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Libanesische Medien: Verschwinden von fünf Tschechen im Libanon war Verschwörung

Vieles spricht für einen Austausch von fünf Tschechen, die ein halbes Jahr als „im Libanon verschollen“ galten, gegen den seit 2014 in Prag inhaftierten Libanesen Ali Fayad. Dies berichten mehrere libanesische Medien am Mittwochmorgen. So schrieb die Tageszeitung „An-Nahár“, dass die fünf Tschechen während der zurückliegenden sechs Monate keine Gefangenen gewesen seien, sondern als „Gäste“ an einem geheim gehaltenen Ort versteckt gehalten wurden. Über ihr Wohlergehen am Aufenthaltsort seien die libanesischen Sicherheitskräfte jederzeit im Bilde gewesen, hieß es. Ziel dieser theatralischen Konspiration sei von Anfang an gewesen, Druck auf die tschechischen Behörden auszuüben und sie zur Auslieferung des Hisbollah-Agenten Ali Fayad zu nötigen, informiert das Blatt. Das Außenministerium in Prag und andere tschechische Behörden lehnen es weiter ab, solche oder ähnlich lautende Spekulationen zu kommentieren.

Den Informationen des libanesischen Internetportals „Ya Libnan“ zufolge werde es am Mittwoch zu dem Austausch der fünf Tschechen gegen den Libanesen Ali Fayad in Beirut kommen. Demzufolge soll Fayad bereits mit einer Spezialmaschine aus Prag eingetroffen sein und dann vor Ort gegen die tschechischen Bürger ausgetauscht werden.

Tschechien will an Prozess um Kinder von Eva Michaláková in Oslo teilnehmen

Die Tschechische Republik will als aktiver Teilnehmer zum Gerichtsverfahren eines norwegischen Gerichts um die Söhne der Tschechin Eva Michaláková zugelassen werden. Dazu verhandle das Ministerium für Arbeit und Soziales derzeit mit den norwegischen Behörden. Dies sagte Außenminister Lubomír Zaorálek am Mittwoch in Prag vor Journalisten. Die Erläuterung des Vorhabens sei auch Gegenstand der heutigen Kabinettssitzung, sagte Zaorálek.

Das norwegische Sozialamt Barnevernet hatte Eva Michaláková im Mai 2011 ihre beiden Söhne abgenommen mit der Begründung, die Kinder würden misshandelt und vernachlässigt. Es fanden sich jedoch keine Beweise für die Anschuldigungen. Dennoch urteilte ein Gericht, dass die Kinder bei Pflegeeltern bleiben sollten. Für die Tschechische Republik sei diese Art Adoption nicht hinnehmbar, betonte der Außenminister.

Energiekonzern ČEZ verspricht bessere Kontrollen in AKWs

Der tschechische Energiekonzern ČEZ hat eine umfassende Überprüfung der Kontrollmechanismen in seinen Atomkraftwerken Temelín und Dukovany angekündigt. Man brauche für die Kontrollen die entsprechenden Gerätschaften und Leute, die damit Erfahrung haben, sagte ein Sprecher von ČEZ der Tageszeitung „Právo“ (Mittwoch). Zuvor hatte die Leiterin der Atomaufsichtsbehörde, Dana Drábová, die Sicherheitsvorkehrungen bei dem Energiekonzern kritisiert. Tausende Schweißnähte müssten erneut überprüft werden, sagte sie am Sonntag bei einer Fernsehtalkshow.

Tschechische Umweltschützer sehen vor allem im 30 Jahre alten Atommeiler Dukovany ein Sicherheitsrisiko. Bei einer wirklich sauberen Energiequelle müsse man keine Kontrollen fälschen, Schweißnähte überschweißen und komplizierte Druckprüfungen vornehmen, sagte Pavel Vlček von der Bürgerinitiative OIZP aus České Budějovice / Budweis.

Regierung billigt Restaurierung des Gebäudes der Staatsoper

Das Gebäude der Staatsoper in Prag soll restauriert werden. Die tschechische Regierung stimmte am Mittwoch den Plänen dafür zu. Für den Staat fallen damit Kosten an in der Höhe von rund einer Milliarde Kronen (37 Millionen Euro). Die Arbeiten sollen mit dem Ende der laufenden Saison aufgenommen werden und rund 27 Monate dauern. Die Wiedereröffnung der Staatsoper soll im Jahr 2018 erfolgen.

Die Staatsoper hat ihren Sitz im Gebäude des früheren Neuen Deutschen Theaters. Dieses wurde 1886 bis 1887 im Stil der Neorenaissance fertiggestellt. Die Pläne hatte ein Wiener Architektenbüro angefertigt.

Wirtschaftliche Freiheit: Tschechien so gut wie nie zuvor

Tschechien liegt im Ranking der wirtschaftlichen Freiheit so gut wie noch nie. In der am Mittwoch veröffentlichen Studie der Heritage Foundation und des Wall Street Journal kommt Tschechien auf Platz 21. Das ist zwar schlechter als Deutschland, aber besser als Österreich. Insgesamt wurden 178 Länder der Welt bewertet. An der Spitze steht erneut Hongkong, am Ende rangiert Nordkorea.

Tschechien verbesserte sich gegenüber dem letzten Ranking um drei Plätze. Dazu hätten unter anderem bessere Vergleichswerte bei den Staatsausgaben beigetragen und weniger Korruption, hieß es.

Meinungsumfrage: Präsident Zeman soll Regierung stärker kritisieren

Präsident Miloš Zeman soll Regierung und Parteien stärker und häufiger kritisieren. Dies wünschen sich 71 Prozent der Tschechen, wie aus einer Meinungsumfrage hervorgeht. Zugleich glauben 66 Prozent, dass Zeman dem Präsidentenamt kein zusätzliches Gewicht verleihe. Allerdings wollen die meisten Tschechen gerade einen starken Präsidenten mit weitreichenden Kompetenzen (61 Prozent). Die Umfrage durchgeführt hat das Meinungsforschungsinstitut Stem.

Buch mit Radioansprachen von Pavel Tigrid erschienen

Das Zentrum für die Dokumentation totalitärer Regime hat eine Sammlung von Radioansprachen des tschechischen Schriftstellers, Journalisten und Politikers Pavel Tigrid herausgegeben. Es handelt sich um Ansprachen aus dem Programm des Münchner Senders Radio Freies Europa. Kulturminister Daniel Herman und der ehemalige Radioredakteur Petr Brod haben das Buch am Mittwochnachmittag in Prag vorgestellt. Tigrid hatte die tschechoslowakische Redaktion von Radio Freies Europa gegründet und leitete sie danach auch einige Jahre. Später ging er nach Paris. Nach 1989 kam der Dissident zurück in seine Heimat. Er wurde Kulturminister und Berater von Staatspräsident Václav Havel. Pavel Tigrid ist 2003 gestorben.

Ausstellung mit Schätzen von tschechischen Burgen war 2015 am besten besucht

Auf dem Prager Hradschin wurden im vergangenen Jahr mehrere erfolgreiche Ausstellungen präsentiert. Am besten besucht war die Exposition von kunsthistorischen Gegenständen aus dem Bestand der tschechischen Burgen und Schlösser. Die Ausstellung wurde vom Nationalen Denkmalschutzamt (NPÚ) im Reitsaal der Prager Burg veranstaltet. Innerhalb von nicht ganz drei Monaten wurde sie von knapp 80.000 Menschen besucht, das waren im Schnitt 931 Besucher pro Tag. Auf dem zweiten Platz rangiert die Ausstellung „Meine Heimat“ mit einem Schnitt von 591 Besuchern pro Tag. Zu sehen war dabei tschechische Landschaftsmalerei. Als sehr attraktiv erweist sich ebenso die noch laufende Ausstellung mit Werken der tschechischen surrealistischen Malerin Toyen, die noch bis zum 16. Februar im Museum Kampa gezeigt wird.

Radio Impuls bleibt erfolgreichster Radiosender in Tschechien

Radio Impuls bleibt der erfolgreichste Radiosender in Tschechien. Der Privatsender hatte in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres im Schnitt täglich 981.000 Hörer. Auch auf die folgenden beiden Plätze kamen private Radiosender, und zwar Evropa 2 (900.000 Hörer) und Frekvence 1 (888.000 Hörer). Erst auf Platz vier folgte mit dem Radiožurnál ein öffentlich-rechtlicher Kanal; den Info-Sender des Tschechischen Rundfunks stellten täglich 826.000 Hörer ein.

Eishockey: Ručinský wird Generalmanager von Tschechiens Auswahl beim Weltcup

Der Weltcup im Eishockey, der erstmals seit 2004 wieder ausgetragen wird, wirft auch in Tschechien seine Schatten voraus. Der tschechische Eishockey-Verband (ČSLH) gab am Mittwoch bekannt, dass Martin Ručinský bei diesem Turnier als Generalmanager der tschechischen Nationalmannschaft fungieren werde. Der 44-Jährige hat im Frühjahr vergangenen Jahres seine erfolgreiche Karriere beendet. Ručinský gehörte zum Beispiel zum tschechischen Team, das 1998 den Olympiasieg in Nagano holte. Zudem wurde bekannt, dass der designierte Trainer der Nationalmannschaft, Josef Jandač, mit Václav Prospal einen weiteren langjährigen National- und NHL-Spieler in seinen Trainerstab berufen hat. Prospal wird beim Weltcup einer von Jandačs Co-Trainern sein.

Der Weltcup hat für das tschechische Eishockey einen hohen Stellenwert. Die dritte Auflage dieses Turniers wird im September im kanadischen Toronto ausgetragen.

Das Wetter am Donnerstag, 4. Februar

Am Donnerstag ist es in Tschechien meist stark bewölkt mit örtlich Regen- oder Schneeschauern. In den Bergen im böhmischen Landesteil und ab dem Abend im gesamten Land anhaltender Regen oder Schneefall. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 2 bis 6 Grad Celsius, in Lagen um 1000 Meter leichter Frost.