Symbol der Wende von 1989: Liedermacher Jaroslav Hutka

Jaroslav Hutka

Viele Menschen sehen in ihm eines der Symbole für den Zusammenbruch des kommunistischen Regimes – Der Liedermacher und Dichter Jaroslav Hutka war einer der ersten Exilanten, die im November 1989 in die alte Heimat zurückkehrten. Am Freitag, den 21. April, feierte er seinen 70. Geburtstag.

Jaroslav Hutka | Foto: Prokop Havel,  Archiv des Tschechischen Rundfunks
Jaroslav Hutka stammt aus dem mährischen Olomouc / Olmütz. Er besuchte die Kunstgewerbeschule in Prag, entdeckte aber schon früh seine Leidenschaft für die Musik. Schon Ende der 1960er Jahre trat er mit seinen eigenen Liedern auf. Er machte aber auch mährische Volksballaden populär in ganz Tschechien. Einige Mal wurde Hutka zum Liedermacher des Jahres gekürt.1972 gründete der Liedermacher die Folk-Vereinigung Šafrán. Damals wurden seine bekanntesten Alben herausgeben „Stůj, břízo zelená“ und „Vandrovali hudci“. 1977 nahm er am dritten Festival der zweiten Kultur auf dem Sommersitz von Václav Havel in Hrádeček teil. Hutka unterzeichnete die Charta 77, wurde danach vom kommunistischen Geheimdienst StB schikaniert und zur Emigration gezwungen. Im Oktober 1978 verließ er die Tschechoslowakei und ging in die Niederlande.

Foto: Supraphon
Der Liedermacher kehrte am 26. November 1989 aus dem Exil in seine Heimat zurück. Direkt vom Flughafen reiste er zur Kundgebung auf den Prager Letná-Hügel. Über 100.000 Demonstranten haben dort damals Hutkas Lieder mitgesungen. Auch die jüngste Generation, die den Musiker persönlich nie auf der Bühne erlebt hatte, sang das Lied „Náměšť“ mit. Im Text hieß es: „Was ist das Allergrößte? Die Freiheit des Menschen.“

Die Rückkehr in die Heimat war für Hutka nicht ganz einfach. Er habe das Glück gehabt, dass ihn die Menschen zu Hause begeistert begrüßten, trotzdem habe es lange gedauert, bis er sich wieder eingewöhnt habe, erinnert sich der Liedermacher an die ersten Jahre nach der Rückkehr. Hutka tritt bis heute oft in ganz Tschechien auf. Mit der Zeit fing er an, auch die aktuelle tschechische Politik zu kritisieren. Darum kandidierte er 2002 und 2004 für die humoristische Balbíns poetische Partei für das Abgeordnetenhaus und das Europäische Parlament, jedoch erfolglos.

Anlässlich seines 70. Geburtstags gab der Liedermacher eine Gedichtsammlung mit dem Titel „Agonda“ sowie zwei CDs mit den Aufnahmen von 1974 und ein Album mit seinen neuesten Liedern heraus.