Prag verpachtet Flächen für Bio-Landwirtschaft

Foto: Barbora Němcová

Die tschechische Hauptstadt will 430 Hektar Felder für Öko-Bauern bereitstellen. Das soll helfen, die Umwelt zu verbessern und die Dürre zu bekämpfen.

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Dan Frantík (Foto: ČT24)
Die Felder sollen maximal fünf Hektar groß sein, und auf ihnen ist der Einsatz chemischer Mittel verboten. Dies teilte der stellvertretende Prager Oberbürgermeister Petr Hlubuček (Stan) am Montag den Medien mit. Von insgesamt rund 14.000 Hektar Ackerboden auf dem Stadtgebiet sind 1460 Hektar in kommunaler Hand.

Die Anforderungen an die Bauern basierten auf dem Prinzip eines verantwortlichen Umgangs mit der Natur, sagte Hlubuček. In der Zeit des Klimawandels und sich verschlechternder Ackerböden seien mögliche Maßnahmen gegen die Dürre wichtig, so der Kommunalpolitiker.

Zwischen den Feldern sollen sieben Meter breite Randstreifen entstehen, auf denen Bäume gesetzt werden. Die Gesamtlänge der Streifen dürfte knapp 30 Kilometer betragen. Die Randstreifen würden Tieren und Pflanzen dienen, sie seien kein Selbstzweck, erläuterte Dan Frantík, der den Bereich für Grünflächenpflege im Prager Magistrat leitet.

Feld in Prag-Slivenec (Foto: ŠJů, Wikimedia Commons, CC BY 4.0)
Für 37 Parzellen sucht der Magistrat nun nach Landwirten. Die Pachtverträge sollen zunächst fünf Jahre lang laufen. Das Rathaus möchte die künftigen Öko-Landwirte auch unterstützen, zum Beispiel mit niedriger Pacht und dem Angebot, die Produkte beispielsweise an Schulen zu verkaufen. Im Stadtteil Slivenec sind bereits drei Felder angelegt worden, und auf jedem wird etwas anderes angebaut.