Sprachen verflechten: Tschechien beteiligt an Projekt mit Übersetzern aus sechs Ländern

Foto: Archiv der Karls-Universität

Ein internationales Projekt soll jungen Übersetzern und Übersetzerinnen beim Start ins Berufsleben helfen. „TransStar Europa“ heißt das Projekt, und es wurde von der Universität in Tübingen ins Leben gerufen. Ziel ist, bei Workshops den Teilnehmern die Möglichkeit zu geben, sich ein Netzwerk in Ost- und Mitteleuropa aufzubauen. Auch Tschechien ist in das Projekt eingebunden.

Foto: Archiv der Karls-Universität
Es sind die Prager Karls-Universität und das Collegium Bohemicum in Ústí nad Labem / Aussig, die sich auf tschechischer Seite beteiligen - neben sieben weiteren Institutionen in anderen Ländern. Das Projekt soll die Sprachen und Kulturen der Länder miteinander verflechten. Manfred Weinberg ist Professor für germanische Studien an der Karlsuniversität Prag und erklärt, wie die Verflechtung aussehen soll:

„Die Verflechtung wird durch Workshops gewährleistet. Diese Workshops fassen verschiedene Übersetzungsgruppen zusammen. Beteiligt sind Polen, Tschechien, Slowenien, Kroatien, die Ukraine und Deutschland. Wir haben die Teilnehmer der Workshops in verschiedene Gruppen eingeteilt. Sie werden gemeinsam an einem Ort an Projekten arbeiten. Dadurch findet auch zwischen diesen Gruppen eine Verständigung statt.“

Manfred Weinberg (Foto: Archiv der Karls-Universität)
Das Projekt läuft die nächsten drei Jahre. Im Laufe der Zeit soll ein Netzwerk zwischen den künftigen Kulturmittlern aufgebaut werden. Manfred Weinberg:

„Wir wollen nicht nur die Teilnehmer der Gruppen erreichen, sondern auch ein allgemeines Publikum für kleinere Sprachen und Kulturen sensibilisieren. Insofern geht es primär darum, den kulturellen Austausch zwischen Deutschland und den ost- und mitteleuropäischen Ländern zu fördern.“

Dazu dienen weitere Veranstaltungen neben den Übersetzungsworkshops. Sie sind unter anderem auf Kulturmanagement und interkulturelle Vermittlung ausgerichtet. Die erste Veranstaltung in Tschechien ist für Anfang April am Institut für germanische Studien der Karlsuniversität geplant. Štěpán Zbytovský, stellvertretender Direktor des germanischen Instituts an der Karlsuniversität:

Štěpán Zbytovský (Foto: Archiv der Karls-Universität)
„Diese wird außerhalb der Workshops sein und richtet sich sowohl an das studentische Publikum, als auch an die allgemeine Öffentlichkeit. An der Veranstaltung werden Translatologen und Übersetzer teilnehmen. Sie erklären, was eine Übersetzung leisten kann und wie sie selbst ihre Arbeit empfinden. Für die angehenden Übersetzer sowie für die Studenten ist dies eine wichtige Erfahrungsvermittlung.“

Zbytovský erhofft sich von „TransStar Europa“ also eine effektive Förderung von Übersetzungen:

„Das Wichtige dabei ist, nicht nur die slawischen Sprachen und ihre Literatur in Deutschland bekannter zu machen, sondern auch umgekehrt. Wichtig für uns ist, dass Deutsch in Tschechien größere Resonanz gewinnt.“

Das Projekt hat das im Übrigen sofort das Interesse junger Übersetzer und Studierenden geweckt:

„Wir haben insgesamt 41 Bewerbungen für das Projekt erhalten“, sagt Veronika Dudková vom Collegium Bohemicum.

Die Resonanz ist vergleichsweise groß, da das Institut nur fünf Teilnehmerplätze zur Verfügung hatte. Auch die Medien seien ziemlich interessiert an dem Projekt, sagt Dudková.