Regionjournal

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Hallo, liebe Freunde, willkommen bei unserer regelmäßigen Rubrik Regionaljournal. Diesmal entführen wir Sie nicht nur in einen Teil unseres Landes wie gewöhnlich, sondern laden Sie gleich zu einer Rundfahrt ein. Dabei wird Sie unser Sonderbus an Orte führen, wo Interessantes aus verschiedenen Bereichen auf Sie wartet. Heute begrüßen Sie und eine angenehme Fahrt wünschen Lothar Martin und Dagmar Keberlova.

Kuks

zahlreichen Schüler beteiligt. Im Laufe der Zeit hatte sich der ganze Komplex geändert, einige Statuen sind verschwunden, aber die, die erhalten geblieben sind, wecken großes Aufsehen. Das, was das Werk weltberühmt macht - nämlich die Tatsache, dass es in den Fels gehauen ist, hätte die Statuen fast zugrunde gerichtet. Die Statuen sind von Moos bewachsen und aufgrund der klimatischen Einflüsse stark beschädigt. Jahrezehnte lang hatte es an Geld für eine gesamte Restaurierung gefehlt. Dem Direktor des Staatlichen Instituts für Denkmalschutz Jiri Svec zufolge wurden schon immer wieder teilweise einzelne Statuen restauriert, diese Teilarbeiten haben allerdings nicht die Ursachen beseitigt. Die finanzielle Situation für die Restaurierung scheint nun gesichert zu sein, da es gelungen ist, die Skulpturen in die Liste des Weltdenkmalfonds aufzunehmen. Der Weltdenkmalfond ist als internationale Privatorganisation 1965 in New York entstanden mit dem Ziel, alle zwei Jahre die 100 meist gefährdeten Denkmäler weltweit zu registrieren und zu versuchen, für diese Objekte Sponsoren zu finden. Die Idee kam von Monika Abbott, einer in Amerika lebenden tschechischen bildenden Künstlerin. Ihr ist es nach drei Jahren gelungen, diese Aufnahme der Skulpturen in die Liste - in Zusammenarbeit mit dem

Mit den ersten Rettungsarbeiten wurde bereits begonnen. Wir fragten den Direktor des Staatlichen Instituts für Denkmalschutz in Pardubice Jiri Svec, worin die gesamte Restaurierungsarbeiten bestehen:

"Das Hauptrelief wurde überdacht, um es so vor dem Regenwasser zu schützen und jetzt wird der Einfluss der Überdachung auf den Fels untersucht. Es wurde bereits auch eine Sonde eingeführt, um die Erde zu untersuchen und das Unterwasser abzuleiten. Das Terrain wurde für archäologische Untersuchungen hergerichtet. Aufgrund der erlangten Ergebnisse der Untersuchungen wird dann mit größeren Eingriffen begonnen, in die Skulpturengruppe umgebende Vegetation wird das Wasser abgeführt und die umliegenden Waldwege werden entsprechend umgeleitet. Mit der eigentlichen Restaurierung wird erst nach der Sanierung des umgebenden Gebiets angefangen."

Soweit Jiri Svec vom Staatlichen Institut für Denkmalschutz in Pardubice über die Pläne zu einer umfassenden Sanierung des Bethlehem - Standortes.

Roznov pod Radhostem

In unserer Rundfahrt geht es nun weiter nach Mähren, in die nordostmährische Walachei. In Roznov pod Radhostem wird dieses Jahr ein Jubiläum gefeiert. Das hiesige Freilichtmuseum wurde vor 75 Jahren gegründet und von Frühling bis Herbst finden verschiedene Veranstaltungen statt, um an dieses Jubiläum zu erinnern. So wurde z. B. Anfang Juli Folklorekunst im Rahmen des großen internationalen Folklorefestivals in Roznov pod Radhostem in Form von Tanz-, Musik- und Gesangveranstaltungen vorgestellt. Das Walachische Freilichtmuseum, das heute an die 300 Häuser zählt, verdankt seine Existenz dem bereits 1911 entstandenen Walachischen Verband. Mehr über diesen Verband erzählte uns Tomas Gross vom Walachischen Museum in Roznov:

"Der Walachische Verband wurde von den Brüdern Jaronek gegründet, die sich um den Erhalt der alten gezimmerten Häuser am Hauptplatz in Roznov einsetzten, wo die alten Bauten durch neue ersetzt wurden. Die Brüder Jaronek kamen mit einer Idee, die sie aus dem ersten Freilichtmuseum in Schweden mitgebracht haben. Dort haben sie im Freien stehende Häuser gesehen, die als ein in der Natur sich befindendes Freilichtmuseum fungierten - also Skanzen auf schwedisch - und versuchten, die Idee auch in Roznov durchzusetzen. Am Anfang waren es zwei Holzhäuser, die vom Hauptplatz in den Kurpark übertragen wurden. Im Laufe der Zeit wurde das Freilichtmuseum immer wieder erweitert und heute zählt es an die 300 Häuser, die in drei thematische Areale gegliedert werden - Holzstädtchen, Mühldorf und Walachisches Dorf. Der 1911 gegründete Verband ist heute noch sehr aktiv und arbeitet mit dem Walachischen Museum eng zusammen."

Soweit Tomas Gross vom Walachischen Museum in Roznov pod Radhostem.

Kladruby

Bei uns geht es aber weiter nach Kladruby nahe dem westböhmischen Tachov. Der Name Kladruby ging vor kurzem durch alle Medien. Der Grund dafür war ein millionenschwerer Schatz, der in dem hiesigen Benediktinerkloster entdeckt wurde. Nach dem Studium alter Aufzeichnungen hatte der Kastellan Vaclav Snajdr den Altar der Kirche in Kladruby untersucht, in dem Mönche angeblich vor 250 Jahren den Klosterschatz versteckt haben sollen.

Nach dem Lösen der Ornamente sind dem verdutzten Mann zahlreiche Perlen, Edelsteine und Münzen in den Schoß gefallen. Experten schätzen, dass der Fund mehr als 20 Millionen Kronen - also etwa eine Million Mark - wert ist. Der Schatz, der in der Zukunft bestimmt viele Interessierte in dieses Kloster bringen wird, können Sie derzeit noch nicht besichtigen, denn die gefundenen Schätze müssen sich erst einer Expertise unterziehen. Wie bereits erwähnt, schätzen die Fachexperten, dass die Gegenstände am Anfang des 18. Jahrhunderts im Altar aufbewahrt wurden, nachdem der berühmte Baumeister Jan Blazej Santini den Umbau des Klosters beendet hatte. Ob der Kastellan Snajdr einen Finderlohn erhält ist unklar, da das Kloster im Staatsbesitz ist. Sie, liebe Freunde, kommen aber als Besucher nicht zu kurz, denn auch wenn Sie den Schatz noch nicht bewundern können, stehen Ihnen neu eröffnete Ausstellungen zu Verfügung: Die Johannisausstellung, die seit kurzer Zeit zugänglich gemachte Wohnung des Abtes sowie eine Ausstellung über den Benediktinerorden.

Zu einem anderen Schatz geht es in die nordböhmische Stadt Sokolov. Verehrte Hörerinnen und Hörer, ruhig Blut, denn auch wenn es den Anschein hat, dass Tschechien voller Schätze ist, ist dies mehr oder weniger ein Zufall. Dieser Schatz wurde nämlich bereits schon vor sechs Jahren gefunden und wurde im vergangenem Monat zum ersten Mal kurz der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Der goldene Schatz, der über 50 Jahre in der Erde lag, besteht aus Juwelen, Uhren und Münzen und hat einen Wert von vielen Millionen von Kronen. Als vor Jahren die Straßenarbeiter ein blaues schmutziges Päckchen gefunden haben, hat kaum jemand erwartet, dass es sich um so einen wertvollen Fund handelt. Fünf Jahre lang hatte es gedauert, bis man den Juwelen ihren verloschenen Glanz zurückgeben konnte. Die Sammlung ist schon dadurch einzigartig, dass man ihre einzelnen Teile untereinander kombinieren kann, so Pavel Beran, der Direktor des Museums von Sokolov, wo der Fund aufbewahrt wird und bei besonderen Anlässen ausgestellt wird. Es handelt sich um ein Meisterwerk, bei dem verschiedene Edelsteine von überraschender Größe und Qualität in Gold eingesetzt wurden. Der Fund wurde wahrscheinlich von jemandem im zweiten Weltkrieg in der Erde versteckt. Möglicherweise gehört er einem Deutschen, der heute bereits neunzig Jahre alt ist und bei München lebt, aber kein Interesse zeigt und die Gegenstände laut Museumsdirektor Beran auch nicht genau beschreiben konnte. Also es steht nicht fest, ob er ihm wirklich gehörte.