SmartGuide: Eine App verspricht sicheres Reisen in Corona-Zeiten

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Reisen in Zeiten der Corona-Krise unterliegt gewissen Einschränkungen. So gilt es etwa, stark frequentierte Touristenziele zu meiden. Dafür lassen sich bei Ausflügen in Tschechien neue und weniger bekannte Orte entdecken. Dafür sorgt der SmartGuide, eine App für einheimische und ausländische Touristen. Sie soll das Risiko einer Corona-Infektion bei Ausflügen verringern.

Foto: Archiv SmartGuide

Der erste Sommerurlaub im Zeichen der Corona-Krise liegt nun hinter uns. Viele Tschechen haben ihn im eigenen Land verbracht und statt einem All inclusive-Hotelaufenthalt selbständig ihre Ausflüge geplant. Wo früher auf Faltpläne und Reiseführer in Buchform zurückgegriffen wurde, helfen heute praktische Telefon-Apps. Eine solche ist der SmartGuide.

„Man wählt sich ein Reiseziel aus, zum Beispiel Prag oder Český Krumlov. Es gibt vorgegebene Trassen zu einem bestimmten Thema und mit der Angabe, wie lang sie sind. Wenn man nicht viel Zeit hat oder keine Lust, etwas zu planen, kann man sich einfach etwas aussuchen“,

erläutert Václav Jurčíček, Vertriebsleiter bei der Gesellschaft SmartGuide. Die App bietet die Möglichkeit, Tschechien und andere Länder zu entdecken und das bei einem möglichst geringen Risiko, sich mit dem Coronavirus zu infizieren. Durch ihre Nutzung können persönliche Kontakte beim Reisen eingeschränkt werden. Das gilt etwa für den Besuch der Touristeninformation oder auch kommentierte Stadtführungen. Václav Jurčíček:

Václav Jurčíček (Foto: Archiv Startup Grind)

„Wenn man an einen interessanten Ort kommt, meldet sich die App auf Grundlage der Bewegungsdaten automatisch. Sie stellt dann die zugehörigen Informationen und Geschichten bereit.“

Die App wurde bereits vor zwei Jahren entwickelt und hielt beim Start Informationen zu mehr als 400 Orten weltweit bereit. Mit Beginn der Corona-Pandemie und der zeitweisen Stilllegung des Tourismusgeschäfts hat die Gesellschaft SmartGuide schnell reagiert und ihre Plattform weiterentwickelt. Bis dahin war sie vor allem auf ausländische Besucher Tschechiens oder anderer Länder ausgerichtet. Nun konzentriert sich das Angebot mehr auf die Tschechische Republik und hiesige Ausflügler. Zudem sollen weniger bekannte Reiseziele im Land beworben werden, so Jurčíček:

„Sobald wir alle Trassen und Regionen Tschechiens in die App aufgenommen haben, können wir zunächst einheimische und dann auch ausländische Touristen animieren, auch mal Orte zu besuchen, die noch nicht so bekannt sind. So wollen wir die Touristen mehr über das Land verteilen und die Konzentration vieler Menschen an wenigen Orten verringern.“

SmartGuide ist außerdem mit der Quarantäne-App eRouška verbunden, um die Verbreitung von Corona in den jeweiligen Reisezielen einzudämmen. Aber nicht nur die gesundheitliche Sicherheit soll bei den Ausflügen erhöht werden. SmartGuide will auch den einheimischen Tourismus wiederbeleben und lokale Unternehmer unterstützen. Finanziell gefördert wird die Plattform unter anderem durch die Agentur CzechInvest und das Ministerium für Industrie und Handel. Mit dem Programm Czech Rise Up investiert das Ministerium in technologische Projekte im Kampf gegen Covid-19 und hat bis jetzt 150 Millionen Kronen (5,7 Millionen Euro) bereitgestellt.

Die App und ihre Funktionen werden ständig weiterentwickelt. Zukünftig werden Nutzer ihre Reiseziele auch in einem virtuellen Realitätsmodus aussuchen und betrachten können.

Foto: Archiv SmartGuide

„Steht man zum Beispiel gerade an einem Aussichtspunkt, kann man diese Funktion anschalten und sich die Sehenswürdigkeiten der Umgebung virtuell anzeigen lassen. Von der Prager Burg aus sieht man zum Beispiel mehrere Türme. Auf der App kann man diese Gebäude anklicken und dann sehen, wie sie von der Nähe aussehen und was sie für eine Geschichte haben.“

Auch historische Ereignisse lassen sich darstellen, wie etwa die Hinrichtung von 27 Aufständischen auf dem Altstädter Ring am Anfang des Dreißigjährigen Krieges. SmartGuide will aktiv weitere Tourismuseinrichtungen einbinden. Museen, Burgen oder Gemeinden können derzeit kostenlos Informationen in der App bereitstellen. Außerdem sollen professionelle Fremdenführer, die im Moment wenige Aufträge haben, ihre Angebote auf der Plattform präsentieren können.