QSL-Karte zum 90. Jahrestag des Tschechischen Rundfunks

Foto: Archiv Radio Prag

Wieder einmal sind zwei Wochen vergangen, wieder einmal ist es Zeit für das Hörerforum. Nachdem wir in der letzten Ausgabe einen unserer Hörer vors Mikrophon gebeten haben, sagen wir Ihnen nun, was wir so alles im April in unserem Briefkasten gefunden haben.

Foto: Hans Kaas
Hallo und herzlich willkommen zu Ihrer Rubrik, dem Hörerforum! Das Wetter wird langsam sonnig und warm – zumindest hier bei uns in Prag. Doch auf die ersten Frühlingsstrahlen musste man in diesem Jahr so lange warten, dass es seit Wochen kein anderes Thema in den Gesprächen gibt. Auch Sie, liebe Hörerinnen und Hörer, haben dem Wetter in Ihren Briefen im April besonders viel Aufmerksamkeit gewidmet. Ihre Hoffnung, dass die Kälte schon bald schwindet, lässt sich aus vielen Briefen herauslesen. Hans Kaas hat den Frühling sogar mitgeschickt:

„Im Anhang eine Frühlingsaufnahme das Ganze hat ja diesmal etwas auf sich warten lassen.“

Danke Herr Kaas für dieses schöne Frühlingsfoto, wir werden es auf unserer Webseite veröffentlichen. Heinz Günter Hessenbruch aus Remscheid schreibt:

Foto: Barbora Kmentová
„Nach einigen Tagen mit Sonnenschein ist es wieder kalt geworden – ich hoffe, dass das nun die Eisheiligen sind, damit es im Garten endlich beginnen kann…“

Auch Dieter Feltes aus Pyrbaum ist ein Gartenfreund:

„Auch bei uns spielt der Winter verrückt. Zu Weihnachten hatten wir keinen Schnee, dafür aber zu Ostern. Das Sprichwort muss also umgekehrt werden, Weihnachten im Klee und Ostern im Schnee. Nach den kalten Tagen haben wir jetzt den Regen, sodass im Garten wieder nichts angepflanzt werden kann.“

Foto: Archiv Radio Prag
Herr Feltes schreibt aber natürlich auch zu Themen aus unseren Sendungen:

„Ich kann mir vorstellen, dass viele Hoteliers mit diversen Steuererhöhungen nicht einverstanden sind. Auf der anderen Seite bleiben auch immer mehr Gäste fern, weil sie privat mit den hohen Kosten zu kämpfen haben. Durch meine Photovoltaikanlage bin ich Unternehmer und muss dadurch wieder mehr Steuern zahlen. Ich nehme an, dass dies in Tschechien auch so sein dürfte. Die Einnahmen durch die Abgabe an den Stromkonzern müssen versteuert werden.“

Eine Neuigkeit bei Radio Prag hat unser Hörer Lutz Winkler bemerkt. Sie betrifft nicht die Sendungen, sondern das neue Logo von Radio Prag. Der Tschechische Rundfunk hat nämlich seit April ein neues Markenzeichen, mit dem er sich in der Welt präsentiert. Es hat für die einzelnen Stationen eine einheitliche Form, wird aber in verschiedenen Farben ausgeführt. Ein „R“ wie Radio beziehungsweise auf Tschechisch „rozhlas“ repräsentiert nun unseren Sender:

„Auf meinem Internetradio habe ich nun auch Radio Prag gefunden, so dass ich etwas unabhängiger die deutschen Sendungen empfangen kann. An das neue Radio-Prag-Logo muss ich mich ehrlich gesagt noch etwas gewöhnen. Auf dem Internetstream wird noch das alte Logo angezeigt, welches mir besser gefallen hat. Aber sicher ist es auch eine Sache der Gewöhnung.“

Foto: Oetinger Verlag
Auch zum gehörten Programm schreibt uns Lutz Winkler einen interessanten Kommentar.

„Die Sendungen sind immer wieder interessant und abwechslungsreich. Ich höre ja überwiegend die Freitags- und Samstagssendungen. Im Kultursalon berichteten Sie über die Gesamtausgabe als Geschenk zum 100. Geburtstag von Bohumil Hrabal. Die Schwierigkeiten einer solchen Gesamtausgabe waren mir gar nicht bewusst - die Kritik am Verlag Mladá Fronta scheint berechtigt zu sein. Was mich aber etwas verwundert hat, dass bei einer Neuausgabe des Gesamtwerkes Korrekturen, die den aktuellen Stand der Sprachentwicklung in Betracht ziehen, notwendig sind. Sollen damit die ursprünglichen stilistischen Mittel des Künstlers verändert werden? In Deutschland ist ja eine große Diskussion um die Neuauflage von Kinderbuchklassikern wie Pippi Langstrumpf und die Werke von Ottfried Preußler im Gange. Die Kinderbücher sollen umgeschrieben werden, weil solche angeblich rassistischen Wörter wie Negerkönig nicht mehr in die heutige Zeit passen. Für mich ist das eine Verfälschung der Originale - und auch nicht zu akzeptieren. Klassiker, wie "Die Räuber" von Schiller werden ja auch nicht neu geschrieben, nur weil der Sprachstil heute nicht mehr geläufig ist. Gibt es solch eine Diskussion auch in Tschechien?“

Kater Mikesch
Bei den erwähnten Korrekturen von Hrabal handelt es eher um kleine Änderungen in der Rechtschreibung. Der einzigartige Stil des Autors soll selbstverständlich beibehalten werden. In Bezug auf Kinderbücher sind auch hierzulande bereits ähnliche Stimmen wie in Deutschland zu hören gewesen. Pippi Langstrumpf war nicht betroffen, allerdings gab es Diskussionen über das klassische tschechische Kinderbuch von Josef Lada: den Kater Mikesch. Da im Buch geschildert wird, wie der Kater von Zigeunern gestohlen wurde, hat ein Roma-Verein vom Bildungsministerium gefordert, das Buch aus dem Lehrplan der Grundschulen zu streichen. Andere Roma-Organisationen haben diese Beschwerde allerdings für belanglos erklärt und in einer Pressemitteilung betont, diese Meinung werde von der Roma-Gemeinschaft nicht generell geteilt.

Soweit also zu Neuauflagen alter Bücher. Lutz Winkler ist noch eine Neuigkeit aufgefallen, die von unserer Internetredaktion eingeführt wurde.

„Im ‚Reiseland Tschechien’ werden immer wieder wunderschöne Berichte über die touristischen Perlen aus Tschechien vorgestellt. Dank der Landkarte auf der Webseite sehe ich jetzt genau, wo die Reise im jeweiligen Beitrag hingeht. Danke für diese wunderbare Sendereihe!“

In mehreren Briefen haben sie auf unsere Ostersendungen reagiert. Franz Schanza aus Schrems bemerkt:

„Der Beitrag über die Osterbräuche in Südmähren hat mir sehr gefallen. Eigentlich decken sich Ihre Bräuche mit denen bei uns, denn wir praktizieren das Ratschen und das Eierkratzen auch. In Schrems gibt es auch immer eine Osterrausstellung im Museum, wo verschiedene Personen ihre Stücke zur Schau stellen.“

Foto: cooldesign, FreeDigitalPhotos.net
Interessant aufgenommen wurde auch die Musiksendung am Ostersonntag. Horst Cersovsky aus Sangerhausen:

„Heute habe ich die Musiksendung zum Ostersonntag über WRN verfolgt. Passend zum Feiertag wurde klassische Musik, im konkreten Fall Ausschnitte aus einer Messe, übertragen. Ich habe gern zugehört, obwohl ich sonst eigentlich die Sendungen mit aktuellen Informationen bevorzuge.“

Und als Letzter kommt heute unser alter neuer Hörer, Mirco Kühnert, zu Wort:

„Ich bin ein alter neuer Hörer: früher habe ich gern auf Kurzwelle Radio Prag gehört. So finde ich es doch recht schade, dass es Radio Prag nicht mehr im Kurzwellenband gibt. Ich kann Ihre Sendungen nur noch in der Woche hören, wenn ich Zugang zum Internet habe… Aber ich mag dennoch gern wieder zu einem Ihrer Stammhörer werden, auch über das Internet. Zu meinem ersten Empfangsbericht an Sie habe ich auch eine Frage: Was bedeutet der Text des Lieds ‚was mit der Spinne passiert, die der Bluesmusik verfällt’? Es ist eine lustige Melodie.“

Foto: Martin Němec
Herr Kühnert meint den Song von Karel Plíhal, den wir in der Sendereihe Musik Czech ausgestrahlt haben. Darin geht es um Blues. Das Wort Blues spielt dort nicht nur auf die Bluesmusik an, sondern auch auf eine Blues-Laune, also Melancholie. Wenn eine Spinne vom Blues ergriffen wird, hört sie auf, ihr Netz zu weben. Wenn ein Walfisch vom Blues ergriffen wird, taucht er zum Meeresboden runter, und so weiter und so fort. Zuletzt kommt man zum Menschen: Wenn ein Mensch vom Blues ergriffen wird und alles bricht zusammen, kauft er eine Flasche Wein und fängt an, Songs zu schreiben.

Foto: Archiv Radio Prag
Und ganz zum Schluss noch ein Hinweis: Radio Prag hat anlässlich des 90. Jahrestags des Tschechischen Rundfunks eine Sonder-QSL-Karte herausgegeben. Da der 90. Geburtstag des Rundfunks am 18. Mai gefeiert wird, wird der Empfang der Sendungen von Radio Prag an diesem Tag mit eben jener QSL-Karte belohnt. Falls Sie uns also am Samstag, den 18. Mai hören und an der Zusendung der Jubiläumskarte interessiert sind, schicken Sie uns den entsprechenden Empfangsbericht. Wir werden rasch darauf antworten.

Bitte schreiben Sie uns auch weiterhin! Hier noch einmal die Adressen: Radio Prag, Vinohradská 12, 120 99 Prag 2, Tschechische Republik. Oder per Email an deutsch@radio.cz. Alles Gute und auf Wiederhören in zwei Wochen!