Corona-Maßnahmen gelockert: Weitere Geschäfte machen auf

Illustrationsfoto: ČTK / David Taneček

Vor knapp vier Wochen wurde wegen der Coronavirus-Pandemie in Tschechien der Notstand ausgerufen. Der Großteil der Geschäfte musste deswegen geschlossen werden. Ab Donnerstag kommt es zu einer Lockerung der Corona-Maßnahmen. Es dürfen weitere Läden geöffnet werden.

Illustrationsfoto: ČTK / David Taneček

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Bisher waren Lebensmittelgeschäfte, Drogerien, Tabak- und Blumenläden sowie Apotheken hierzulande geöffnet. Unter strengen Hygiene- und Abstandsregeln machen nun weitere Geschäfte auf: Baumärkte, Eisenwarenhandel und Fahrradläden.

Im Fahrradladen im Stadtzentrum von Karlovy Vary / Karlsbad klingelt fast ununterbrochen das Telefon. Die Menschen fragen nach den Öffnungszeiten oder nach Möglichkeit, ihr Gefährt reparieren zu lassen, erzählt Theodor Černý. Er ist Besitzer des Ladens, der fast einen Monat lang geschlossen war. Der Shutdown werde sich im Umsatz und der Zahl der Kunden zeigen, sagt er.

„Es wurden nicht nur Geschäfte geschlossen, sondern auch der Betrieb in großen Unternehmen wurde stillgelegt. Dort arbeiten viele unserer potenziellen Kunden. Ich gehe davon aus, dass wir auch in den kommenden drei Monaten mit einem Umsatzrückgang rechnen müssen.“

Foto: Google Street View
Mechaniker Honza ist mit Reparaturen voll beschäftigt – wie jedes Jahr im Frühling…

„Seit Jahren ist es dasselbe. Vor dem Winter haben alle Radfahrer genügend Zeit. Aber wenn der Löwenzahn blüht, und die Saison beginnt, wollen alle ihr Fahrrad sofort in Ordnung haben.“

Der Laden ist eher ein Familienbetrieb. Bei der Öffnung waren alle aus dem Team wieder auf Arbeit. Theodor Černý:

„Ich habe keine Angst, dass der Andrang zu groß sein wird. So schlimm wird es nicht sein. Wir fangen gerade erst an, und in den Laden lassen wir immer nur einen einzelnen Kunden hinein.“

Desinfektionsmittel in einem Geschäft (Foto: ČTK / Ondřej Hájek)
Für alle Geschäfte gelten strenge Regeln: In den Warteschlangen müssen zwei Meter Abstand zwischen den Kunden garantiert sein, und die Betreiber müssen Desinfektionsmittel bereitstellen. Alle Angestellten sind zudem verpflichtet, neben den Atemschutzmasken auch Handschuhe zu tragen. Draußen habe er natürlich eine Atemmaske an wie alle anderen in Tschechien, sagt Theodor Černý:

„Aber auch in Gegenwart meiner Mitarbeiter im Laden den ganzen Tag lang die Maske zu tragen, das dürfte eine Herausforderung sein. Mir tun da die Ärzte und das medizinische Personal leid, wenn ich an sie denke.“

Der ehemalige erfolgreiche Olympia-Teilnehmer Černý hat in den vergangenen Wochen niemanden entlassen und rechnet auch jetzt nicht damit.

Tomáš Prouza (Foto: Khalil Baalbaki, Archiv des Tschechischen Rundfunks)
Der Karfreitag ist seit wenigen Jahren auch hierzulande ein Staatsfeiertag. Wegen des Notstands ist aber das Verkaufsverbot außer Kraft gesetzt. Das heißt, dass auch Läden mit einer Fläche von über 200 Quadratmetern geöffnet werden dürfen. Am Ostermontag bleiben aber die großen Lebensmittel-Supermärkte geschlossen. Zu den Gründen sagte der Vorsitzende des Handel- und Tourismusverbandes, Tomáš Prouza:

„Die massiven Einkäufe, die es noch vor einem Monat gab, haben wir hinter uns. Die Aufteilung der Schichten wird in den Läden fast einen Monat im Voraus geplant. Und die Beschäftigten haben einfach damit gerechnet, dass sie am Ostermontag frei haben. Wir sehen keinen Grund dafür, dies im letzten Moment zu ändern. Und wir denken, dass es gut ist, wenn sich alle ausruhen können.“

Welche weitere Geschäfte eventuell nach dem Osterfest geöffnet werden, darüber wird erst in den kommenden Tagen entschieden. In der ersten Welle könnte der Buchhandel hinzukommen.