Täglicher Nachrichtenüberblick

0:00
/
0:00

Flüchtlingskrise: Tschechien stützt die Länder der Westbalkan-Konferenz

Beim Treffen der europäischen Innenminister zur Flüchtlingskrise hat Tschechien die zehn Länder der Westbalkan-Konferenz vom Mittwoch gestützt. Diese kritisierten bei dem äußerst hitzigen Treffen in Brüssel vor allem die Versäumnisse Griechenlands. Athen wiederum beschwerte sich, bei der Westbalkan-Konferenz übergangen worden zu sein. Wie der tschechische Innenminister Milan Chovanec (Sozialdemokraten) sagte, habe er seinen griechischen Kollegen daran erinnern müssen, dass Prag dessen Land beim Grenzschutz Hilfe angeboten hat.

Die Länder der Visegrad-Gruppe, zu denen Tschechien gehört, fordern einen Plan B zur Eindämmung des Flüchtlingsansturms. Dabei soll nicht die Grenze zwischen Griechenland und der Türkei stärker geschützt werden, sondern die zwischen Griechenland und Mazedonien.

Premier Sobotka: Überlegungen über EU-Austritt Tschechiens sind gefährlich

Premier Bohuslav Sobotka hält jedwede Überlegungen über einen Austritt Tschechiens aus der EU für sinnlos, schädlich und gefährlich. Die Mitgliedschaft in der EU garantiere wirtschaftliches Wachstum und Sicherheit, zudem bestätige sie die Orientierung der tschechischen Gesellschaft nach der politischen Wende von 1989, schrieb der Premier in einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung. Wegen Debatten über den Brexit könnten Rechtsextremisten und Nationalisten in Tschechien sowie in weiteren Ländern „früher oder später“ das Thema des Austritts aus der EU aufgreifen, warnte der Sozialdemokrat.

Brüssel will Tschechien verklagen – wegen Streit um Staatsangehörigkeit von Notaren

Die Europäische Kommission will Tschechien verklagen. Grund sei, dass hierzulande nur tschechischen Bürgern erlaubt sei, als Notar tätig zu sein. Dies verstoße aber gegen das Recht der Freizügigkeit, glaubt die Kommission. Brüssel verweist dabei seit einiger Zeit auf ein früheres Urteil des Gerichtshofs der Europäischen Union. Dennoch hat Prag die Zulassungspraxis von Notaren nicht geändert. Die Europäische Kommission wies darauf hin, dass sie in diesem Punkt auch weitere EU-Mitgliedsstaaten im Auge habe.

Erste Zika-Fälle in Tschechien nachgewiesen

In Tschechien sind erstmals zwei eingeschleppte Zika-Infektionen nachgewiesen worden. Eine Frau habe sich bei einer Reise in die Dominikanische Republik, ein Mann bei einem Besuch auf der Karibik-Insel Martinique angesteckt, sagte Gesundheitsminister Svatopluk Němeček (Sozialdemokraten) am Donnerstag in Prag. Bei beiden hätten sich grippeähnliche Symptome und ein Hautausschlag gezeigt. Eine Laboruntersuchung habe die Diagnose bestätigt. Die Frau sei nicht schwanger, betonte Němeček. Die Urlauber mussten nach ihrer Rückkehr nur ambulant behandelt werden.

Das Zika-Virus breitet sich derzeit auf dem amerikanischen Kontinent immer weiter aus. Es steht im Verdacht, für Schädelfehlbildungen bei Neugeborenen verantwortlich zu sein.

Legislativrat: Beamtengesetz betrifft nicht Vorsitzende der Energieregulierungsbehörde

Der Legislativrat der tschechischen Regierung ist der Ansicht, dass sich das Beamtengesetz nicht auf die Vorsitzende der Energieregulierungsbehörde bezieht. Das Kabinett hatte den Rat um seine Stellungnahme gebeten. Falls sich die Regierung dieser Meinung anschließt, wird die umstrittene Vorsitzende Alena Vitásková ihr Amt nicht zum 1. März niederlegen müssen. Dies sagte der Chef des Legislativrates, Jiri Dienstbier. Vitásková liegt mit Industrie- und Handelsminister Jan Mládek im Streit. Beide haben unterschiedliche Ansichten zur Förderung von erneuerbaren Energien.

Jenseits von der Frage des Beamtengesetzes droht der Vorsitzenden der Energieregulierungsbehörde dennoch eine Abberufung. Am Montag wurde sie wegen Machtmissbrauchs zu einer hohen Haftstrafe verurteilt. Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig, eine Berufung ist möglich.

In Prag wird der Opfer des Kommunismus gedacht

Am Denkmal für die Opfer des Kommunismus in Prag fand am Mittwochabend eine Gedenkveranstaltung statt. Die Teilnehmer erinnerten an die mehreren Tausend Menschen, die während der kommunistischen Diktatur ums Leben kamen sowie an alle weiteren, deren Schicksal vom Regime beeinflusst wurde. Nach einem Gebet wurden Kerzen angezündet.

Vizepremier Pavel Bělobrádek (Christdemokraten) erklärte, dass vieles von dem, was damals passiert sei, heute noch lebendige Geschichte sei. Der Initiator der Gedenkveranstaltung, Jan Cieslar, erinnerte daran, dass während des kommunistischen Regimes mehr als 200.000 Menschen aus politischen Gründen verurteilt wurden. Einige Tausend von ihnen starben in den Gefängnissen und 250 Menschen wurden hingerichtet. Zu den Rednern gehörten auch Kardinal Dominik Duka und Kulturminister Daniel Herman (Christdemokraten). Am 25. Februar 1948 hatten die Kommunisten in der damaligen Tschechoslowakei die Macht ergriffen.

Vor 68 Jahren - am 25. Februar 1948 - ergriffen die Kommunisten die Macht in der ehemaligen Tschechoslowakei.

Právo: Polizei ermittelt gegen Künstlergruppe Ztohoven wegen Unterhosenaktion auf Hradschin

Die Polizei ermittelt gegen drei Mitglieder der Künstlergruppe Ztohoven im Zusammenhang mit der „Unterhosenaktion“ auf der Prager Burg. Ihnen werden Unruhestiftung, Diebstahl und Beschädigung fremden Eigentums vorgeworfen. Dies berichtete die Tageszeitung Právo in ihrer Ausgabe vom Donnerstag. Den Künstlern sollen bis zu drei Jahre Gefängnis drohen. Die tschechischen Gerichte hatten es zuvor abgelehnt, die Künstler zu bestrafen, und gaben den Fall an die Polizei zurück.

Drei als Schornsteinfeger verkleidete Mitglieder von Ztohoven hatten im September vergangenen Jahres die offizielle Präsidentenflagge auf der Prager Burg eingeholt und stattdessen eine riesige rote Unterhose gehisst. Damit protestierten die Künstler gegen Präsident Miloš Zeman und seine Politik.

Flugverkehr: Dritte Direktverbindung zwischen Prag und China

Seit Donnerstag besteht eine dritte direkte Flugverbindung zwischen Prag und China. Es handelt sich um Charterflüge der Sichuan Airlines nach Chengdu im Zentrum des Landes. Bisher bestätigt sind zwar nur zwei Termine. Geplant seien aber regelmäßige Flüge zweimal die Woche, am Donnerstag und Sonntag, berichtet die Presseagentur ČTK. Derzeit fehle noch das grüne Licht der chinesischen Behörden, hieß es. Bisher bestehen bereits regelmäßige Linienflüge zwischen Prag und Peking sowie Prag und Shanghai.

Die neue Flugverbindung richtet sich vorrangig an chinesische Urlauber. Im vergangenen Jahr kamen 285.000 Chinesen zu Besuch nach Tschechien. Dies bedeutete einen Anstieg von 35 Prozent gegenüber 2014.

Kinderfilmregisseur Zdeněk Smetana gestorben

Der Kinderfilmregisseur und Trickfilmzeichner Zdeněk Smetana ist am Donnerstag im Alter von 90 Jahren in Prag gestorben. Smetana verfilmte im Jahr 1986 Otfried Preußlers „Die kleine Hexe“ in einer abendfüllenden Zeichentrickfassung. Seine eigenen „Geschichten zwischen Moos und Farn“ über zwei Kobolde, die in einem Haus mitten im Wald wohnen, waren in den 1970er Jahren im deutschen Fernsehen zu sehen. Die Kinderserie lief auch unter dem Titel „Fliegenpilz und Kasimir“. Für das Fernsehen der damaligen Tschechoslowakei entwarf Smetana zahlreiche Figuren für die abendlichen „Sandmännchen“-Sendungen. Er illustrierte auch Dutzende Kinderbücher. Über die Wahl seines Berufs hatte Smetana einmal gesagt, er habe schon als kleiner Junge eine einzige Leidenschaft gehabt, nämlich das Malen.

Neues Buch über den von Kommunisten ermordeten Pfarrer Toufar

Der Forscher und Schriftsteller Miloš Doležal stellt am Donnerstag sein zweites Buch über Pfarrer Josef Toufar vor. Der Priester wurde vom kommunistischen Geheimdienst StB zu Tode gefoltert, er starb am 25. Februar 1950. Dem Gemeindepfarrer der Ortschaft Číhošť war vorgeworfen worden, ein „Wunder“ inszeniert zu haben. Doležal gelang es, im Nationalen Filmarchiv eine zweiminütige Dokumentaraufnahme zu finden, die andeutet, wie der Pfarrer gefoltert wurde. Die Aufnahme entstand einen Tag vor Toufars Tod.

Der Priester wurde in einem Massengrab auf dem Friedhof im Prager Stadtteil Ďáblice bestattet. Im Juli vergangenen Jahres wurden seine sterblichen Überreste nach 65 Jahren nach Číhošť überführt und in der Ortskirche bestattet.

Kameramann Jiří Macháně für Lebenswerk ausgezeichnet

Der Kameramann Jiří Macháně ist am Mittwoch in Prag vom Verband tschechischer Kameraleute mit dem Preis für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden. Macháně drehte 49 Spielfilme und arbeitete mit renommierten Filmregisseuren zusammen wie Juraj Herz, František Vláčil, Karel Kachyňa, Jan Němec und František Filip. Mit Juraj Herz drehte er beispielsweise die Märchenfilme „Das neunte Herz“ und „Der Froschkönig“. Macháně arbeitete auch in Deutschland, er war Kameramann des Fernsehfilms „Die Friedensmission – 10 Stunden Angst“.

Rotkehlchen ist Vogel des Jahres in Tschechien

Das Rotkehlchen ist Vogel des Jahres in Tschechien. Dies hat die tschechische Ornithologische Gesellschaft am Donnerstag bekanntgegeben. Das Rotkehlchen gehört zu den 15 häufigsten Vogelarten hierzulande. Rund eine Million Exemplare nisten jedes Jahr in Tschechien. Allerdings sind große Fensterflächen eine Gefahr für den kleinen Singvogel. Auch darauf wollen die Ornithologen mit der Wahl aufmerksam machen. Denn als Schutz genüge bereits ein einziger dunkler Vogel-Aufkleber auf der Glasfläche, sagte der Leiter der Ornithologische Gesellschaft, Zdeněk Vermouzek.

Das Wetter am Freitag, 26. Februar

Am Freitag ist es in Tschechien meist leicht bewölkt. Vorübergehend können die Wolken aber auch dichter sein – und das vor allem im Norden und Nordosten des Landes, wo es zudem zu Schneeschauern kommen kann. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 2 bis 6 Grad Celsius. In Lagen um 1000 Meter werden maximal -3 Grad Celsius erreicht.