Täglicher Nachrichtenüberblick

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Tschechischer Verkehrsminister droht Zuganbieter Arriva mit Vertragsauflösung

Der Deutsche-Bahn-Tochter Arriva droht in Tschechien eine Auflösung des Vertrags über den Betrieb mehrerer regionaler Bahnstrecken. Sein Ressort werde dies in Erwägung ziehen, falls die Serviceleistungen des Unternehmens auch weiterhin nicht den Qualitätsansprüchen genügten, teilte Verkehrsminister Vladimír Kremlík (parteilos) über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Aktuell erhält Arriva für Mängel beim Betrieb von Zügen in Tschechien insgesamt 670.000 Kronen (26.800 Euro) Strafe. Hinzu kämen noch weitere Sanktionen für Verspätungen und Verstöße gegen den Fahrplan, schrieb Kremlík.

Arriva bedient seit dem Fahrplanwechsel im Dezember mehrere regionale Bahnstrecken in Tschechien. Seitdem haben Inspektoren des tschechischen Bahnamtes insgesamt 23 Züge von Arriva kontrolliert. Dabei stellten sie mehrere Mängel fest. Diese reichten von Problemen beim Ticketverkauf, über unbeheizte Züge bis zu Sprachproblemen zwischen den Zugbegleitern und Lokführern.

Außer an das Verkehrsministerium muss der Zugbetreiber auch eine Strafe in Höhe von 815.000 Kronen (32.600 Euro) an den Kreis Liberec / Reichenberg zahlen.

Europaabgeordnete befassen sich mit Ermittlungen gegen Babiš

Die Abgeordneten des Europäischen Parlaments in Straßburg werden sich am Mittwoch erneut mit den Ermittlungen gegen den tschechischen Premier Andrej Babiš (Partei Ano) beschäftigen. Es geht um den möglichen Missbrauch von EU-Fördergeldern. Die Ermittlungen sind im Dezember vergangenen Jahres wieder aufgenommen worden. Zu dem Thema sollen sich auch Vertreter des Rates der EU und der EU-Kommission äußern.

Die tschechische Europaabgeordnete Markéta Gregorová von der Piratenpartei sagte am Mittwoch gegenüber der Online-Zeitung „Forum 24“, Babiš gehe es nicht um Tschechien, sondern nur um das Wohl seiner ehemaligen Firmen.

Senatspräsident Kubera: Taiwan-Reise ist kein chinafeindlicher Besuch

Staatspräsident Miloš Zeman sieht die bevorstehende Taiwan-Reise von Senatspräsident Jaroslav Kubera (Bürgerdemokraten) nicht im ökonomischen Interesse Tschechiens. Das sagte der Vorsitzende des Abgeordnetenhauses, Radek Vondráček (Partei Ano), am Dienstag nach dem traditionellen Neujahrsessen mit dem Staatsoberhaupt. Laut Kubera, der auch an dem Essen teilnahm, ist sein Besuch des Inselstaates nicht gegen China gerichtet.

Kubera reist Ende Februar mit einer Unternehmerdelegation nach Taiwan. Der Bürgerdemokrat erinnerte daran, dass Taiwan der drittgrößte tschechische Handelspartner in Asien ist.

Polizei ermittelt wegen Hakenkreuz-Sprühereien in Ostböhmen

Die tschechische Polizei ermittelt wegen Hakenkreuz-Sprühereien im ostböhmischen Ústí nad Orlicí / Wildenschwert. In der Nacht auf Mittwoch wurden insgesamt 15 Gebäude der Stadt mit nationalsozialistischen oder rechtsradikalen Symbolen besudelt. Dazu gehört auch das örtliche Theater, an dessen Frontseite haben der oder die Täter ein Hakenkreuz gesprüht.

Laut Bürgermeister Petr Hájek (Wählerinitiative Oušťáci) ist dies der erste Fall in Ústí nad Orlicí von massiver neonazistischer Propaganda. Bisher seien ähnliche Schmierereien nur vereinzelt aufgetaucht, so Hájek.

Sopranistin Naděžda Kniplová im Alter von 87 Jahren gestorben

Die international anerkannte tschechische Sopranistin Naděžda Kniplová ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Dies teilte ein Sprecher des Prager Nationaltheaters am Dienstag mit.

Kniplová stammte aus Ostrava / Ostrau, ihre Opernkarriere begann in Ústí nad Labem / Aussig. Dort sang sie zum ersten Mal die Rolle der Kostelnička in Janáčeks „Jenufa“, diese wurde später zu einer ihrer Paraderollen. Seit 1964 gehörte Kniplová zum Opernensemble des Prager Nationaltheaters. Auf Einladung von Herbert von Karajan trat sie 1967 bei den Salzburger Festspielen auf. Anschließend wurden ihr weltweit vor allem Hauptrollen in Wagners Opern angeboten. Kniplová war auch als Professorin an der Prager Musikakademie tätig.

Handball-EM: Tschechien erreicht Hauptrunde und trifft auf Deutschland

Die tschechische Handballnationalmannschaft hat bei der EM die Hauptrunde erreicht. Am Dienstag besiegte sie im abschließenden Spiel der Vorrunde die Ukraine mit 23:19.

In der Hauptrundengruppe in Wien trifft Tschechien unter anderem auf Deutschland. Diese Begegnung wird am Mittwoch kommender Woche ausgetragen. Weitere Gegner sind Spanien, Weißrussland und Kroatien.

Eishockey: Hradec Králové erreicht Finale der Champions Hockey League

Die Eishockeyspieler von Hradec Králové / Königgrätz sind die zweite tschechische Mannschaft überhaupt, die das Finale der Champions Hockey League (CHL) erreicht hat. Nach ihrem 3:1-Hinspielsieg bei Djurgården Stockholm bezwangen sie ihren schwedischen Gegner am Dienstag auch im Rückspiel vor heimischer Kulisse. Hradec Králové entschied die Begegnung mit 3:0 für sich.

Im Finale treffen die Ostböhmen auf den Titelverteidiger Frölunda Göteborg. Das Endspiel findet am 4. Februar in Hradec Králové statt.

Das Wetter am Donnerstag, 16. Januar

Am Donnerstag ist es in Tschechien teils heiter, teils hochnebelartig bewölkt. Vereinzelt ist überfrierende Nässe möglich. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 5 bis 9 Grad Celsius, unter der Nebeldecke aber maximal 2 Grad Celsius.