Pilsen tankt in Manchester Selbstvertrauen für Duell gegen Moskau

Foto: ČTK

Der tschechische Fußballfan hat derzeit wenig Grund zum Jubeln. In der Qualifikation zur WM 2014 ist die Nationalmannschaft kläglich gescheitert, und in der Champions League hat Meister Viktoria Pilsen bisher nur Niederlagen kassiert. In ihrer schweren Gruppe aber haben sich die Westböhmen sukzessive gesteigert sowie weiterhin die Chance auf den Einzug in die Europa League. Und die Hoffnung, diese Chance auch nutzen zu können, ist nach den guten Vorstellungen zu Hause gegen Bayern München und bei Manchester City wohl noch gestiegen.

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Die letzte Partie der Gruppenphase bestreitet Pilsen am 10. Dezember vor eigenem Publikum gegen ZSKA Moskau. Sie ist entscheidend für die Westböhmen im Kampf um den dritten Platz. Ihr Trainer Pavel Vrba hatte dies schon zu Beginn der Spiele in der Gruppe D geahnt:

„Wir sind immer davon ausgegangen, dass nur zwei Mannschaften für das Weiterkommen in der Champions League in Frage kommen, und zwar Bayern und Manchester City. Wir haben aber ebenso daran geglaubt, dass die anderen zwei Teams um Platz drei spielen.“

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Und das sind eben Viktoria Pilsen und ZSKA Moskau, die gegen die beiden Top-Clubs keinen Stich machten. Noch vor einem Monat – nach der 0:5-Klatsche der Vrba-Schützlinge in München – wurden die Pilsener allerdings als „das eindeutig schwächste Team der Gruppe“ ausgemacht. Nur zwei weitere Begegnungen indes reichten, um diesen Eindruck zu revidieren. Im Rückspiel gegen die Bayern unterlagen die Bierstädter nur 0:1, und am Mittwoch boten sie auch dem Renommierclub von der Insel die Stirn: Nach zweimaligem Ausgleich durch Tomáš Hořava und Stanislav Tecl verloren sie in Manchester erst in der Schlussphase mit 2:4. Nach dieser Vorstellung konstatierte Vrba:

Pavel Vrba (Foto: ČTK)
„In München haben wir ängstlich gespielt und haben dafür zu Recht das gesamte Spiel über gelitten. Heute aber haben wir das Spiel angenommen und gut dagegengehalten, doch leider ohne Punktgewinn. Für unsere Leistung aber müssen wir uns nicht schämen.“

Das sah Edin Džeko von den „Citizens“ ähnlich. Der bosnische Torjäger hat früher auch in Tschechien gespielt und beherrscht die hiesige Sprache. Gegenüber dem Tschechischen Fernsehen sagte er:

Stanislav Tecl (Foto: ČTK)
„Es war ein tolles Spiel für die Zuschauer, weil auch Pilsen gut mitgespielt hat. Ich denke, die Gäste haben gezeigt, dass sie zu Recht in der Champions League sind.“

Ein Lob aus berufenem Munde, das den Pilsenern sicher weiter Auftrieb geben wird. Doch es war sogar mehr möglich für die Gäste im Etihad Stadium von Manchester. Warum man letztlich aber verloren habe, dazu sagte Torschütze Stanislav Tecl:

„Leider haben wir die Fehler des Gegners nicht genauso bestraft wie es die Gastgeber zum Ende des Spiels bei unseren Fehlern getan haben.“

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Fehler des Gegners bestrafen und die eigenen Chancen nutzen – genau das aber müssen die Pilsener in knapp zwei Wochen gegen Moskau schaffen. Denn nur dann haben sie auch die Chance auf den Einzug in die Europa League. Dazu genügt ihnen im Duell mit den Moskowitern ein knapper Sieg, allerdings mit maximal einem Gegentor der Gäste. Sollten die Westböhmen aber 3:2 oder 4:3 gewinnen, dann wäre ZSKA weiter aufgrund der besseren Tordifferenz beziehungsweise der Auswärtstorregel im direkten Vergleich. Man darf aber sicher sein, dass die Pilsener alles tun werden, um ihrem Trainer einen optimalen Abschied zu bereiten. Denn nach der Partie wird Pavel Vrba die Blau-Roten vermutlich in Richtung Nationalmannschaft verlassen.

Autor: Lothar Martin
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