„Quellen des Lebens“ und weitere deutsche Filme in Karlsbad

Foto: ČTK

Am Freitagabend wurde das 48. Internationale Filmfestival in Karlsbad eröffnet. Im Laufe von neun Tagen treffen sich mehrere Hundert Regisseure. Produzenten und Schauspieler aus der ganzen Welt und viele Tausend Kinofans in der westböhmischen Kurstadt. Rund 230 Filme sind in diesem Jahr zu sehen – darunter auch zahlreiche deutsche.

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Schon seiner Lage wegen ist die Stadt Karlovy Vary / Karlsbad ein guter Ort für eine Begegnung zwischen Ost und West. Das hiesige Filmfest hat sich daher zum wichtigsten Wettbewerbsfestival in Mittel- und Osteuropa entwickelt. Attraktiv ist es damit auch für den Filmbetrieb aus Deutschland – aus dem Nachbarland kommen diesmal zahlreiche Streifen in allen Sektionen.

Der Programmdirektor Karel Och nennt den Vertreter im Hauptwettbewerb:

‚Quellen des Lebens’
„Im Hauptwettbewerb haben wir nach einem Jahr Pause wieder einen deutschen Film. In internationaler Premiere zeigen wir den Streifen ‚Quellen des Lebens’ des bekannten deutschen Regisseurs Oskar Roehler. Es ist eine dreistündige Familiensaga. Sie wird sicher zahlreiche Zuschauer begeistern, aber auch viele provozieren. Wie übrigens alle Werke von Oskar Roehler. Der Film wurde als überhaupt erster Film im Wettbewerb bereits am Samstag aufgeführt, hat also eine sehr gute Position im Programm.“

Im Hauptwettbewerb laufen zudem auch Koproduktionen mit deutscher Beteiligung – so die deutsch-griechische Produktion „September“ von Penny Panayotopuoulou und der ungarisch-deutsch-österreichisch-französische Streifen „Le grand cahier“ von János Szász. Deutsche Regisseure präsentieren sich auch in anderen Festivalsektionen:

‚Kathedralen’ (Foto: Film Servis Festival Karlovy Vary)
„In der Sektion der Dokumentarfilme zeigen wir zwei kurze Dokumentationen, die sehr interessant sind. Ich möchte daran erinnern, dass die eine davon, ‚Kathedralen’, von zwei Produzenten produziert wurde, die vor einigen Jahren mit dem Streifen ‚Wagah’ den Wettbewerb kurzer Dokumentarfilme in Karlsbad gewonnen haben. Sie werden hier also ihren Titel verteidigen wollen.“

In Karlsbad würden des Weiteren mehrere sehr interessante Filme junger deutscher Regisseure aufgeführt, die bereits in Cannes und beim Sundance-Festival vorgestellt wurden, unterstreicht Programmdirektor Karel Och:

‚Tore tanzt’ (Foto: Film Servis Festival Karlovy Vary)
„Ich will einen Film erwähnen, der mir persönlich sehr gefällt und meiner Meinung nach einer der stärksten Filmdebüts dieses Jahres ist: Es ist ‚Tore tanzt’ der jungen Regisseurin Katrin Gebbe. Der Film war mit großem Erfolg in Cannes zu sehen, wir zeigen ihn in der Sektion ‚Ein anderer Blick’. Zudem hatte der Film „Houston“ von Bastian Günther beim Sundance-Festival seine internationale Premiere, hier in Karlsbad erlebt er nun seine europäische Premiere. An den beiden Streifen ist zu sehen, dass es zurzeit in Deutschland eine Reihe von sehr begabten jungen Regisseuren gibt, auf deren Filme wir uns freuen können.“