Schmerzhafte tschechische Geschichte in Kunst verarbeitet: Jiří Sozanský wird 80
Krieg, totalitäre Regime, menschliche Würde und Erinnerung – das sind wichtige Themen für Bildhauer und Maler Jiří Sozanský.
Jiří Sozanský gehört zu den eindrucksvollsten Künstlern Tschechiens. Aber sein Lebensweg war nicht geradlinig. Er wurde am 27. Juni 1946 in Prag geboren. Zunächst machte er eine Lehre als Maurer und arbeitete auch mehrere Jahre in dem Beruf. Erst ab 1967 studierte er an der Akademie der Bildenden Künste in Prag (AVU). Seine erste Ausstellung hatte Sozanský in Terezín, dem ehemaligen Ghetto und Konzentrationslager Theresienstadt. Dieses bleibt ein Schlüsselthema für sein lebenslanges Schaffen.
Sozanský entwickelte sein Talent in der Malerei, in Zeichnungen und Grafiken, in Plastiken sowie Multimediainstallationen und wurde bald in wichtige Künstlervereinen als Mitglied aufgenommen. Eines seiner herausragenden Projekte ist „Zóna“ (Die Zome), eine umfassende künstlerische Reaktion auf die Liquidierung der Altstadt vom Most in den 1980er Jahren. Sozanský und weitere Künstler dokumentierten die landschaftlichen Veränderungen durch die Ausweitung der Kohleförderung. Die Zeichnungen, Objekte, Installationen und Texte handeln vom Verlust der Heimat und der kulturellen Identität.
Universell und international verständlich
1992 gründete Sozanský zusammen mit seiner Ehefrau Olga und dem Kunsthistoriker Jiří T. Kotalík den Verein Symposion. Dieser organisiert internationale Kunstprojekte, die einen Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart führen. Eines davon war die Ausstellung „La casa miedo“ (Haus der Angst) 2018 im spanischen Segovia. Sie fand am Ort eines ehemaligen Gefängnisses statt, in dem zu Zeiten der Franco-Diktatur politische Gefangene gequält wurden. Sozanský trug mehr als 60 Zeichnungen, Bilder und Plastiken bei, die an ähnliche Schicksale aus der Tschechoslowakei erinnerten – so etwa an Milada Horáková, Ivan „Magor“ Jirous oder Jan Zahradníček.
Obwohl Jiří Sozanský derzeit nicht ausstellt, bleiben seine Werke doch hochaktuell. Seine Themen sind universell und auch außerhalb Tschechiens verständlich.














