Skupa und Trnka: Stadt Pilsen kümmert sich um Ehrengräber namhafter Persönlichkeiten

Insbesondere in der Zeit um den Allerseelentag gehen viele Menschen in Tschechien auf die Friedhöfe, um die Gräber zu schmücken. Auf dem Zentralfriedhof in Plzeň / Pilsen finden sich über 50 Ehrengräber. Um den Großteil davon kümmert sich die Stadt.

Foto: Jan Markup,  Tschechischer Rundfunk

Die Botanikerin Václava Pešková von der Verwaltung der Pilsner Friedhöfe putzt gerade die Umgebung des Ehrengrabs von Josef Skupa. Wie sie erwähnt, gehört die Ruhestätte des Schöpfers der berühmtesten tschechischen Marionetten auf dem Zentralfriedhof zu den meistbesuchten.

Foto: Jan Markup,  Tschechischer Rundfunk

„Es kommen Schulklassen sowie Kindergartengruppen, zudem Familien mit Kindern – und sie alle erinnern sich hier an Spejbl und Hurvínek.“

Das Grab befindet sich unter einer Linde. Unter der Glasplatte auf dem Grabstein wächst Moos. Václava Pešková:

„Das Moos taucht dort auf, weil sich an dieser Stelle Tau bildet. Wir haben vor, es zu entfernen. Im nächsten Jahr steht der 70. Todestag von Josef Skupa an. Wir haben bereits einen Steinmetzbetrieb beauftragt, das Glas abzunehmen, alles gründlich zu reinigen und eine Schutzschicht aufzutragen, die einen Moosbefall verhindert. Damit wird alles wieder in einen einwandfreien Zustand versetzt.“

Foto: Jan Markup,  Tschechischer Rundfunk

Ehrengrab von Jiří Trnka

Auf dem Pilsner Zentralfriedhof befindet sich zudem das Ehrengrab des Künstlers, Illustrators und Regisseurs Jiří Trnka. Václava Pešková dazu:

„Es liegt in der Nähe der Zeremonienhalle. Es ist ein eher unauffälliges Grab. Aber es wird auch viel besucht.“

Foto: M. Pecuch,  Magistrat der Stadt Plzeň

Kateřina Šneberková leitet die Verwaltung der Pilsener Friedhöfe und des Krematoriums. Auf die Frage, wie anspruchsvoll die Instandhaltung der Ehrengräber ist, antwortete sie in den Inlandsendungen des Tschechischen Rundfunks:

„Im Grunde genommen ist das nicht dramatisch, da sich die Mehrheit der Ehrengräber in einem guten baulichen Zustand befindet. In der Regel werden die Gräber gereinigt und geschmückt – zu Allerseelen und im Frühjahr zu Ostern.“

Bei der routinemäßigen Instandhaltung geht es laut Šneberková nicht um große Geldbeträge. Sie bewältige alles mit ihrem eigenen Personal:

Foto: Jan Markup,  Tschechischer Rundfunk

„Sollte eine umfangreichere Instandhaltung eines Grabmals oder einer Gruft erforderlich sein, muss eine fachliche Einschätzung durch einen Steinmetz eingeholt werden. Er erstellt dann einen Kostenvorschlag. Wenn dieser die Möglichkeiten der Friedhofsverwaltung nicht überschreitet, zahlen wir das selbst. Falls die Instandsetzung mehr kostet, beantragen wir bei der Stadtverwaltung einen finanziellen Zuschuss.“

Kateřina Šneberková nennt das Beispiel einer kostspieligen Instandsetzung eines Ehrengrabs, das von 1908 stammt:

„Vor etwa zehn, zwölf Jahren wurde eine umfassende Renovierung des Grabs von Adolf Pytlík durchgeführt. Er war Brauer und Begründer des Stadtparks. Die Kosten für die Renovierung beliefen sich damals auf eine halbe Million Kronen (20.600 Euro, Anm. d. Red.).“

Foto: Jan Markup,  Tschechischer Rundfunk
Autoren: Martina Schneibergová , Jan Markup | Quelle: Český rozhlas
schlüsselwort:
abspielen