Sanierungsarbeiten auf Burg Karlstein: mehr Komfort für die Besucher

Burg Karlstein (Foto: suburbandk, Flickr,CC BY-ND 2.0)

Karlstein ist wohl die bekannteste Burg Tschechiens. Derzeit ist sie für Besucher jedoch geschlossen. Schuld daran ist aber nicht nur die Corona-Pandemie, sondern auch Sanierungsarbeiten in den denkmalgeschützten Mauern. So soll mehr Komfort geschaffen werden für die Besucher. Außerdem hat die Sanierung mehrere Überraschungen gebracht.

Lukáš Kunst  (Foto: Jessica Petrů,  Archiv des Tschechischen Rundfunks)

Kastellan Lukáš Kunst beginnt seine Führung im ehemaligen Burggrafenamt:

„Dieser Raum war nie für die Öffentlichkeit zugänglich. Nun entsteht hier ein Besucherzentrum. Wir befinden uns im Eingangsbereich, in den die neuen Kassen kommen sollen. Von hier geht es in den sogenannten Diamantensaal. Sein Name leitet sich vom original spätgotischen Diamantengewölbe ab, das sich hier befindet.“

Im Besucherzentrum sollen ein kleiner Laden sowie ein Bistro entstehen. Zudem werden die Touristen dort auf die Führungen durch die Burg warten können, sagt Kunst:

Burg Karlstein  (Foto: Ivo Lukačovič,  Wikimedia Commons,  CC-BY-SA-2.5)

„Bisher hatten die Besucher hier kein Dach über dem Kopf. Wenn sie im Winter kamen, mussten sie im Innenhof bei Schnee, Regen und Frost warten und die Eintrittskarten an einem Schalter kaufen.“

Im Burghof hinter dem künftigen Besucherzentrum stößt man auf eine weitere Baustelle. In Gruben unter einem provisorischen Dach sind Überreste älterer Bauteile zu sehen. Bei den Mauern handle es sich um unterirdische Räume von Gebäuden aus dem späten Mittelalter. Sie stünden dort bis Ende des 19. Jahrhunderts, sagt Zdeněk Chudárek. Er ist Architekt und der Beauftragte für Denkmalschutz bei den Sanierungsarbeiten:

„Der neue Zugangsweg zur Burg soll über unterirdische Räume führen, die Ende des 19. Jahrhunderts zugeschüttet wurden. Aus historischen Dokumenten wussten wir von ihnen. Hier befindet sich ein großer Eckkeller, der durch einen Gang mit den unterirdischen Räumen unter dem Burggrafenamt verbunden ist.“

Zdeněk Chudárek  (Foto: Marián Vojtek,  Archiv des Tschechischen Rundfunks)

Doch nicht alles war in den historischen Unterlagen eingetragen. Eine gotische Treppe aus dem 15. Jahrhundert war eine Überraschung, die bei den Ausgrabungen entdeckt wurde. Zdeněk Chudárek:

„Wir können es uns nicht leisten, eine solch alte Treppe abzureißen. Daher mussten wir das Projekt überarbeiten, um sie zu erhalten. Eine Studie dazu wurde bereits gebilligt.“

Die Bauarbeiten auf Burg Karlstein sollen noch bis 2022 dauern. Die Kosten liegen bei 150 Millionen Kronen (5,73 Millionen Euro).

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Autoren: Markéta Kachlíková , Markéta Šulejová
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