Roma - Problematik

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Im Juli und Anfang August, rechtzeitig zum sogenannten Sommerloch, kochte sie hoch, die Roma-Problematik in der Tschechischen Republik. Danach wurde es wieder still um die Roma. Olaf Barth geht der Frage nach, was aus den vollmundigen Versprechen der Politiker, sich dem Thema intensiv zu widmen, geworden ist.

Zwei Ereignisse waren die Auslöser für das große Medieninteresse, zum einen der von einem Rechtsradikalen begangene Mord an dem Roma Ota Absolon im ostböhmischen Svitavy, zum anderen die britischen Ausreisekontrollen am Prager Flughafen, mit denen man die Anzahl der Asylantragsteller unter den tschechischen Roma reduzieren wollte. Doch wie sieht es heute, rund ein halbes Jahr später aus, wollte ich von Markus Pape vom europäischen Zentrum für Romarechte wissen:

Außerdem nennt Pape noch einen weiteren Fall, der sich ebenfalls im Sommer im nordmährischen Ostrau ereignete, als eine große Gruppe von Skinheads drei junge Roma verfolgte und schließlich zu töten versuchte. Alle drei überlebten schwerverletzt. Und Markus Pape fügt an:

Gemäß ersten Schätzungen des Zentrums für Romarechte hätten trotz der britischen Kontrollen auch in diesem Jahr wieder 1200 Roma als Hauptantragsteller in Groß-Britannien um Asyl ersucht - nach Hochrechnungen also mehr als 5000 Angehörige der tschechischen Roma-Minderheit.

Autor: Olaf Barth
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