In Prag wird über Mehrsprachigkeit im Schulunterricht diskutiert

Das Erlernen mehrerer Fremdsprachen verbessert das Verständnis und eröffnet den Zugang zu anderen Kulturen und Denkweisen. Gleichzeitig erleichtert es das Erlernen weiterer Fähigkeiten. Vertreter der Botschaften von Österreich, Frankreich, Deutschland, der Schweiz und Spanien einigten sich darauf auf einer Konferenz zum Thema Mehrsprachigkeit in Prag.

Das tschechische Bildungsministerium hat am Donnerstag zum 14. Mal eine internationale Konferenz zum Thema Mehrsprachigkeit veranstaltet. Die Unterstützung des Fremdsprachenunterrichts im europäischen Kontext, die Rahmenlehrpläne für den Fremdsprachenunterricht sowie der Unterricht einzelner Fächer in einer Fremdsprache wurden dabei erörtert.

In Tschechien ist der Fremdsprachenunterricht an Grundschulen ab der dritten Klasse Pflicht. Das neue Rahmenprogramm für Bildung sieht Englischunterricht ab der ersten Klasse vor. Wenn eine Schule im Einklang mit ihrem Schwerpunkt die Einführung einer anderen Sprache als Englisch ab der ersten Klasse vorschreibt, muss der Englischunterricht spätestens in der vierten Klasse beginnen. Die neuen Lehrpläne sehen außerdem vor, dass ab der siebten Klasse eine zweite Fremdsprache verpflichtend ist. Die Schülerinnen und Schüler können zwischen Deutsch, Französisch und Spanisch wählen. Die Grundschulen müssen ab September 2027 nach den neuen Rahmenlehrplänen unterrichten. Für die Änderungen beim Fremdsprachenunterricht wurde allerdings ein Aufschub genehmigt.

Robert Plaga | Foto: ČT24

Die Beibehaltung des obligatorischen Unterrichts einer zweiten Fremdsprache an Grundschulen wurde hierzulande viel diskutiert und von einigen Experten und Politikern kritisiert. Der voraussichtliche Bildungsminister Robert Plaga (parteilos) erklärte Anfang des Jahres, er würde im Falle seiner Wahl die Pflicht abschaffen. Seiner Ansicht nach sollte die zweite Fremdsprache optional sein, da manche Kinder schon mit der ersten Fremdsprache Schwierigkeiten hätten.

Autor: Markéta Kachlíková | Quelle: ČTK
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