Stresstests: Tschechiens Banken sind widerstandsfähig

Foto: Renjith Krishnan, FreeDigitalPhotos.net

Die tschechischen Banken sind nach wie vor gut gegen wirtschaftliche Risiken gefeit. Dies zeigen die Ergebnisse aktueller Stresstests, die die Nationalbank des Landes (ČNB) durchgeführt hat. Die Ergebnisse wurden am Mittwoch veröffentlicht. Als wichtigster Faktor für die Abwehr von Risiken gilt die hohe Eigenkapitalquote des gesamten Sektors.

Jan Frait (Foto: Archiv ČNB)
Die Zentralbank überprüft regelmäßig die Widerstandsfähigkeit der Bankhäuser, die ihrer Aufsicht unterliegen. Bei dem jüngsten Test wurde geprüft, wie resistent Banken sind, falls sich innere und äußere Wirtschaftsfaktoren rapide verschlechtern. Laut Aussage von Jan Frait, dem Leiter der Abteilung für finanzielle Stabilität der Zentralbank, seien die Ergebnisse besser ausgefallen als vor einem halben Jahr: „Alle Banken bleiben auch im Stressszenario deutlich über dem geforderten Wert von acht Prozent. Tschechische Banken haben in diesem Jahr ihre Eigenkapitalquote erhöht, sie übersteigt nun 18 Prozent. Im Vergleich mit anderen Ländern Europas zählt sie zu den höchsten.“

Bankanalytiker David Marek schätzt die tschechischen Banken im Unterschied zu den meisten Banken in Westeuropa als sehr konservativ ein: „Hinsichtlich der Stabilität des Bankensektors ist eine hohe Eigenkapitalquote selbstverständlich gut, weil der Sektor dann eventuellen negativen Einflüssen auf Wirtschaften besser widerstehen kann.“

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Banken in der Tschechischen Republik verfügen zudem über hohe Gewinne. Sie seien kaum bereit, risikohafte Darlehen zu gewähren, wie es im Bericht der Zentralbank weiter heißt.

Für die Bewertung wurden ein „Grundszenario“ und ein „Stressszenario“ simuliert. Im Grundszenario wird eine mäßige Senkung der Betriebsgewinns um etwa fünf Prozent im Jahresvergleich vorausgesetzt. Es basiert auf der makroökonomischen Prognose der Zentralbank vom November, in der mit einem Wachstum der Wirtschaftsaktivität von 2,5 Prozent in diesem und im kommenden Jahr gerechnet wird. Das Stressszenario legt hingegen einen rasanten Verfall des Betriebsgewinns um etwa 38 Prozent gegenüber dem Jahr 2013 zugrunde und rechnet mit einer Deflation in Europa sowie einer Rezession in Tschechien.