Stanislav Štech wird Nachfolger von Valachová als Bildungsminister

Stanislav Štech (Foto: ČTK)

Am Mittwoch kommt es wohl zum letzten Wechsel im Kabinett von Premier Bohuslav Sobotka (Sozialdemokraten) vor den Parlamentswahlen im Oktober. Der bisherige Staatssekretär Stanislav Štech (parteilos) löst seine Chefin Kateřina Valachová als Minister für Bildung, Jugend und Sport ab. Die Sozialdemokratin hatte bereits Anfang Mai ihren Rücktritt erklärt, Präsident Zeman hat ihrem Gesuch jedoch erst am Montag stattgegeben.

Stanislav Štech (Foto: ČTK)
Das Bildungsministerium ist offenbar kein gutes Pflaster. In der laufenden Legislaturperiode wird mit Stanislav Štech bereits der dritte Ressortchef vereidigt. Sozialdemokrat Marcel Chládek wurde im Juni 2015 nach internen Vorwürfen wegen seines Führungsstils als Bildungsminister entlassen. Seine Parteikollegin Kateřina Valachová stolperte über eine Causa bei der Sportförderung. Und das, obwohl die 40-Jährige vielmehr maßgeblich zur Aufdeckung dieser Affäre beitrug. Doch aus Enttäuschung über das ihr gegenüber missbrauchte Vertrauen zweier Ex-Mitarbeiter zog sie die politischen Konsequenzen. Nachfolger Štech will nun ihre Arbeit fortsetzen:

„Ich denke, dass es erforderlich ist, so schnell als möglich eine akzeptable Lösung bei der Sportförderung zu finden. Denn es gilt, die hochgekochten Emotionen zu dämpfen und die Sportverbände zu beruhigen.“

Miroslav Pelta (Foto: ČT24)
Die Unzufriedenheit der Sportverbände war entstanden, weil Valachová im Zuge des aufgedeckten Skandals die gesamte Sportförderung auf den Prüfstand stellte. Die Zahlung der bewilligten Subventionen hatte die Ministerin dabei umgehend eingefroren. Drahtzieher der Causa waren indes nur der Fußballverband, beziehungsweise dessen ehemaliger Chef Miroslav Pelta, sowie Simona Kratochvílová, eine ehemalige Staatssekretärin im Ministerium.

Doch das ist nicht das einzige Problem, das der neue Bildungsminister zu lösen hat. Ganz oben auf seiner Agenda stehen beispielsweise die Durchsetzung einer neuen Karriereleiter für Lehrkräfte im Parlament und – wie immer – der Kampf um möglichst hohe Haushaltsgelder für das Ressort. Bei der zweiten Aufgabe trete Štech zudem in ziemlich große Fußstapfen, meint der Vorsitzende des Verbandes der mittleren Fachschulen, Jiří Zajíček:

Jiří Zajíček (Foto: Jana Trpišovská, Archiv des Tschechischen Rundfunks)
„Bei den Haushaltsverhandlungen hat Ministerin Valachová ein hervorragendes Geschick bewiesen. Die Frage ist nun, wie erfolgreich ihr Nachfolger sein wird. Ich bin aber überzeugt, dass Minister Štech alles in seinen Kräften stehende tun wird, um ein starkes Budget für das Ressort zu erwirken.“

Und dies aus gutem Grund, so Zajíček. Der Pädagoge kann sich zudem eine Spitze gegen den derzeitigen Zustand des Bildungssystems nicht verkneifen:

„Wenn wir nur auf die Gehälter der Lehrer und Mitarbeiter im Schulwesen schauen, dann ist es heutzutage sehr schwer, qualifiziertes Personal im Schulbetrieb zu halten. Und junge, neue Lehrkräfte zu gewinnen, ist genauso schwierig. Denn in den meisten anderen Branchen werden ihnen wesentlich höhere Gehälter geboten als wir das können.“

Kateřina Valachová (Foto: ČTK)
In diesem Bereich wie auch zu vielen anderen Fragen, die es im Bildungswesen zu beantworten gibt, mache er sich keine Illusionen. Da werde auch Štech keine Bäume ausreißen, so Zajíček. Dazu ist die verbleibende Amtszeit von wahrscheinlich knapp fünf Monaten viel zu kurz. Und dennoch halte er Stanislav Štech gerade jetzt für den richtigen Nachfolger von Kateřina Valachová, resümiert Zajíček:

„In der gegenwärtigen Situation geht es vor allem darum, Kontinuität zu wahren. Es müssen also die Dinge zu Ende gebracht werden, die in den zurückliegenden zwei, drei Jahren angeschoben wurden. Und da ist Stanislav Štech als bisheriger Stellvertreter und rechte Hand von Ministerin Valachová prädestiniert dafür, diese Kontinuität zu gewährleisten und ihre Arbeit fortzusetzen.“