Stars und Debütanten: Kartenverkauf für das Prager Rudolf-Firkušný-Klavierfestival beginnt
Das Rudolf-Firkušný-Klavierfestival findet im November wieder in Prag statt. Die Veranstalter haben diese Woche das diesjährige Programm veröffentlicht. Am Mittwoch wurde der Kartenverkauf eröffnet.
Das Rudolf-Firkušný-Klavierfestival wurde 2013 ins Leben gerufen. Die Veranstalter des renommierten Musikfestivals „Prager Frühling“ wollten damit an einen der bedeutendsten Pianisten des 20. Jahrhunderts erinnern. Firkušný stammte aus Mähren und verbrachte den Großteil seines Lebens im Exil. Zum ersten Mal verließ der Klaviervirtuose 1939 seine Heimat. Er lebte anschließend in den USA und in Paris. Zum zweiten Mal flüchtete er 1948 vor den Kommunisten in der Tschechoslowakei. 1990 kehrte er zurück und trat auch beim „Prager Frühling“ auf. Josef Třeštík ist dessen künstlerischer Leiter. Gegenüber Radio Prag International sagte er zum Rudolf-Firkušný-Klavierfestival:
„Wir bemühen uns, die größten Stars nach Prag zu bringen und dem Publikum ebenso Pianisten vorzustellen, die in Tschechien noch nicht aufgetreten sind. Dieses Jahr werden auch wieder renommierte Pianisten beim Festival spielen, wie Jewgeni Kissin und András Schiff. Sie werden sogar gemeinsam auftreten, auf dem Programm stehen Werke von Mozart und Schumann. Es erklingt auch tschechische Musik – Smetanas ,Moldau‘ und die ,Slawischen Tänze‘ von Antonín Dvořák.“
Die Pianisten haben das Programm laut Třeštík zum Teil speziell für das Firkušný-Festival zusammengestellt. Und zum ersten Mal werde der junge österreichische Pianist Lukas Sternath bei der Veranstaltung spielen:
„Er ist ein hervorragender junger Musiker und hat beispielsweise schon zusammen mit den Wiener Philharmonikern und den Bamberger Symphonikern gespielt. Das Thema seines Festivalprogramms ist der Wanderer in einer romantischen Landschaft. Es erklingen die ,Wanderer-Fantasie‘ von Franz Schubert und ein großer Teil aus dem Zyklus der italienischen Wanderjahre von Franz Liszt. Dies war eine Huldigung des Komponisten Liszt an Johann Wolfgang von Goethe und an Italien.“
Das Festivalpublikum kann in diesem Herbst ebenfalls zum ersten Mal den tschechischen Pianisten Marek Kozák live erleben. Er hat zwar zuvor schon einmal beim Firkušný-Festival gespielt. Das war jedoch während der Corona-Zeit, als die Konzerte nur ohne Publikum gestreamt wurden. Kozák wurde letztes Jahr mit dem Jiří-Bělohlávek-Preis für Künstler unter 30 Jahre geehrt. Er ist zudem Preisträger des renommierten Bach-Wettbewerbs in Leipzig. Josef Třeštík:
„Das Programm, das er für sein Konzert vorbereitet hat, steht im Zeichen des Tanzes. Eröffnet wird der Abend mit Bachs Partita Nr. 1, in der auch Tänze erklingen. Es folgen die ,Böhmischen Tänze‘ von Smetana und die Walzer von Ravel. Das Konzert erreicht dann mit Liszts ,Mephisto-Walzer‘seinen Höhepunkt.“
Des Weiteren wird die Siegerin des bedeutenden Königin-Elisabeth-Wettbewerbs von 2007, Anna Vinnitskaya, unter anderem Werke von Chopin und Rachmaninow spielen.
Kein Unbekannter ist für das Prager Publikum zudem Grigori Sokolow. Der Pianist russischer Herkunft, der die spanische Staatsbürgerschaft hat, tritt laut Třeštík gern in der tschechischen Hauptstadt auf.
„Er ist ein sehr spezifischer Künstler, der sein Programm nicht im Voraus veröffentlicht. Nach dem Ende einer Konzertsaison zieht er sich von der Welt zurück und bereitet ein neues Programm vor. Er denkt viel darüber nach und probiert verschiedene Varianten aus. Erst kurz vor Saisonbeginn gibt er bekannt, was er spielen wird. Normalerweise würde ich das für riskant halten, ein Konzert ohne Programm anzukündigen. Im Fall von Grigori Sokolow ist es jedoch nicht so, denn wir wissen, dass er ein glänzender Künstler ist und sich die Karten sehr gut verkaufen.“
Wie Josef Třeštík außerdem anmerkt, weckt das Klavierfestival Aufmerksamkeit auch im Ausland:
„Ich habe schon erlebt, dass mich ein Ausländer beim Konzert angesprochen und erzählt hat, er sei ein Fan von Klaviermusik und komme extra zum Firkušný-Festival her.“
Das Rudolf-Firkušný-Klavierfestival findet vom 3. bis 9. November im Prager Rudolfinum statt. Der Kartenverkauf hat am Donnerstag begonnen.
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