Sommerschlussverkauf in Tschechien: Immer früher, im Online-Handel nicht ganz so intensiv

Viele Läden in Tschechien haben ihre Waren derzeit verbilligt. Denn der Sommerschlussverkauf kommt nun richtig in Schwung. Besonders Kleidung und saisonale Sportartikel gibt es günstiger.

T-Shirts, Shorts oder Badehosen – das und noch vieles mehr lässt sich in den Geschäften in Tschechien bereits seit ein paar Wochen mit Rabatt erstehen. Allerdings läuft der richtig dicke Sommerschlussverkauf erst noch in den kommenden Wochen an – wenn die Händler wirklich dringend Platz machen müssen für die Herbstmode.

Tomáš Prouza | Foto: Zuzana Jarolímková,  iROZHLAS.cz

Derzeit liegen die Rabatte bei 20 bis 30 Prozent. Doch Tomáš Prouza denkt, dass sie nach und nach bis auf 75 Prozent ansteigen – oder andersherum die Preise noch deutlich sinken werden. Prouza ist Präsident des Verbandes für Handel und Fremdenverkehr und erläuterte in den Inlandssendungen des Tschechischen Rundfunks:

„Die Menschen hierzulande warten gerne auf den großen Schlussverkauf. Zugleich lässt sich beobachten, dass die Händler jedes Jahr ein bisschen früher mit den saisonalen Rabatten beginnen. Denn jeder will der Erste sein, um einen höheren Anteil am Schlussverkauf zu erringen.“

Jan Vetyška | Foto: Archiv APEK

Die Rabatte gibt es aber nicht nur im stationären Handel, sondern auch bei den Online-Anbietern. Im Internet würden die Preisnachlässe bis zu 60 Prozent betragen, sagt Jan Vetyška, Leiter des Verbandes für E-Commerce in Tschechien...

„Diese Verbilligungen haben sich zwar mittlerweile etabliert, sind aber nicht so extrem. Das heißt, für die Online-Händler ist der Sommer keine solch bedeutende Zeit mit großem Umsatz. Zugleich müssen auch sie Platz schaffen in den Lagern“, so Vetyška.

Im Internet-Verkauf sind es dieselben Waren wie im stationären Handel, die jetzt zu geringeren Preisen angeboten werden. Allerdings darf bei Sportartikeln laut Vetyška nicht mit sonderlich großen Rabatten gerechnet werden. Da seien eher zehn bis fünfzehn Prozent die Regel.

Bei all der Freude über günstige Ware sollten die Verbraucher auch gut hinsehen. Denn für Rabattangebote gelten Regeln. Der Jurist Martin Pitron von der tschechischen Verbraucherorganisation dTest klärt auf:

„Die wohl wichtigste Regel für die Verbraucher besagt, dass der Händler bei der Auspreisung des Rabatts auch angeben muss, welches der niedrigste Preis war, zu dem die jeweilige Ware in den zurückliegenden 30 Tagen verkauft wurde.“

Illustrationsfoto: Filip Jandourek,  Tschechischer Rundfunk

Diese Angabe des 30-Tage-Bestpreises wurde im Mai 2022 in der EU zur Pflicht. Hintergrund seien regelmäßig irreführende Schlussverkaufspreise gewesen, sagt Pitron.

„Früher kam es relativ häufig vor, dass der Händler den Preis eines Produktes für ein paar Tage oder auch nur einen Tag anhob. Und von diesem Preis, zu dem er maximal ein paar Stück verkaufte, bot er dann einen Rabatt an, sodass der Schlussverkaufspreis in Wirklichkeit über dem ursprünglichen lag“, so der Jurist.

Aber auch nach der Einführung des 30-Tage-Bestpreises haben Händler immer wieder versucht, ihre Kunden irrezuführen.

Autoren: Till Janzer , Dominik Hron | Quelle: Český rozhlas
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