sich um eine Videoaufnahme von einem der ersten Verhöre Ivan Pilips handeln. Bei diesem Verhör beschreibt angeblich der tschechische Abgeordnete Pilip wo, wann und mit wem er sich in den USA kurz vor seinem Abflug nach Kuba getroffen hatte. Laut Angaben der Tageszeitung Lidove noviny, welche die Information über das angebliche Geständnis Pilips in ihrer Montagausgabe bringt, habe Pilip als Bürger eines freien Landes diese Informationen für absolut harmlos gehalten. Für das kubanische kommunistische Regime sind seine Worte allerdings zu einem Geständnis geworden.

Die internationale Gemeinschaft setzt sich auch weiterhin für die Freilassung der beiden Tschechen ein. Am Freitag forderten die USA Kuba zur Freilassung von Pilip und Bubenik auf. Der Sprecher des US-Außenministeriums, Richard Boucher, bezeichnete zudem alle kubanischen Beschuldigungen gegen Pilip als lächerlich. Nach Kuba soll diese Woche eine Sonderkommission der Interparlamentarischen Union reisen, die sich vor Ort mit dem Vorfall auseinandersetzen wird.