Präsident Pavel beim KI-Aktionsgipfel in Paris: „Europa muss nach gemeinsamen Lösungen suchen“
In Paris ist am Dienstag der zweitägige Gipfel über die jüngste Entwicklung und die Zukunft der Künstlichen Intelligenz fortgesetzt worden. Unter den Teilnehmern ist auch der tschechische Staatspräsident Petr Pavel.
Vertreter von 80 Ländern treffen derzeit in Paris zusammen, um darüber zu diskutieren, wie Künstliche Intelligenz helfen oder schaden kann. Sie stellen sich zudem die Frage, ob die europäischen Länder genügend Geld in neue Technologien investieren. Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron gab am Montag auf der Konferenz bekannt, französische und ausländische Firmen würden in Frankreich mehr als 100 Milliarden Euro in die KI investieren. Diese Summe ist laut Macron mit den Geldern vergleichbar, die die USA in das Projekt Stargate investieren. Die USA haben derzeit zusammen mit China eine führende Stellung bei der KI-Entwicklung, und Frankreich bemüht sich, sie einzuholen. Nach Meinung des tschechischen Präsidenten Petr Pavel sollte Europa den USA allerdings nicht konkurrieren. In den Inlandssendungen des Tschechischen Rundfunks merkte der Staatspräsident an:
„Die USA sind kein Konkurrent für Europa. Wir sollten stattdessen nach gemeinsamen Lösungen, nach Synergien suchen. Denn wenn wir unsere Ressourcen spalten, werden davon Länder wie China profitieren.“
Laut Pavel sollte Europa in die Entwicklung der KI viel mehr als bisher investieren. Tschechien habe in diesem Bereich viel anzubieten, meint der Staatspräsident. Er erinnerte im Interview daran, dass zahlreiche tschechische Firmen KI trainieren, sodass mit der Technologie Sprachen erkannt und Bildinformationen verarbeitet werden können. Pavel sagte zudem, er sei davon überzeugt, dass die KI zu einer bedeutenden Verbesserung der Gesundheitsfürsorge beitragen kann.
„Die Künstliche Intelligenz kann in der Medizin schon allein dadurch einen großen Fortschritt bewirken, dass sie dem behandelnden Arzt ermöglicht, eine große Zahl von Daten aus der ganzen Welt zu einer konkreten Erkrankung zu verarbeiten. Dadurch kann der Arzt schneller darüber entscheiden, wie er den Patienten behandelt.“
Nach Paris sind aus diesem Grund auch Forscher aus Tschechien gereist, konkret Wissenschaftler von der Technischen Universität (ČVUT) in Prag, der Uni-Klinik der Hl. Anna in Brno / Brünn und der Technischen Universität in Ostrava / Ostrau. Sie stellten bei dem Aktionsgipfel ihr gemeinsames Projekt namens „Clara“ vor. Der tschechische Botschafter in Paris, Jaroslav Kurfürst, erklärt:
„Am Clara-Projekt arbeiten führende tschechische Forschungszentren mit ihren Partnern aus Frankreich zusammen. Es handelt sich um Exzellenzforschung im Bereich neurodegenerativer Krankheiten wie beispielsweise Alzheimer.“
Präsident Petr Pavel machte auf der Konferenz in Paris aber auch auf die Risiken der KI-Nutzung aufmerksam.
„Künstliche Intelligenz kann auch eine Anleitung zum Basteln einer Bombe bereitstellen oder zur Drogenherstellung. Sie liefert zudem Ratschläge für das Eindringen in die Computersysteme von Staaten oder Regierungen.“
In Ländern mit totalitären Regimes wird KI außerdem bei der Verfolgung und Manipulierung der Bürger eingesetzt. Präsident Pavel betonte daher, es sei notwendig, die neuen Technologien zu regulieren, um ihren Missbrauch zu verhindern.







